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Die vielfältige und bunte Welt der Gerüche hat auf viele Situationen des Lebens einen Einfluss. Bei der Partnerwahl beispielsweise bedingt das HLA-Profil mitunter die Anziehung zweier Menschen zueinander. Aber Achtung: Medikamente, wie etwa die Pille, könnten diesen genetischen Geruchs-Abdruck verfälschen.

Die Nase

Über die Welt der Gerüche und des Dufts

In dem kleinen Satz „ich kann dich gut riechen” steckt mehr Wahrheit, als so manch einer denken mag, denn es ist erwiesen: Liebe geht nicht (nur) durch den Magen, sondern auch durch die Nase.

Der Geruchssinn eines Menschen entscheidet demnach darüber, ob wir einen Menschen mögen oder nicht. Dabei gibt es „mögen“ in mehrerlei Abstufungen, was heißen soll: Der Geruch eines Menschen kann (mit) darüber entscheiden, ob das Gegenüber ein No-go ist, für eine heiße Nacht auserkoren werden könnte oder gar zur Fortpflanzung und damit auch Familiengründung tauglich wäre. Warum das so ist und, was Parfums in diesem Szenario für eine Rolle spielen, verrät dieser Beitrag.

Die Gene bedingen die persönliche Duftwolke

Sie umhüllt jeden Menschen im Abstand von ein bis zwei Metern: die persönliche Duftwolke. Wie diese riecht, hat wiederum etwas mit den Genen des Menschen zu tun. Das, was der Geruchssinn mehr unbewusst wahrnimmt, ist das Pendant zum berühmt-berüchtigten ersten Eindruck. Rein biologisch lässt sich das mit einem ganz einfachen Prozess erklären: Der Geruch steigt in die Nase und wandert im Körper zu der Region des Gehirns, in der Erinnerungen und Gefühle deponiert sind. So kann ein spezieller Geruch nicht nur positiv oder negativ stimmen, sondern auch Erinnerungen wachrufen.

Seinen genetisch bedingten Duft verströmt jeder Körper in einem ganz individuellen Ausmaß und mit einer eigenen Intensität, aber in der Regel über jede Pore des Körpers. Wahrgenommen wird meist jedoch nicht der „pure“ Duft eines Menschen, sondern ein Mix aus mehreren Geruchskomponenten. Das, was die Gene beisteuern, wird als HLA-Profil bezeichnet, und stellt die Komponente des individuellen Körperdufts dar. Dieses HLA-Profil ist im Übrigen auch das, was Geruchsforschern zufolge, für die Wahl des Sexualpartners ausschlaggebend ist. Und: Tests haben bewiesen, dass sich hier auch die Idee von „Gegensätze ziehen sich an“ durchsetzt. Frauen „erschnupperten“ meist den Mann zum potentiellen Partner, der ihnen (genetisch betrachtet) komplett entgegengesetzt zu sein schien. Die Ausnahme bilden Frauen, die die Pille zur Verhütung nehmen. Sie zieht es eher zu genetisch ähnlichen Partnern.

Die zweite Geruchskomponente ist die des Schweißes – und zwar nicht nur bei Sportlern wie etwa in der Umkleidekabine der Löwen Frankfurt. Pheromone sind der dritte Part im Geruchsmix eines Menschen. So werden ganz spezielle Duftmoleküle eines Menschen bezeichnet, deren Wirkung allerdings noch nicht hinlänglich erklärt werden kann. Die vierte Geruchskomponente, der künstliche Duft, kann die eigentliche, persönliche Note eines Menschen sein. Diese wird in der Regel über Pflegeprodukte und Parfums gesetzt. Das HLA-Profil verfälschen, können diese künstlichen Düfte nicht.

Künstlicher Duft. So wirkt er auf die Mitmenschen

Wie ein Duft auf das Gegenüber wirkt, ist abhängig vom Geschlecht. So zumindest sind die Ergebnisse der Studie von Professor Robert Baron zu interpretieren, der einen Zusammenhang zwischen Parfum und der Wirkung im Bewerbungsgespräch herausfinden wollte. Sein Ergebnis: „Männliche Personaler, so das Ergebnis, stuften parfümierte Kandidaten zum Beispiel als weniger gepflegt, weniger intelligent, unfreundlicher und auch unattraktiver ein als diejenigen ohne Eau de Toilette. Die Frauen reagierten exakt umgekehrt.“

Dass ein Duft individuell stets anders riecht, stimmt durchaus, allerdings weniger wegen des Trägers des Parfums, sondern vielmehr wegen der Erinnerungen, die ein Duft auslösen kann. Angekommen im Gehirn, im Bereich der Gefühle und Erinnerungen, kann ein Duft positive und negative Empfindungen auslösen. Dennoch gibt es offensichtlich auch Mainstream-Düfte, die in aller Regel eine ähnliche Reaktion auslösen können. Der Duft der Vanille animiert beispielsweise zur Hilfsbereitschaft, der Duft der Kampfer hat diese Wirkung kaum.

Das Who-is-who der Duftwelten

Wer Parfums verschenken will, sollte um die Mischung wissen, die ein Parfum mit sich bringt: Die Kopfnote ist der erste Duft, der wahrgenommen wird, die Herznote folgt als eigentlicher Charakter des Parfums und die Basisnote bildet das Ende der Geruchsnote. Wer vor diesem Hintergrund eher unsicher in die Regale der Parfümerien blickt, geht mit einem Gutschein von Onlineanbietern mit entsprechend großer Auswahl in jedem Fall auf Nummer sicher.

Und auch wenn Geschmäcker ganz unterschiedlich sein können, so gibt es für den Männerduft doch meist einen gemeinsamen Nenner: Ein Männerduft muss die Männlichkeit unterstreichen und das können herbe bis derbe Gerüche besonders gut. Gewürze, Leder, aber auch Holz und Laub gehören in die Kategorie der herben Duftnoten. Männer hingegen schätzen an Frauen frische Duftnoten, gerne mit Zitrusgeschmack. Derbere Noten, etwa mit einem Hauch von Holz, können das männliche Geschlecht ebenfalls betören.

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