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Lassen sich Erbanteile verkaufen?

Welche Möglichkeiten haben Erben bei der Erbaufteilung

Nicht selten kommt es in Deutschland zu echten Streitigkeiten, wenn es um die Aufteilung eines Nachlasses geht. Hat der Erblasser kein Testament hinterlassen, muss das gesamte Vermögen innerhalb einer Erbgemeinschaft aufgeteilt werden.

Hier hat der Gesetzgeber bestimmte Richtlinien vorgegeben, so dass beispielsweise die eigenen Kinder in der Erbreihenfolge an erster Stelle stehen. Familien-Zoff und Streit in der Familie wegen der Aufteilung eines Erbes ist für viele Menschen eine sehr belastende Zeit. Denn bei der Aufteilung des Erbes gibt es eine Menge Sachen zu berücksichtigen. Welche Geschenke und Zuwendungen hat der Erbende schon zu Lebzeiten vom Erblasser bekommen? Was geschieht mit Firmen-Eigentum? Lassen sich Erbanteile auch ohne einvernehmliche Einigung verkaufen?

Wer sich mit dem Nachlass oder dem eigenen Anteil eines Erbes auseinandersetzen muss, steht sich in der Regel vielen offenen Fragen gegenüber. Lassen sich die Erbanteile in der Erbgemeinschaft nicht aufteilen, kommt es nicht selten zu einer gerichtlichen Verhandlung über die Aufteilung der Erbanteile. Dies kann enorme Kosten verursachen, so dass viele Erben sich für eine einfachere Lösung entscheiden, um unnötige Kosten und Stress zu vermeiden. Doch muss man sich zunächst einmal im Paragraphen-Dschungel für Erbfragen zurecht finden, ehe man richtig handeln kann. Aus diesem Grund haben wir Ihnen im Folgenden einen Ratgeber entworfen, der Ihnen mit hilfreichen Tipps und Tricks zu verschiedenen Erb-Fragen zur Seite steht. Auf diese Weise wird es möglich auch nach einem Familien-Zwist einen Nachlass gerecht innerhalb einer Erbgemeinschaft aufzuteilen.

Erbanteile verkaufen – so einfach geht es!

Ist eine einvernehmliche Lösung über die Aufteilung des Erbes unter den Erben in weite Ferne gerückt und sind die Kosten für die Verwaltung des Nachlasses hoch, sollte man sich die Option offenhalten einen Erbanteil verkaufen zu können. Durch den Verkauf des Erbanteils gelingt es sich innerhalb der Erbgemeinschaft auszahlen zu lassen und damit auf weiteren Anspruch des Erbes zu verzichten. Denn oftmals kann sich gerade bei Firmen-Eigentum und Immobilien ein jahrelanger Streit unter den Erben ergeben. Mit dem Deutschen Erbenzentrum berät hier auch ein Frankfurter Unternehmen. Nach dem Erbteilsverkauf haben die Miterben innerhalb einer Erbgemeinschaft ein Vorkaufsrecht von zwei Monaten, in denen sie zu denselben Konditionen in den Vertrag einsteigen können.

Einvernehmliche Einigung oftmals sinnvoll

Die schnellste und einfachste Lösung bei Erbstreitigkeiten ist eine einvernehmliche Einigung über die Auflösung der Erbgemeinschaft und damit verbundenen Aufteilung des Nachlasses. Demnach ist es für die Erbgemeinschaft sinnvoll zusammen das Vermögen und die Schulden des Erblassers zu ermitteln und einen Konsens zu finden. Dazu sollte jeder Erbe eine detaillierte Auskunft über Geschenke seitens des Erblassers zu Lebzeiten berichten. Nach der Erbquote lässt sich nach der Ermittlung des gesamten Vermögens das Erbe auch einvernehmlich unter den Erben aufteilen. Vermögen, welches nicht unter den Erben teilbar ist, wie beispielsweise ein Haus, eine Firma oder ein Auto müssen verkauft werden, um es unter den Erben verteilen zu können.

Gesamtvermögen fair innerhalb einer Erbgemeinschaft verteilen

Zur Erbgemeinschaft zählen alle Personen in der gesetzlichen Erbfolge oder wie es der Erblasser in seinem Testament hinterlegt hat. Um Streitigkeiten im Vorfeld zu vermeiden, empfiehlt es sich innerhalb einer Erbgemeinschaft zu einer schnellen Einigung bei der Aufteilung eines Nachlasses zu kommen. Ein schon gebuchter Urlaub kann so unter den Erben verteilt werden, ehe die schon gezahlten Reisekosten verfallen.

Alle Erben verwalten das Vermögen des Erblassers bis es zur Aufteilung gekommen ist und können allein nicht über das Erbe verfügen. Auch geschiedene Ehepartner haben in der Erbfolge ein Anreicht auf ein Erbe. So sollte das Erbe unter den Erben fair verteilt werden. Schenkungen und finanzielle Zuwendungen zu Lebzeiten des Erblassers müssen sich ebenfalls unter Umständen anrechnen lassen.

Testament kann viele offene Fragen klären

Es wird dringend empfohlen zu Lebzeiten ein Testament auszufertigen. Hierbei hat der Erblasser einigen Spielraum um eventuelle Streit-Themen schon im Vorfeld im Keim zu ersticken. Viele Ehepaare tragen dabei den Ehepartner als ein Alleinerben und die eigenen Kinder als Schlusserben in ein Testament ein. Dies kann bei späteren Streitigkeiten ein enormer Vorteil sein, um einen Nachlass schnell und im Sinne des Erblassers aufzuteilen.

Auseinandersetzungsvertrag kann durch Testament geblockt werden

Ein Auseinandersetzungsvertrag ermöglicht es innerhalb eine einvernehmliche und außergerichtliche Einigung über die Aufteilung des Erbes zu erzielen. Allerdings haben Erblasser auch die Möglichkeit die Auflösung des Vermögens durch ein Verbot eines Auseinandersetzungsvertrags im Testament zu verhindern. Auf diese Weise gelingt es Kunstsammlungen oder ein Unternehmen auch im Todesfall vor einem Verkauf zu schützen. Die Erben können hierbei für maximal 30 Jahre lediglich als Eigentümer des Vermögens eingetragen werden, ohne die Möglichkeit zu haben eine Auflösung durchzuführen.

Testamentsvollstrecker setzen den letzten Willen des Erblassers durch

Ein Testamentsvollstrecker kann den Willen im Testament nach dem Tod durchsetzen. Hierbei muss sich die Erbgemeinschaft dann mit einer dritten Person über die Aufteilung des Erbes einig werden. Für Erblasser ist dies die beste Lösung, um einen Nachlass im eigenen Sinne zu verteilen.

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