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Kritik an den Kindern von Freunden darf geäußert werden. Allerdings sollte sie konstruktiv formuliert sein.

Darf man seinen Freunden sagen, dass sie blöde Kinder haben?

Manche Frage traut man sich kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Manche Frage traut man sich kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn...

Die Frage heute: Die Kinder eines befreundeten Pärchens findet mein Freund total blöd. Darf er den Eltern das sagen?

Die Antwort: „Ja, das sollte und muss auch gehen”, sagt der Familientherapeut Björn Enno Hermans. Eine gute Freundschaft müsse auch Kritik aushalten. Allerdings sollte der Freund seine Bedenken konstruktiv formulieren. Indem er etwa sagt: „Ich erlebe deine Kinder so und so” oder „Ich habe das Gefühl, deine Kinder haben sich in dieser Situation nicht adäquat verhalten”.

Der Freund sollte den richtigen Moment abwarten. Das Problem also nicht gerade in einer Krisensituation ansprechen, sondern in einer ruhigen Minute. „Es muss wohlwollend gemeint sein”, rät Hermans. „Grundsätzlich sollte Ihr Freund sich immer die Frage stellen: Kommt das wertschätzend an, im Sinne einer Mitsorge für das Kind.” Die meisten Eltern schätzen Rückmeldungen von außen, sagt Hermans. „Jeder, der Kinder hat, wird sich immer mal die Frage stellen: „Mach ich das richtig?”” Da sei es ganz wertvoll, wenn jemand einem mal die Außensicht beim Thema Erziehung spiegelt.

(dpa)

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