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Diese Esstisch-Stühle sind gute Bürostühle

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Diese Esstisch-Stühle sind gute Bürostühle
„The little Giraffe“, eine Weiterentwicklung des bekannten „Giraffen“-Stuhls von Arne Jacobsen für den Einrichter Fritz Hansen, gibt es auch in einer Variante mit Rollen an den Füßen. © Fritz Hansen/dpa-tmn

Von der Notlösung zum Dauerzustand: Viele Arbeitnehmer können im Homeoffice bleiben. Das braucht einen besseren Arbeitsplatz als den Esstisch - oder Esstisch-Stühle in der Büro-Variante.

Berlin - Wie arbeiten Sie denn von zu Hause aus? Etwa am Esstisch? Das dürfte auf viele von uns zutreffen, denn oft reicht der Platz zu Hause nicht für ein ganzes Arbeitszimmer.

Für solche Fälle bieten Möbelhersteller Bürostühle an, die genauso aussehen wie die Modelle für den Esstisch - und sich dort auch nach Feierabend gut und stilvoll machen.

Ein Beispiel ist das Stuhl-Programm Yonda von Neunzig°design, das eine Weiterentwicklung eines historischen Modells des Einrichters Wilkhahn ist. „Wir fragten uns bei der Entwicklung: Welche Produkte brauchen Menschen, die Homeoffice machen?“, sagte Burkhard Remmers von Wilkhahn bei der virtuellen Präsentation des neuen Stuhls.

„Wenn man einen eigenen Raum dafür hat, dann kann man einen Drehstuhl nehmen“, so Remmers. „Aber wenn man seinen Esstisch als zeitweiligen Arbeitsplatz nutzen muss, dann möchte man dort oft keinen Drehstuhl haben. Hier setzt unsere Idee eines häuslichen, sehr gemütlichen Designs an.“

Der Drehstuhl soll am Esstisch nicht auffallen

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Modelle für verschiedene Einsatzzwecke kaum. Die Gestelle tun es aber. „Zum Beispiel kann einer der Stühle am Esstisch den Wipp-Mechanismus haben, mit dem man sich mehr bewegen kann. Und seine Höhe ist verstellbar“, sagt Remmers. „Aber die Schale ist die gleiche, und so passt sie perfekt zu den anderen Stühlen.“

Diese Kombination verschiedener Stuhlmodelle einer Familie ist auch spannend für Räume, in denen neben einem Esstisch mit entsprechenden Stühlen auch ein Schreibtisch mit Arbeitsstuhl steht. Die ähnliche Optik der Stühle wirkt verbindend, stilvoll und kann für mehr Gemütlichkeit sorgen.

Kippeln, wippen und herumrollen

Auch Team 7 bietet diese Gestaltungsmöglichkeit mit der Stuhlfamilie lui an, ein Design von Jacob Strobel. Die Stuhlmodelle für den alltäglichen Gebrauch haben ein festes Gestell. Die Bürovarianten allerdings haben ein Aluminium-Gestell, das um 360 Grad drehbar ist.

Es bietet dem Sitzenden zudem die Möglichkeit, zwölf Grad weit in alle Richtungen zu wippen. Die Doppelrollen sollen auf harten wie weichen Böden lautlos gleiten können.

Diese Einrichtungsidee trifft einen Nerv. Schließlich wird für viele Menschen aus der Notlösung Homeoffice zu Beginn der Pandemie zunehmend eine Dauerlösung. Aber ganz neu ist die Idee nicht.

Gerade unter den Designklassikern finden sich Stühle, die sowohl auf üblichen standfesten Füßen als auch auf Rollen stehen. Und damit immer schon ihren Platz in schickeren Konferenz- und Büroräumen hatten - und vielleicht jetzt auch vermehrt zu Hause.

Ein Beispiel ist „The little Giraffe“, eine Weiterentwicklung des bekannten „Giraffen“-Stuhls von Arne Jacobsen aus dem Jahr 1959 für den Einrichter Fritz Hansen. Oder die Serie 7 mit Schalenstühlen, ebenfalls von Jacobsen (1955).

„The little Giraffe“ von Arne Jacobsen
„The little Giraffe“ von Arne Jacobsen für den Einrichter Fritz Hansen gibt es mit verschiedenen Gestellen, abhängig vom Einsatzort. © Fritz Hansen/dpa-tmn

„Die gleiche Schale kann für verschiedene Zwecke genutzt werden - als Schreibtischstuhl, Essensstuhl und Barhocker. Dadurch lässt sich eine Kohärenz in den Innenräumen schaffen. Und die schöne Form der Stühle trägt in unterschiedlichen Arrangements zur Atmosphäre bei“, erklärt Marie-Louise Høstbo, Leiterin der Designabteilung von Fritz Hansen, die Idee hinter den Stuhlserien.

Viele Stuhlserien wurden erst nachträglich bürotauglich

Viele der Klassiker erhielten erst später das Büro-Upgrade: Der Stahlrohr-Stuhl S43 von Thonet, ein Design aus dem Jahr 1931 von Mart Stam, wurde 2020 zum Drehstuhl. Der ursprüngliche Freischwinger bekam am Fuß ein Fünfarmdrehkreuz auf Rollen. Und gemeinsam mit dem Beinamen „Atelier“ erhielt der Freischwinger S64 von Marcel Breuer für Thonet 2019 einen drehbaren Zentralfuß mit fünf Strahlen auf Rollen.

Freischwinger S64 von Marcel Breuer für Thonet
Gemeinsam mit dem Beinamen „Atelier“ erhielt der Freischwinger S64 von Marcel Breuer für Thonet 2019 einen drehbaren Zentralfuß mit fünf Strahlen auf Rollen. © Thonet/dpa-tmn

Ebenfalls aus 2019 stammt die Idee für den Stuhl N02 Recyle, in Esstisch- und Bürovarianten erhältlich. Übrigens war es ein gefaltetes Papierblatt auf seinem Schreibtisch, das den Designer Oki Sato zur Falte in der Rückenlehne inspirierte. Sie soll dem Unternehmen Fritz Hansen zufolge zusätzliche Unterstützung für den oberen und unteren Rücken bieten.

Stahlrohr-Stuhl S43 von Thonet
Viele der Designklassiker unter den Stühlen haben ein Bürostuhl-Update erhalten: Der Stahlrohr-Stuhl S43 von Thonet, ein Design aus dem Jahr 1931 von Mart Stam, wurde 2020 zum Drehstuhl. © Thonet/dpa-tmn

Details wie diese entscheiden, ob ein Stuhl auch für das stundenlange Sitzen taugt. Die Designer der Stuhlserie Yonda für Wilkhahn haben sich mit vielen - vermeintlichen - Kleinigkeiten beschäftigt: Wo müssen die Stuhllehnen ansetzen? Wie genau muss die Schale geformt sein, damit der Körper darin ergonomisch gut sitzt?

„Wir haben mehrere Modelle erstellt und wir haben diese von nahezu jedem vom Wilkhahn-Team testen lassen. Männer, Frauen, kleine Menschen, große Menschen“, so Designer Rainer Weckenmann bei der Stuhl-Vorstellung.

Es kommt sogar auf die kleinen Rollen am Stuhlbein an. Wussten Sie, dass es diese bei vielen Herstellern in zwei Ausführungen gibt - eine härtere für zum Beispiel Teppiche und eine weichere für Parkett? Schließlich möchte niemand Kratzer und Fahrrinnen im geliebten Holzboden zu Hause. dpa

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