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Der EuGH in Luxemburg hat entschieden: Eierlikör darf keine Milch enthalten.

Eierlikör nur echt ohne Milch

Spießig oder Kult? Beim Eierlikör scheiden sich seit jeher die Geister. In einer Frage hat ein höchstrichterlicher Beschluss nun aber für Klarheit gesorgt: Eierlikör darf keine Milch oder andere Zusatzstoffe enthalten, die nicht im entsprechenden EU-Gesetz aufgeführt sind.

Spießig oder Kult? Beim Eierlikör scheiden sich seit jeher die Geister. In einer Frage hat ein höchstrichterlicher Beschluss nun aber für Klarheit gesorgt: Eierlikör darf keine Milch oder andere Zusatzstoffe enthalten, die nicht im entsprechenden EU-Gesetz aufgeführt sind.

Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg (Rechtssache C-462/17). Damit soll unter anderem der gute Ruf von europäischen Spirituosen gewahrt werden.

„Eierlikör [...] ist eine Spirituose, aromatisiert oder nicht, die aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, einem Destillat und/oder Brand gewonnen wird und als Bestandteile hochwertiges Eigelb und Eiweiß sowie Zucker oder Honig enthält”, heißt es in der entsprechenden . Außerdem erlaubt sind noch natürliche Aromastoffe. Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 14 Prozent.

Ein Unternehmen aus Sachsen-Anhalt hatte nun versucht, dem gelben Getränk Milch beizumischen und es weiterhin als Eierlikör zu vertreiben. Eine Firma aus Brandenburg klagte dagegen, über das Hamburger Landgericht landete der Fall schließlich beim obersten EU-Gericht in Luxemburg.

Die Entscheidung der Richter war nun eindeutig. Wenn die Zutatenliste nicht als abschließend angesehen würde, könne der Verbraucherschutz leiden. Eierlikör mit Kakao, mit Zimt, oder auch mit Rosinen, mit Limettensaft, mit Chilipulver? Den Vermarktungsmöglichkeiten wären keine Grenzen mehr gesetzt. Ziel des EU-Gesetzes sei jedoch, fairen Wettbewerb zu garantieren, Betrug zu verhindern und den guten Ruf von europäischen Spirituosen auf dem Weltmarkt zu sichern, argumentierten die Richter. Daher gebe es wenig Spielraum.

Dem Eierlikör haftete lange Zeit der Ruf als Getränk für ältere Damen an. „Es ist ein Brauch von Alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör”, dichtete Wilhelm Busch (1832 - 1908) noch. Mittlerweile erfreut er sich breiterer Beliebtheit. Der Rocksänger Udo Lindenberg benutzt den Likör etwa als „Gurgelstoff” bei seinen Konzerten - vor allem für die sanfteren Songs.

(Von Alkimos Sartoros, dpa)

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