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VIDEO: 7 Fragen an einen Politiker mit Tourette

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  • Svenja Wallocha
    Svenja Wallocha
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Bijan Kaffenberger ist nicht nur Jungpolitiker und wurde vor kurzem in den hessischen Landtag gewählt, er weiß ebenfalls wie Wahlkampf in unserem digitalen Zeitalter geht UND er hat Tourette. Was für ein außergewöhnlicher Typ er ist, wie er mit seiner Krankheit zurecht kommt und wie es nun für ihn weitergehen wird, können Sie in unserem Video sehen. 

Der 29 Jahre alte Bijan Kaffenberger ist gerade in aller Munde. Als Direktkandidat für Wahlkreis Darmstadt II zieht er ab Januar in den hessischen Landtag. Dort hat der Jungpolitiker einiges vor. Seine Tourette-Erkrankung stehe ihm dabei keinesfalls im Wege, sie ist ein Teil von ihm und auch durch sie ist er im Wahlkampf bei den Bürgern im Gedächtnis geblieben. 

Themen von Bijan Kaffenberger

Doch allein auf einen SPD-Politiker mit Tourette lässt sich Kaffenberger nicht reduzieren. Er sieht sich als bürgernahem Politiker, höre den Problemen der Leute zu und mache zeitgemäßen Wahlkampf. Seine Themen "Bildung, Mobilität, Wohnen und Digitalisierung" sind für ihn Themen, die für die Bürger wichtig sind. Woher er das weiß? Er selbst ist bei seinen Großeltern aufgewachsen, einer klassische Arbeiterfamilie.

Er war der erste in der Familie der studierte, wohnte in dieser Zeit im Ballungsraum Frankfurt, wo sich die Mieten stetig erhöhen. Aufgrund seiner Krankheit ist er auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und weiß was in der Prime Time in den Städten aber auch im ländlichen Raum los ist. So spiegeln sich seine Lebenserfahrungen in seinen Themen wieder - alltägliche Probleme, die wie er findet dringend angegangen werden müssen. 

Politik und junge Menschen zusammenbringen

Sein Erfolgsrezept: Bürgernahe Politik, auch in sozialen Medien. Denn Politik geschieht nicht nur im Sitzungszimmer. Er nehme sich Zeit für die Leute und dokumentiere das ebenfalls öffentlich über soziale Medien für die breite Öffentlichkeit. 

So erreicht er auch junge Leute - denn auch die hätten Lust sich mit Politik zu befassen. Das "Wie" spielt hierbei jedoch eine große Rolle, wie Kaffenberger weiß. "Es fehlt jungen Menschen an politischen Vorbildern und Abgeordneten, auf die sie ihre Lebensrealität projizieren können", sagt er. Junge Gesichter müssten nach vorne gestellt werden, die mit jungen Themen und junger Sprache auf Augenhöhe Politik erklären und zeigen, dass sie etwas verändern wollen. 

Dass sein Konzept aufgeht, hat er zumindest bei der Landtagswahl bewiesen, jetzt gelte es für ihn zunächst einmal, die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht zu enttäuschen. 

Rubriklistenbild: © Markus Künzel

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