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Für Janine Rinke hat sich ein Traum erfüllt: Sie durfte die ZDF-Journalisten Claus Kleber und Gundula Gause einen Tag bei der Arbeit in der Redaktion begleiten.

ZDF-Nachrichtensprecher

Ein Tag mit Claus Kleber und Gundula Gause

Vor einem Jahr hat PJZ-Autorin Janine Rinke über ihr Interesse an Nachrichten und ihren Berufswunsch berichtet, Journalistin zu werden. Ihre Hoffnung, zuvor einmal ZDF-Nachrichtensprecher Claus Kleber in der heute-journalRedaktion in Mainz zu besuchen, hat sich mittlerweile erfüllt.

„Guten Abend . . .“, mit seiner typischen Betonung begrüßt Claus Kleber jeden Abend Millionen Fernsehzuschauer zum heute-journal. Um 21.45 Uhr stehen dann im ZDF für eine halbe Stunde politische Berichte, scharfsinnige Analysen und verständliche Erklärungen zum aktuellen Tagesgeschehen an.

Doch wie viel Arbeit steckt hinter solch einer Nachrichtensendung? Vor allem die aktuelle Aufbereitung der Nachrichten, einen erklärenden Rahmen herzustellen, Hintergründe zu beleuchten und immer wieder kritisch nachzufragen – das sind die wichtigsten Aufgaben der Nachrichtenredaktion im ZDF. Ich durfte einen Tag lang der Redaktion des heute-journals über die Schulter schauen und sogar selbst mitarbeiten.

Am Vormittag füllt sich der runde Tisch im Besprechungsraum. Alles Redakteure und Mitarbeiter, die den ganzen Tag hart arbeiten, um am Abend eine gute Sendung auf den Sender zu bringen. Auch Gundula Gause, die Co-Moderatorin des Tages, ist bereits da.

Schließlich betritt auch Claus Kleber den Raum und begrüßt mich herzlich. Für mich ist das ein sehr schöner Moment. Die Konferenz beginnt. Zuerst wird die Sendung des Vortages diskutiert und kritisch kommentiert. Am Ende dann werden die heutige Sendung und eine erste Themenauswahl besprochen.

Was ist wichtig und muss unbedingt in die Sendung? Natürlich kann nicht über alles berichtet werden, die Nachrichtenlage ist zu umfangreich. An diesem Tag steht Katalonien im Vordergrund.

Auch für mich hat das Redaktionsteam Arbeit parat. Ich darf Teilaufgaben des „Researchers“ übernehmen. Dieser stellt Informationen für den Hauptmoderator zusammen und gibt diese dann gesammelt in einem Dossier an den Moderator weiter. Der schreibt daraus seine Moderationen.

Für einen Beitrag über das aktuelle Buch „Tyll“ von Daniel Kehlmann drucke ich viele Texte aus, welche wir aus den Nachrichtenportalen beziehen. Dann heißt es lesen, lesen und noch mal lesen. In den Rezensionen anderer Journalisten, die das Buch bereits vor dem Erscheinen gelesen hatten, markiere ich wichtige Informationen.

Ein wichtiger Bestandteil des Alltags auf dem Lerchenberg sind die unzähligen Besprechungen. Eine davon ist die Redaktions-Zwischenbesprechung am späten Nachmittag. Dort werden die Themen des Abends festgelegt, allerdings sind Änderungen immer möglich. Auch der Interviewpartner des Abends steht nun fest. Allerdings gibt es noch einige technische Probleme bei der Übertragung aus der Börse, die es zu lösen gilt.

Dann sitzen alle wieder an den Computern und arbeiten. Nebenbei läuft auf den kleinen Bildschirmen unermüdlich ein Nachrichtenprogramm. In der Zwischenzeit werden in einem Nachbarraum die heute-Nachrichten vorbereitet, die um 19 Uhr laufen. Das Büro ist überwältigend: ein Großraumbüro mit unzähligen Schreibtischen, an denen viele Mitarbeiter sitzen. Man spürt, wie die Köpfe der Redakteure kurz vor der Sendung brummen.

In einem kleinen Zimmer, dem Schnitt, wird vom sogenannten Cutter ein Beitrag geschnitten. Gerade als er fertig ist, bekommt er die Nachricht, dass es genau dieser Beitrag nicht in die Sendung schaffen wird. Nicht jeder mühevoll erarbeitete Beitrag wird gesendet. In der Zwischenzeit hat Claus Kleber seine Moderationen fertig geschrieben, die noch gegengelesen und überprüft werden müssen.

Jede Zahl, jede Aussage wird nach Fehlern durchsucht. Es wäre gar nicht gut, wenn dem Millionenpublikum vor den Bildschirmen eine unsauber recherchierte Nachricht präsentiert wird.

Schritt für Schritt geht es in die heiße Phase. Es ist kurz nach 21 Uhr, ich werde abgeholt und ins Nachrichtenstudio gebracht. In der Regie flimmern Bilder vom Weltgeschehen des Tages über die Bildschirme. Die Kameraleute stehen schon bereit. Der Teleprompter läuft und die für das Gerät zuständige Mitarbeiterin überprüft die Textzeilen, damit sie für den Moderator gut lesbar sind.

Alle werden verkabelt mit einem Knopf im Ohr. Gundula Gause steht schon hinter dem großen Tisch und überprüft den Ablauf der Sendung auf ihrem Laptop. Jetzt kommt Claus Kleber ins Studio und geht auf seine Position. Die Aufnahmeleitung sagt die noch verbliebene Zeit bis zum Sendebeginn an. Noch 30 Sekunden und dann geht es los.

Zu Beginn ist alles ein wenig stressig. Doch nach der ersten Moderation läuft alles perfekt. Zuhause an den Bildschirmen sehen die Zuschauer nur die Moderatoren. Am Tag arbeitet jedoch ein ganzes Team an der Sendung und währenddessen sind im Studio zeitgleich noch viele Menschen unterwegs: Das Kamerateam, die Aufnahmeleitung, die Regie. Und alle zusammen arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen hart dafür, eine gute Sendung zu produzieren und das jeden Tag aufs Neue.

Nach Ende der Sendung ist die Arbeit jedoch noch nicht getan. Bei der sogenannten Flurschelte wird die Sendung noch einmal kritisch besprochen. Erst danach heißt es für das Team: Feierabend.

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