Corona - Lockerungen bei Virus-Maßnahmen
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In der Corona-Krise bräuchten Gastronomen neue Hygiene-Schulungen ‒ Mit dieser Masche versuchen Betrüger in Wiesbaden an Geld zu kommen. Die Polizei mahnt zur Vorsicht (Symbolbild).

Fälle in Wiesbaden, Bad Homburg, Offenbach

Corona-Betrügern auf der Spur: Vor diesen Tricks müssen sie sich in Acht nehmen

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Immer wieder nutzen Kriminelle die Unsicherheit in der Corona-Krise aus. Die Liste der neuen Betrugsmaschen wird länger. Jetzt sind auch die Gastronomen in Hessen betroffen.

  • In der Corona-Krise tauchen immer wieder neue Maschen von Trickbetrügern auf.
  • In Wiesbaden, Bad Homburg und Offenbach waren Betrüger bereits erfolgreich.
  • Die Polizei und die Stadt Wiesbaden mahnen zur Achtsamkeit.

Wiesbaden ‒ Wieder einmal nutzen Betrüger eine Krise für ihre Zwecke. Die Liste der neuen Betrugsmaschen, die während der Corona-Krise auftauchen und mit der immer wieder Menschen um ihr Geld gebracht werden, wird länger. In Wiesbaden wurden in den vergangenen Wochen nun Betreiber von Gaststätten unrechtmäßig, telefonisch oder persönlich, dazu aufgefordert, umgehend eine neue Gesundheits-Schulung durchzuführen. Die Kosten dafür sollten rund 200 Euro betragen - ein Betrugsversuch, stellt die Polizei fest. Die Kriminalpolizei in Wiesbaden ermittelt bereits gegen die Betrüger, die die Gastronomen zu den vermeintlich erforderlichen Hygieneschulungen auffordern.

„Hygiene-Schulungen“ wegen Corona ‒ Polizei warnt Gastronomen vor Betrug

Die Polizei Wiesbaden klärt auf: „Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind keine neuen Schulungen für Lebensmittelunternehmer vorgeschrieben“. Die bisher geltenden Vorschriften, die auf dem Infektionsschutzgesetz basieren und die „normalen“ Hygiene-Schulungen für das Personal reichen weiterhin völlig aus. Die Polizei rät zur Wachsamkeit. Ein offizieller Behördenmitarbeiter kann sich über seinen Dienstausweis legitimieren, den solle man sich auch immer zeigen lassen, um nicht auf Corona-Betrüger hereinzufallen. Gastronomen können sich außerdem bei der jeweiligen Dienststelle telefonisch rückversichern.

Wichtig: Selbst wenn eine Hygiene-Maßnahme fällig werden sollte, würden Zahlungen grundsätzlich nie vor Ort in Bar eingetrieben. Wer von einem solchen Betrugsversuch betroffen ist, sollte sich an die zuständige Polizeidienststelle wenden. Betroffene können Fragen zu diesem Thema auch an das zuständige Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz richten.

Passen Sie auf! - Neue Corona-Betrugsmaschen in der gesamten Region

Es sind bereits andere Maschen aufgetaucht, mit denen Trickbetrüger in der Corona-Krise arbeiten. Und einige davon betreffen nicht nur die Gastronomie oder Unternehmer, sondern auch Privatleute. Die Polizei mahnt daher immer wieder zur Achtsamkeit. So haben Betrüger zum Beispiel eine ältere Frau aus Bad Homburg um mehrere tausend Euro betrogen. Sie sei am Dienstag (20.10.) von einem angeblichen Arzt telefonisch informiert worden, ihr Sohn sei an Covid-19 erkrankt und benötige teure Medikamente, teilte die Polizei in Wiesbaden am Mittwoch mit. Daraufhin habe die 70-Jährige den geforderten Geldbetrag von der Bank abgehoben und an eine Botin übergeben.

Ähnlich erging es auch einer Frau in Gernsheim im Kreis Groß-Gerau bei einem Corona-Betrug. Eine 61-jährige Frau bekam einen Anruf von ihrer angeblichen Tochter. Diese berichtete, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Danach gab die Unbekannte das Gespräch an einen Mann weiter, der sich als behandelnder Arzt ausgab. Er verlangte zur Behandlung der vermeintlichen Corona-Infektion der angeblichen Tochter eine Summe von 25.000 Euro.

Zum Corona-Test aus dem Haus gelockt und Diebesgut im Wert von 5.500 Euro erbeutet

Und auch in Offenbach hatten Einbrecher mit einer neuen Corona-Betrugsmasche* Erfolg. Auch diese Betrüger nutzten die Unsicherheit, die durch die Corona-Krise in der Bevölkerung entsteht, für ihre Zwecke aus. Mit einem angeblichen Schreiben vom Bundesministerium für Gesundheit haben die Unbekannten eine Familie aus ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Offenbach gelockt, um dort einzubrechen und Beute zu machen.

Laut Polizei warfen die Einbrecher den Brief bei einer Familie im Spessartring in Offenbach ein. Darin stand: „Sie hatten Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person. Bitte kommen Sie in den nächsten Tagen um 19 Uhr mit der ganzen Familie nach Frankfurt in die Uniklinik, um das zu klären.“ Das alles ist frei erfunden. Die Familie fuhr zur vereinbarten Zeit los. Weil sie ein komisches Gefühl hatten, drehten sie auf halbem Weg wieder um. Aber es war zu spät.

Laut Polizei hatten die Einbrecher bereits Schmuck und Taschen im Wert von 5.500 Euro aus der Wohnung geklaut, wurden dann aber von der Rückkehr der Wohnungsbesitzer überrascht und waren in einem BMW mit Wiesbadener Kennzeichen Hals über Kopf geflohen.

Corona-Betrugsmaschen in der Region - Rufen Sie die Polizei an

Die Polizei macht im Zusammenhang mit diesen Fällen immer wieder darauf aufmerksam, achtsam zu bleiben. „Seien Sie besonders misstrauisch, wenn angebliche Verwandte oder Bekannte am Coronavirus erkrankt sind und am Telefon plötzlich Geld fordern“, heißt es in einer Mitteilung. Man solle sich immer noch einmal bei der Verwandtschaft rückversichern. Besonders wichtig sei es, Fremden kein Geld anzuvertrauen. Dasselbe gilt für sensible Daten wie beispielsweise Zugänge zu Konten. Vielmehr sollte schon beim geringsten Zweifel die Polizei unter dem Notruf 110 verständigt werden. Dort erhalten Betroffene Hilfe, die Situation zu beurteilen und auch Verhaltenshinweise können dort gegeben werden. Damit gerade in Zeiten der Corona-Pandemie nicht auch noch ein finanzieller Verlust das Leben schwerer macht. (iwe) *op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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