Windenergie

Dynamo im Himmel

Längst drehen sich auch im Taunus – wie überall in Deutschland – Windräder und produzieren Strom. Oberhalb Riedelbachs erzeugen seit über drei Jahren sieben Windenergieanlagen regenerativen Strom. PJZ hat sich beim Projektentwickler Abo Wind über die Wirtschaftlichkeit der Anlagen und über Fragen zum Natur- und Umweltschutz informiert.

Unentwegt drehen sich die Rotorblätter über den Wipfeln des Waldes. Am Fuße des rund 140 Meter hohen Turms blickt man mit Respekt zum Rotor hinauf, der beeindruckend 117 Meter durchmisst. Vom Boden bis zur Spitze der Rotoren sind es 198 Meter.

Doch wie funktioniert eine Windkraftanlage überhaupt? „Eigentlich wie ein Fahrraddynamo. Beim Fahrrad wird durch Treten der Pedale und das Drehen der Räder Energie erzeugt, die die Lampe versorgt“, erläutert Lena Fritsche, Pressesprecherin bei Abo Wind. „Beim Windrad treibt der Wind den Rotor an. Die dabei erzeugte Energie wird in der Windkraftanlage in einem Generator in der Gondel – auf 150 Meter Höhe – zu Strom umgewandelt.“

Über dicke Kabel wird der erzeugte Strom im Turm hinab geleitet. In Erdkabeln wird er bis ins nächste Umspannwerk nach Oberems geleitet. Der dort erzeugte Strom versorgt jedoch nicht eine bestimmte Anzahl von örtlichen Haushalten, sondern wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist.

Herrscht einmal Flaute und die Rotoren stehen still, so steht dennoch genügend Strom im Netz bereit. „Die Bundesnetzagentur steuert das Gesamt-Stromnetz und garantiert, dass immer ausreichend Strom durch andere Kraftwerke verfügbar ist“, erklärt Fritsche.

Eine solche Windkraftanlage – in der Branche spricht man von Windenergieanlagen (WEA) – müsse sich natürlich für die Betreiber lohnen. Deshalb werde der geplante Standort vor dem Bau genau überprüft, um sicherzustellen, dass genügend Wind für einen wirtschaftlichen Betrieb, weht (lesen Sie dazu auch den Artikel unten).

Ebenso wie die Wirtschaftlichkeit werden nach Angaben von Abo Wind vor dem Bau der WEA die Einhaltung der Auflagen und Grenzwerte für Lärmbelästigungen oder den Umweltschutz geprüft. Bürger aus naheliegenden Ortschaften interessiert vor allem, ob und wann die Anlagen in den Wohngebieten zu hören sind.

„Das ist meist bei Störungen der Fall und kann schnell behoben werden“, sagt Fritsche. „Allerdings ist das Geräusch der Rotoren auch bei bestimmten Windrichtungen zu hören. Aber auch da müssen die Grenzwerte eingehalten werden.“

Kritiker aus der Bevölkerung sehen bei diesen Großprojekten vor allem auch den Natur- und Tierschutz bedroht. Schließlich ist bekannt, dass auch Tiere durch die Anlagen zu Schaden kommen. „Für geschützte Vögel wie Schwarzstorch oder Rotmilan gelten strenge Auflagen, die in der Planungsphase berücksichtigt werden“, betont Fritsche. „Vor dem Bau wird die Region ein Jahr lang auf Vorkommen und Flugbahnen der Vögel untersucht.“

Oft müssen, wie in Riedelbach, Bäume den Windrädern weichen. Viele Flächen forstet Abo Wind direkt wieder auf. Teile der gerodeten Flächen müssen aber für die gesamte Betriebszeit frei bleiben, um einen Kran für Reparaturen oder den Abbau der Anlagen aufstellen zu können. „Für diese gerodeten Bäume werden aber Ersatzaufforstungen an anderer Stelle umgesetzt“, so Fritsche.

Natur- und Umweltschutz sowie die Tierwelt seien ihrem Unternehmen wichtig und würden berücksichtigt. „Wir setzen alles daran, die Einschränkungen in der Umwelt so gering wie möglich zu halten“, sichert Fritsche zu.

Um die Bürger in der Region von neuen Projekten zu überzeugen, würden die Pläne im Vorfeld des Baus öffentlich ausgelegt und Abo Wind habe bei Infoveranstaltungen das Gespräch gesucht.

Die Erträge der sieben Windkraftanlagen im Windpark Weilrod sind tagesaktuell und für die Vergangenheit im Internet unter abrufbar.

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