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Das Sicherheitspersonal des Frankfurter Flughafens streikt für mehr Gehalt.

Arbeitskampf des Sicherheitspersonals

Warnstreik am Frankfurter Flughafen: Knapp die Hälfte der Flüge gestrichen

Der Arbeitskampf des Sicherheitspersonals trifft heute gleich acht deutsche Flughäfen. Auch vor dem Drehkreuz Frankfurt macht die Gewerkschaft Verdi nicht Halt.

Frankfurt - Hunderte Flüge werden heute ausfallen, Zehntausende Passagiere kommen nicht wie geplant an ihr Ziel. Grund: Ein Streik des Sicherheitspersonals. Seit dem frühen Dienstagmorgen ist es an mehreren deutschen Flughäfen im Ausstand, darunter auch der Frankfurter Flughafen. Weil im Tagesverlauf acht Flughäfen betroffen sein werden, hatte der Flughafenverband ADV vor erheblichen Beeinträchtigungen für den gesamten Luftverkehr in Deutschland gewarnt. Es handelt sich um die dritte Warnstreikwelle der Gewerkschaft Verdi.

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Flugggäste in Frankfurt sollen umplanen - 570 Flüge fallen durch den Streik aus

Seit 2 Uhr nachts streikt auch das Sicherheitspersonal am Frankfurter Flughafen. Laut DBB werden bis 20.00 Uhr weit mehr als 1000 der rund 5000 Sicherheitsmitarbeiter in den Streik treten. Das sei eine "beeindruckende Antwort der Beschäftigten auf die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber", erklärte DBB-Verhandlungsführer Volker Geyer. Bei regulärem Flugbetrieb wären an diesem Dienstag etwa 135 000 Passagiere am größten deutschen Luftverkehrsdrehkreuz erwartet worden. "Der Flugverkehr ist massiv beeinträchtigt", sagte Verdi-Verhandlungsführer Benjamin Roscher in Frankfurt. Rund die Hälfte der geplanten 1200 An- und Abflügewurden nach Angaben des Betreibers Fraport von den Fluggesellschaften gestrichen, viele weitere haben Verspätungen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hatte Fluggäste frühzeitig aufgerufen, möglichst umzuplanen.

Fast die Hälfte aller Flüge am Frankfurter Flughafen wurde heute gestrichen. Foto: dpa

Begonnen hatte der Warnstreiktag der Gewerkschaft Verdi bereits um Mitternacht an den Flughäfen Hamburg, Hannover und Bremen. Dort soll das Sicherheitspersonal den ganzen Dienstag nicht arbeiten. Warnstreiks sind zudem an den Flughäfen Dresden, München, Leipzig/Halle und Erfurt angekündigt.

Gewerkschaft verlangt deutliche Lohnerhöhungen für Sicherheitspersonal

Die Gewerkschaften Verdi und DBB wollen mit den Warnstreiks Druck in der laufenden Tarifrunde machen. Sie verlangen Lohnsteigerungen für die Branche mit bundesweit 23 000 Beschäftigten und eine einheitliche Bezahlung im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle an den Flughäfen.

Die Abflughalle am Frankfurter Flughafen ist früh morgens am Streiktag leer.

Verdi verlangt für die Mitarbeiter brutto 20 Euro pro Stunde, der DBB fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt. Verdi pocht auf deutliche Lohnerhöhungen auch in Ostdeutschland.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es Warnstreiks des Flugsicherheitspersonals gegeben - zunächst an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld, dann in Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart. Verdi begründet die jetzige Eskalation damit, die Arbeitgeber hätten trotz der Warnsignale "kein verhandlungsfähiges Angebot" vorgelegt.

Dritter Ausstand in zehn Tagen - Kritik der Tourismuswirtschaft

Arbeitgeber, Tourismusverbände und Wirtschaft kritisierten die Ausweitung der Warnstreiks deutlich. "Erneut wird ein Tarifkonflikt einer einzelnen Berufsgruppe auf dem Rücken von Hunderttausenden Passagieren, den Luftverkehrsbetrieben und vielen weiteren Unternehmen der deutschen Tourismuswirtschaft ausgetragen", monierte der Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Rabe. "Von Warnstreiks, also der Idee punktueller Warnsignale Richtung Arbeitgeber, kann hier definitiv keine Rede mehr sein. Spätestens mit diesem dritten Ausstand binnen zehn Tagen wird der Bogen maßlos überspannt."

Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) reagierte mit Unverständnis auf die aus seiner Sicht unverhältnismäßigen Warnstreiks: Die Arbeitgeberseite habe bereits im Dezember klar gemacht, dass sie zu einem neuen Angebot und zu zügigen Verhandlungen ab Jahresanfang bereit sei. Angesetzt ist die fünfte Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt für 23./24. Januar in Berlin.

(red/dpa)

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