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Bijan Blum (l.) und DJ Dag.

Party in Wiesbaden

Geburtstagsfeier mit Disco und Techno: 40 Jahre Dorian Gray mit Bijan Blum und DJ Dag

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Am 30.11. und 1.12. wird im Wiesbadener Alpha3 mit den DJs Bijan Blum und DJ Dag der 40. Geburtstag des ehemaligen Frankfurter Clubs Dorian Gray gefeiert. 

Das Frankfurter Dorian Gray ist Kult. Von 1978 bis ins Jahr 2000 wurde dort ausgiebig gefeiert. Anfangs zu Disco-, später zu Technomusik. Im Wiesbadener Alpha 3 wird nun der 40. Geburtstag an zwei Tagen gefeiert. Am 30. November wird Bijan Blum, der erste Resident-DJ des Gray hinter den Plattenspielern stehen und vor allem mit alten Disco-Stücken die Gäste unterhalten. Am 1. Dezember gibt es Techno und Trance von DJ Dag, der ab 1988 in der legendären Diskothek im Frankfurter Flughafen auflegte.

Disco-Extase und Techno-Raves: So war das wilde Leben im Frankfurter Dorian Gray

So enthemmt ging es 1979 im Gray ab. In den folgenden Jahren legten dort DJs wie Sven Väth, Torsten Fenslau, Ulli Brenner, DJ Dag, Mark Spoon, Björn Mulik und Andy Düx auf. © Joppen
Lasershow und Tänzerin, 1982. © Hans H. Kirmer
DJ Bijan Blum, Resident im Dorian Gray von 1978 bis 1986, bei der Arbeit. Das Foto wurde 1978 kurz nach der Neueröffnung am 28. November 1978 aufgenommen. © Bijan Blum
Lärmmessung vor der DJ-Kanzel, 1980. Der Club verfügte über ein zur damaligen Zeit außergewöhnliches Sound-System von Richard Long, ein Klang-Designer, der auch Diskotheken wie das Studio 54 und die Paradise Garage in New York technisch ausstattete. Druckvoller Bass und eine hohe Lautstärke mit großer Klarheit machten den besonderen Sound aus. © AMW
"Welcome to the Pleasuredome", 1979. In den Anfangszeiten tanzten die Gäste zu Disco, Funk und Soul durch die Nacht. Ab ca.1984 bestimmten Musikstile wie EBM, House, New Wave und Techno den Sound auf der Tanzfläche. Im kleinen Club lief ab 1992 vorwiegend "Black Music". © Ulla Reimer
Miss-Wahl im Gray, 1985. © Joppen
Elvis-Doppelgänger und Schönheit, November 1980. © FNP Archiv
Sven Väth (links) und feiernde Gäste auf einer Mottoparty angelehnt an den Film "Michail Strogoff, Kurier des Zaren", aufgenommen im März 1987. © Joppen
Badenixen auf der "Nacht in den Mai"-Party, 1986. © FNP Archiv
Tanzperformance, Aufnahmedatum unbekannt. © M. Grosse
"Miss Beach Party", 1985. © Joppen
Teilnehmerinnen für die Formel-1-Fete "Playmate Hunt 1985". Auf der Party wurden einst zehn Tonnen Sand "ausgerollt". © FNP Archiv
Welches Lied da wohl gerade lief? Es kam auf jeden Fall an. Aufnahmedatum unbekannt. © Ulla Reimer
"Biene Maja" auf einer Faschingsparty, 1982. © FNP Archiv
Jahresparty im Dorian Gray, 18. Dezember 1992. © Thomas Boersch
Feiernde Gäste, 1998. Im Jahr 2000 schloss das Gray. Die letzte Platte, die abgespielt wurde, war "Lovin' You" von Minnie Riperton. © FNP Archiv
Lambada-Einlage im Rahmen der Aktion "Null-Promillo", 1990. © Rafael Herlich
7. Geburtstag im Gray, 1985: Da springt schon mal eine halbnackte Frau aus einer überdimensionalen Torte. © FNP Archiv
Sänger Les McKeown und Polizisten auf der "Null-Promillo"-Party, 1990. © Herlich
Formel-1-Party, 1988. © Uwe Gerig
Kamele und nackte Haut gehörten zum guten Ton im Gray. Wie hier anlässlich der Geburtstagsfeier 1985. © Rafael Herlich
Gerd Schüler, einer der Macher des Gray, 1988. © Uew Gerig
Blitzlichtgewitter bei der "Wahl zur Miss Formel 1", Juli 1988. © Jochen Günther
Buffet-Freuden bei der "Formel 1-Party", Juli 1988. © Jochen Günther
Schicke Autos und schöne Menschen auf der "Formel 1-Party", Juli 1988. © Jochen Günther
Und immer wieder: Miss-Wahlen im Gray, 1986. © FNP Archiv
Das sieht ganz nach einer sportlichen Modenschau aus, 1985. © FNP Archiv
Wilde Tänzerinnen auf der Abi-Party im Gray, 1994. © FNP Archiv
"Play that funky music white boy"! Aufnahmedatum unbekannt. © Ulla Reimer
Bier trinkendes Monster auf einer Mottoparty, 1982. © FNP Archiv
Samba, Sand und glühende Sohlen: Beach-Party 1992. © Thomas Boersch
Aufnahme im Rahmen einer "Superparty" mit 1500 VIPs aus Politik, Wirtschaft und Sport, Oktober 1986. © Jochen Günther
Spanferkel, Clowns und schöne Frauen beim dreijährigen Bestehen des Dorian Gray, 1981. © FNP Archiv
Ein glücklicher Gewinner eines Preisauschreibens, der 1980 ein schwarzes Cabrio gewann. © Gerd Scheffler
Dickhäuter in der Disko, 1986. © FNP Archiv
Ehemalige Gray-Türsteher: Ralf, Torsten und Barry, 1987. © Claus Setzer
Star-Parade der "Keller Girls", 1986. © FNP Archiv
Heiße Outfits und Roller-Disko, Aufnahmedatum unbekannt. © Ulla Reimer
Dressman Jean Pierre als Bond samt Girls, 1986. © FNP Archiv
Das "Dorian Gray Auto", 1979. © FNP Archiv

Dag ist ein leidenschaftlicher Eintracht-Fan, der auch hin und wieder als Komparse für den Hessischen Rundfunk tätig ist, gilt als Trance-Ikone und legt bereits seit über 30 Jahren Platten auf. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Herr Lerner, können Sie sich an Ihren ersten Dorian Gray Besuch erinnern? Wann war das? Und wie haben Sie ihn erlebt?

Ich kann mich auf jeden Fall an meine ersten Besuche erinnern, bei denen ich nicht ins Gray reinkam. Nach einem halben Jahr hat es dann aber endlich geklappt. Es war ein erhabenes Gefühl drin zu sein und ich hatte mich sofort in den Club verliebt. Das war 1979. Im Februar 1988 habe dann das erste mal dort aufgelegt.

DJ Dag im Dorian Gray, ca. 1990.

Sie haben eine sehr interessante Vita. Es scheint, als ob Sie ein Wanderer zwischen sehr identitätsstarken Welten sind. Sie arbeiten als DJ und Produzent, sind langjähriger Eintracht-Fan und außerdem in der Rockabilly-Szene zuhause. Wo fühlen Sie sich denn am wohlsten? 

Als ich 1985 mit dem DJing angefangen habe, war natürlich die Club-Szene mein alleiniges Zuhause. Ins Stadion gehe ich bereits seit 1974. In der Zeit zwischen 1985 und 1990 allerdings eher weniger. Irgendwann hat sich das dann wieder geändert. Seitdem habe ich auch eine Dauerkarte. Ich fühle mich generell in vielen Szenen wohl, fahre unter anderem auch Skateboard.

International bekannt geworden sind Sie Anfang der 90er Jahre mit ihren Trance-Produktionen. Wie würden Sie aktuell Ihren Musikstil beschreiben, den Sie repräsentieren und auflegen?

Weiterhin Trance bzw. Progressive Trance. Ich habe den Begriff geprägt, wobei Trance für mich keine Musikrichtung darstellt, sondern ein Zustand. Dieser ist wie eine Hypnose, die man vor allem durch Wiederholung in der Musik erreicht und nicht durch lange Breaks, Trommelwirbel und „Hands in die air“-Effekte. Nicht überall wo Trance draufsteht, ist Trance drin.

Cover eines alten Dorian-Gray-Monats-Magazins mit DJ Dag.

Nach über 30 Jahren DJing haben Sie viele Veränderungen innerhalb der Clubkultur mitgemacht. Was hat sich ihrer Meinung nach zum Vorteil, was zum Nachteil entwickelt?

Ein Vorteil ist, dass sich das Rad immer weiter dreht. Als der große Techno-Boom Mitte der 90er Jahre vorbei war, hat sich die Musik trotzdem im Untergrund weiterentwickelt. Allerdings nicht immer zum Positiven hin: Musikstile wie Minimal, Schranz und Elektro habe ich zum Beispiel als Rückschritte empfunden. Smartphones können heutzutage auf Partys nerven, wobei sich das bei meinen Auftritten im Rahmen hält, da meistens ältere Leute zu meinen Gigs kommen. Der wohl größte Nachteil ist aber, dass die Euphorie von früher verflogen ist. Dieser Spirit war einmalig.

Das Dorian Gray ist für mich…

 … der Club überhaupt. Ich war schon in hunderten Clubs, aber im Gray auflegen zu können war das Größte für mich. Der Sound, die Leute und alles drum und dran, das war das Non plus Ultra.

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