+
Ein Besuch auf dem Hof von Steffen Heckelmann lohnt sich nicht nur kurz vor Halloween. Außer Kürbissen und weiteren leckeren Lebensmitteln bietet der Hof Heckelmann auch aufregende Erlebnisse für Kinder und andere Abenteuerlustige.

Genuss pur

Spannung, Spaß, gute Produkte

  • schließen

Die Serie „Genuss pur“ möchte dazu anregen, es sich gutgehen zu lassen. Für manchen bedeutet das einen Besuch an der Quelle leckeren Essens. Auf Ausflugshöfen wie dem der Heckelmanns in Hünfelden werden dazu noch Abenteuerlust und Spieltrieb befriedigt.

Von Petra Hackert

Hünfelden - Jetzt ist Aufräumen angesagt: Nach zwei Wochenenden Kürbisfest mit Riesenprogramm sind alle Heckelmanns in Hünfelden mit ihren Helfern im Einsatz. Der älteste Sohn Felix (9) schaut im Blaumann vorbei. Auch die Zwillinge Max und Ole (6) tragen sehr gerne Arbeitsklamotten. „Am liebsten würden sie so auch in die Schule gehen“, sagt Steffen Heckelmann. „Da müssen wir gegensteuern.“ Die Jüngste, Lene (13 Monate) muss noch nicht mit ran. Und bei den Jungs ist das eigentlich auch so: Manchmal spielen sie mehr, als dass sie aufräumen. Aber dafür sind die Herbstferien ja auch da.

Sie haben sich einen Traum erfüllt – könnte man zu Annika und Steffen Heckelmann sagen. „Traum oder Alptraum“, meint die 38-Jährige gerade mit Blick auf die viele Arbeit. Denn es stimmt: Mit Beginn der Spargelsaison bis Ende Oktober sind sie manchmal fast rund um die Uhr im Einsatz. Auf dem 40 Hektar großen Hof gibt es Spargel, Erdbeeren, Himbeeren, natürlich die Kürbisse, Melonen. Die Mischung aus Kürbissen und Melonen für die selbstgemachte Marmelade ist ganz neu: Letztes Jahr ausprobiert, nun zum ersten Mal mit etwas mehr Gläsern am Start, haben schon viele die Leckerei gekostet und es gut befunden.

Hier dürfen Kinder toben

Steffen Heckelmann ist von Haus aus Architekt, seine Frau Erzieherin. Sie arbeitet noch sechs Stunden in der Woche im Kindergarten in Lindenholzhausen. Auch diese Kinder kommen zum Bauernhof, zuletzt waren es über 80 auf einmal. Sie haben Äpfel aufgelesen und zu Saft verarbeitet. Sie lieben das Kürbisschnitzen, das es in Vorbereitung auf Halloween wieder gibt. Und wer einen Familienausflug zum „Alten Zollhaus“ in Mensfelden macht, der sollte sich darauf einstellen, dass Kinder dreckig werden können. So läuft das nämlich normalerweise: Während sich die Eltern im Hofladen umschauen, die Frühstücks- oder Kaffeestube besuchen, haben die Kinder auf dem großen Spielplatz zum Mensfelder Kopf hin freie Bahn. Der Blick ist einmalig schön, reicht weit über das Limburger Becken. Gleichzeitig ist das Gelände auf dieser Seite weg von der Straße. Hier kann man herrlich toben, die keinen Schubkarren, Schaufeln, Minibagger verwenden, Hügel bearbeiten oder mit der Rollenrutschbahn abwärts sausen. Alles kindgerecht und sehr abenteuerlich, wie die kleinen Nutzer bestätigen.

Noch bis Mitte Oktober gibt es eine ganz besondere Geburtstagstorte. Die steckt im Maislabyrinth und ist nur von oben zu sehen: Das zwei Fußballfelder große Labyrinth im Mais hat die Form einer Torte, weil es ein kleines Jubiläum gibt: Das zehnte Maislabyrinth in elf Jahren, einmal musste es ausfallen. Für die Kinder ist es ein Riesen-Abenteuer, sich mitten im Maisfeld auf die Suche nach den Fragetafeln zu machen, den Aussichtsturm zu finden, sich zwischen den riesigen Stauden auf strohbedecktem Boden auf Schatzsuche zu begeben.

Bald wird es noch spannender – falls das Labyrinth dann noch steht. Für Samstag, 26. Oktober, ab 14 Uhr laden die Heckelmanns zur Halloween-Aktion für Kinder mit Kürbisschnitzen, Stockbrotbacken und einer Taschenlampenwanderung ein. Die Wanderung gibt es am späten Abend, wenn alles gut geht, im Labyrinth, das an diesem Tag auch keinen Eintritt kostet. „Nicht anmelden, einfach kommen“, sagt Steffen Heckelmann. Eine Unwägbarkeit gibt es: Falls der Mais schon so weit ist, dass er vorher geerntet werden muss, wird es an diesem Abend eine andere Beschäftigung geben. Denn bei allem Spaß: Die etwa zehn Tonnen Futtermais müssen auch geerntet werden. Sie landen wieder in der Landwirtschaft.

Heckelmanns haben Glück, trotz der vielen Arbeit. Steffens verstorbene Mutter Irmtraut hatte die Idee mit dem großen Kürbisfest, der gelernte Architekt keine Probleme, Muster ins Maisfeld zu arbeiten. Die Mutter seiner Frau, Fritzi Toepfer, und Tante Beke Schneider sind in der Küche und im Laden aktiv – zuzüglich weiterer Helfer und Erntehelfer, die dann mit anpacken, wenn sie gebraucht werden. Beke Schneider ist gelernte Köchin, probiert immer gerne etwas Neues aus. Steffen Heckelmann setzt auf das Besondere, auf Alleinstellungsmerkmale wie den ersten Spargel im Goldenen Grund, herangezogen im Lehm- statt im Sandboden, die außergewöhnliche Toilettenanlage, die in jeder Erlebnisgastronomie zum Aha-Erlebnis würde. Hier auch. „Klar, wir hätten das viel preiswerter machen können, aber ich wollte, dass die Leute, die kommen, überrascht und erstaunt sind“, sagt er. Das sind sie. Immer wieder.

Hauseigenes Kürbiskernöl

Schon sein Großvater war Landwirt. Steffen Heckelmann hat sich dafür entschieden, weil es ihm Spaß macht. Eigentlich kommt er aus dem Nachbarort Nauheim. Das „Alte Zollhaus“ in Mensfelden hat die Familie gekauft, um sich diesen Traum zu erfüllen. Außer dem Maislabyrinth gibt es Swingolf und Fußballgolf. Wer eine spezielle Leckerei sucht, sollte das hauseigene Kürbiskernöl probieren. In Österreich ist dieses Produkt weit verbreitet. Tatsächlich lässt Steffen Heckelmann seine Kürbiskerne in der Steiermark verarbeiten. Denn: In Deutschland gebe es keinen Betrieb, der das so könnte, sagt er: „Die dunkle Farbe des Öls ist kein Problem, aber der nussige Geschmack. . .“

Öffnungszeiten

In der Saison (Beginn der Spargelzeit bis Ende Oktober) ist der Hof Heckelmann, Altes Zollhaus 1, Hünfelden-Menschfelden, montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Für Gruppen sind Besuche nach Vereinbarung außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Infos zu den Preisen für die Aktivitäten gibt es auf www.goldgrund.de und unter (0 64 38) 25 19.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare