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Das Rhein-Main-Gebiet wächst und wächst wie hier im Frankfurter Europaviertel. Aber bezahlbare Wohnungen sind für viele schwer zu finden.

Mehr als ein Dach über dem Kopf

Grüne stellen Konzept für bezahlbaren lebenswerten Wohnraum vor

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Bezahlbarer Wohnraum ist in diesen Wochen und Monaten ein politisches Megathema. Vor allem im überlaufenen Rhein-Main-Gebiet. Kein Wunder, dass auch die Grünen im Landtag ein Konzept entwickelt haben. Dieses soll dafür sorgen, dass die Menschen künftig mehr als ein Dach über dem Kopf finden.

„Bauen, Bauen, Bauen“ ist ein Slogan, der zurzeit von vielen hessischen Politikern angesichts des Wohnraummangels beschworen wird. Geht es nach den Grünen, ist es damit jedoch nicht getan. Wohnung sei mehr als einfach ein Dach über dem Kopf, sagt Hildegard Förster-Heldmann, Sprecherin für Wohnungspolitik der Grünen im Wiesbadener Landtag. „Wir wollen, dass alle Menschen bezahlbare Wohnungen in einem lebenswerten Wohnumfeld finden können“, sagte sie bei der Vorstellung eines Konzepts ihrer Partei.

Schwerpunkte des Papiers sind der soziale Wohnungsbau und die Entwicklung der Kommunen, welche die Grünen künftig verstärkt mit einem nachhaltigen Ansatz verbinden, respektive die jeweiligen Förderprogramme des Landes stärker verzahnen möchten. Genauer gesagt schwebt der Ökopartei als Leitbild Wohnen mit Qualität vor, ein Aspekt, der, so das Papier, durch eine ungesteuerte Ausweisung neuer Flächen und Wohnquartiere nicht genügend Berücksichtigung findet.

Was bedeutet das konkret? Neben der Förderung von Sozialwohnungen will man zum Beispiel einen Fokus auf das gemeinschaftliche Wohnen richten. Genossenschaftliches Wohnen soll eine Ergänzung zum Wohneigentum oder zur Mietwohnung werden. Weitere Punkte sind mehr Grün in der Stadt, Treffpunkte für die Bewohner, Kinderbetreuung und Mobilitätszentralen oder mehr barrierefreie Wohnungen.

Um den sozialen Wohnungsbau zu unterstützen, wollen die Grünen außerdem bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen einen Genehmigungsvorbehalt durch die Gemeinde einräumen. Damit soll die Gentrifizierung verhindert werden, sprich, dass bisherige Bewohner aus ihren Wohngebieten verdrängt werden.

Eine Prämisse bei der Entwicklung von neuem Wohnraum ist die „kluge Innenentwicklung“. So soll der Ausbau von noch mehr Wohnsiedlungen auf der grünen Wiese möglichst vermieden werden. Stattdessen sollen vorhandene Flächen intelligenter genutzt werden, etwa durch Aufstockung von Gebäuden oder Aufbauten auf Supermärkten für Wohnzwecke. Unterstützung dafür soll ein öffentlich zugängliches Flächenkataster für Kommunen bieten.

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