Klassenbuddys

Sie helfen bei Streit und Ärger

Seit zweieinhalb Jahren gibt es die Klassenbuddys an der Tilemannschule. In dieser Zeit haben die Schüler schon viele Konflikte gelöst und ihren Schulkameraden Werte wie Solidarität, Freundschaft und Ehrlichkeit vermittelt.

Am Ende stand ein Plan, doch es ging nicht um Mathe oder Deutsch, sondern darum, wer wann auf den Fußballplatz darf. „Ohne die Klassenbuddys hätten wir unseren Fußballstreit nicht so schnell lösen können!“, sagt Paul (10). Jannik (11) beteuert, dies sei aber auch der einzige Streit gewesen, den die Klassenbuddys in seiner Klasse hätten schlichten müssen. Damit hat diese fünfte Klasse der Tilemannschule offenbar noch Glück, in anderen gibt es mehr Zoff.

In eine Klasse seien sie erst gerufen worden, als der Streit schon eskaliert und in einer Prügelei geendet war, erzählen ein paar Buddys. Das komme allerdings nicht so oft vor, „meistens können Streitigkeiten friedlich gelöst werden“. Das passiert, indem man sich in einer kleinen Runde zusammensetzt und der Konflikt und die Lösungen besprochen werden. Dann müssen die Schüler selbst schauen, ob sie sich wieder vertragen. Nach zwei Wochen kommen die Klassenbuddys wieder dazu. Bei einem Nachgespräch wird geklärt, ob der Konflikt erfolgreich beendet werden konnte.

Wie das Streitschlichten funktioniert, haben die Klassenbuddys von Heike Pekoviak, der Sozialarbeiterin an der Tilemannschule, gelernt. Sie ist auch diejenige, die den Buddys das Prinzip des Klassenrats beibringt. Die Buddys sind aber nicht nur für Konfliktfälle, sondern auch für die Medienerziehung da. In der Tilemannschule klären sie die Unterstufenschüler über die Gefahren der neuen Medien auf.

Zu Mediencoaches ausgebildet werden sie von der Digitalen Helden GmbH, die mit vielen Schulen zusammenarbeitet und dieses Projekt seid drei Jahren anbietet. Seitdem gibt es die Mediencoaches auch an der Tilemannschule. Ein halbes Jahr nach der Entwicklung des Konzepts beschloss Sozialarbeiterin Heike Pehoviak, das Projekt der Streitschlichter, das von ihrer Vorgängerin Margarete Koch ins Leben gerufen worden war, mit dem Projekt der Mediencoaches zu verbinden, und daraus die Klassenbuddys zu machen.

Warum werden aus Schülern Buddys? Die Gründe sind ganz individuell. Eine Schülerin berichtet, dass sie Buddy geworden sei, weil sie früher gemobbt wurde und andere Kinder vor diesem Schicksal bewahren wollte. Einer wollte anderen Kindern helfen. Einer berichtet, er habe früher immer zu den „Großen“ aufgeschaut und freue sich, jetzt selbst dazuzugehören. Aber für alle ist es wichtig, die Kinder über das Internet und die Medien aufzuklären und sie vor Streitigkeiten und Prügeleien zu bewahren. Und das könne oft nur mit der Hilfe von älteren Schülern bewältigt werden.

Auf alle Fälle seien die Klassenbuddys eine gute Einrichtung, sagt Heike Pehoviak. „Seit es die Buddys gibt, werden Probleme viel offener angesprochen.“ Mit ihnen könnten sich die Schüler aussprechen – sowohl wenn sie ein Problem mit einem anderen Schüler haben, aber auch, wenn es Probleme mit einen Lehrer gibt.

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