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Asyl

Hessen schließt wegen sinkender Migrantenzahlen Unterkünfte

Es kommen weniger Migranten nach Hessen, daher werden abermals nicht mehr benötigte Einrichtungen für die Erstaufnahme von Asylsuchenden geschlossen. Auch ein Haus mit längerer Geschichte ist betroffen.

Angesichts gesunkener Flüchtlingszahlen schließt das Land Hessen weitere Unterkünfte für die Erstaufnahme. Neu ankommende Asylsuchende werden künftig nur noch an fünf statt wie bisher an acht Standorten untergebracht, wie das Sozialministerium am Montag in Wiesbaden mitteilte. Von den Plänen ist eine von zwei Einrichtungen in Gießen betroffen, außerdem Unterkünfte in Darmstadt, Fuldatal und Bad Arolsen. Das Land will zudem nur noch zwei statt drei Reserve-Unterkünfte vorhalten. Seit Beginn des Jahres haben nur rund 3600 Personen in Hessen um Asyl gebeten, wie Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sagte.

Trotz der Schließungen bleibe das Land auf einen möglichen neuen Anstieg der Flüchtlingszahlen vorbereitet - mit insgesamt 6480 Plätzen im Erstaufnahmebereich.

In Gießen, Hessens größtem Erstaufnahme-Standort, fällt eine Einrichtung weg, in der schon DDR-Flüchtlinge untergebracht wurden. Sie ist die älteste noch aktive Unterkunft für die Erstaufnahme von Schutzsuchenden im Land und steht in der Nähe des Bahnhofs. Die Geschichte der Erstaufnahme in Gießen reicht nach Angaben des Ministeriums bis in die Nachkriegszeit, ins Jahr 1946, zurück. Am gleichen Ort standen demnach zunächst Baracken für Heimatvertriebene.

Die zweite und weitaus größere Erstaufnahmeeinrichtung am Gießener Stadtrand ist von den Schließungsplänen des Landes nicht betroffen. Weitere Unterkünfte gibt es noch in Neustadt, Rotenburg, Büdingen und Kassel. Reserve-Plätze werden in Calden und Hanau vorgehalten. Derzeit leben rund 2200 Menschen in Hessens Erstaufnahme-Heimen.

dpa

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