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Ein Kind sitzt in einem Flur auf dem Boden in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen.

Hessens Erstaufnahme schließt an historischem Ort

Nach mehr als 70 Jahren schließt Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an ihrem historischen Standort in Gießen. Zum 30. September gehen in der Einrichtung am Meisenbornweg die Lichter aus,

Nach mehr als 70 Jahren schließt Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an ihrem historischen Standort in Gießen. Zum 30. September gehen in der Einrichtung am Meisenbornweg die Lichter aus, in den vergangenen Tagen sind die letzten Asylbewerber ausgezogen. Die Unterkunft sei seit ihren Anfängen im Jahr 1946 ein „Hoffnungspunkt” für fast eine Million Menschen gewesen, sagte der Gießener Regierungspräsident Christoph Ullrich (CDU). Hintergrund für die Schließung ist die neu organisierte Erstaufnahme für Asylsuchende in Hessen.

Die Geschichte der Einrichtung reicht bis in die Nachkriegszeit zurück. Damals kamen an dem Standort Heimatvertriebene unter. Später wurde daraus das Notaufnahmelager sowie die Zentrale Aufnahmestelle des Landes Hessen für DDR-Flüchtlinge. Nach dem Mauerfall entstand die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, die mittlerweile landesweit mehrere Standorte hat.

„Die heutige hessische Flüchtlingsverwaltung ist nicht mehr mit der Verwaltung vor dem drastischen Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2015 zu vergleichen”, erklärte Ralf Stettner, der beim Regierungspräsidium (RP) Gießen die Abteilung für Flüchtlingsangelegenheiten, Erstaufnahmeeinrichtung und Integration leitet.

Hessen hat als Reaktion auf die Krise 2015 ein „Ankunftszentrum” eingerichtet, das die verschiedenen Schritte bei der Erstaufnahme von Asylbewerbern an einem Ort bündelt. Das Zentrum befindet sich ebenfalls in Gießen. Die Gebäude im Meisenbornweg will künftig das RP nutzen.

(dpa)

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