,,Ich habe sofort an meine Tochter gedacht’’

Das Projekt Junge Zeitung sprach mit dem Schulleiter der EDS, Stefan Haid, über den Umgang mit Krisensituationen wie dem Tod einer Schülerin.

Das Projekt Junge Zeitung sprach mit dem Schulleiter der EDS, Stefan Haid, über den Umgang mit Krisensituationen wie dem Tod einer Schülerin.

PJZ: Wie war Ihre Reaktion, als Sie die Nachricht erhalten haben?

STEFAN HAID: Nachdem ich die Information von der Polizei erhalten habe, habe ich das Krisenteam der Schule zusammengerufen. Wir haben nach dem Todesfall eines Schülers im letzten April dieses Szenario schon einmal durchgespielt. Das erwies sich hier als hilfreich. Zum einen müssen Freunde näher an die Hand genommen werden, zum anderen trifft es auch die gesamte Schulgemeinde. Dann haben wir für das Tutorium der Schülerin und für die gesamte Schulgemeinde den darauf folgenden Tag geplant. Einige Kollegen hat die Nachricht schwerer getroffen als andere, daher wurde auch psychologischer Beistand angefordert.

PJZ: Wie sind Sie mit der Situation weiter umgegangen?

HAID: Ich hatte keine persönlichen Erlebnisse mit ihr, deshalb weine ich anders um sie als andere Lehrer. Ich musste mich als Schulleiter eher darum kümmern, dass es am nächsten Tag für alle Schüler und Lehrer gut läuft.

PJZ: Was sagen Sie zur Rosenaktion?

HAID: Ich finde es gut, dass die SV flexibel bei dem Thema dabei war und dass die 920 Rosen, die eigentlich für 920 Schüler gedacht waren, nun der einen verstorbenen Schülerin gewidmet wurden. Es wäre unangemessen gewesen, wenn an die Schüler zu diesem Zeitpunkt Rosen verteilt worden wären.

PJZ: Gibt es Maßnahmen, wie die Schüler informiert werden?

HAID: Wir haben uns dafür entschieden, es den Lehrern zu überlassen, ihre Klassen zu informieren. Eine Durchsage wäre völlig unangemessen. Ich spreche lieber mit den Schülern persönlich. Das ist meine Art, damit umzugehen.

PJZ: Wie haben Sie als Vater auf die Nachricht reagiert?

HAID: Ich habe sofort an meine Tochter gedacht und musste daran denken, wie schrecklich es wäre, wenn ich mich nicht von ihr hätte verabschieden können.

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