Mein Auslandssemester

Von der Idee zur Umsetzung

Fragt man jemanden mit Auslandserfahrung , wird diese Person etwas sagen wie: „Mach das auf jeden Fall, wenn du die Möglichkeit bekommst“ oder „Ach, das war eine schöne Zeit.“ Dass ich während meines Studiums in die Welt hinaus wollte, stand für mich schnell fest. Das „Wie?“ gestaltete sich aber nicht so einfach.

Von Kathrin Mordeja

Fragt man jemanden mit Auslandserfahrung , wird diese Person etwas sagen wie: „Mach das auf jeden Fall, wenn du die Möglichkeit bekommst“ oder „Ach, das war eine schöne Zeit.“ Dass ich während meines Studiums in die Welt hinaus wollte, stand für mich schnell fest. Das „Wie?“ gestaltete sich aber nicht so einfach.

Die Möglichkeit, dass ich ein Auslandssemester machen könnte, eröffnete sich mir in dem Moment, als ich von einem Stipendium der Ludwig-Schunk-Stiftung hörte. Sie unterstützt Mitarbeiterkinder bei ihrem Auslandsaufenthalt finanziell. Ohne das ist ein solches Unterfangen auch schwierig. Von der frohen Botschaft dieser Möglichkeit beflügelt, sah ich mich auf der Website der Uni um. Schnell stand für mich fest, dass ich dieses Wagnis namens „Erasmus“ eingehen will.

Mitten im Winter begann ich, meinen Sommer zu planen. Ich schrieb der Erasmus-Betreuerin am kunstgeschichtlichen Institut von meinem Vorhaben. Eine Email nach der anderen folgte und wir besprachen die Möglichkeiten. England hätte sehr gut in mein Profil gepasst, aber es wurde nicht angeboten. Da das Institut keine Partneruniversitäten in englischsprachigen Gebieten hat, suchte ich nach Alternativen. Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, auch selbst Kontakt mit den Universitäten aufzunehmen. In der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit erschien mir das aber utopisch.

Die Deadline im Februar nahte. Meine Wahl hatte ich getroffen: 1. Université de Liège 2. Universität Zürich. Ich registrierte mich beim International Office und schickte meine Bewerbung an das kunstgeschichtliche Institut der Goethe-Universität.

Für meine erste Wahl reichte es nicht. Wahrscheinlich lag es daran, dass meine Französischkenntnisse nicht wirklich existieren. Zwar hätte ich die sprachlichen Anforderungen nachholen können, doch wäre die Zeit dafür knapp gewesen.

Für Zürich erhielt ich schnell eine informelle Zusage, weil es gut zu meiner Spezialisierung passte. Also hüpfte ich erst einmal vor Freude durch die Wohnung. Mit der Nominierung der Heimuniversität in der Hand konnte ich mich in Zürich bewerben. Als ich die Zusage aus der Schweiz erhielt, war es Frühling. Ich stieße einen kleinen Freudenschrei aus und hüpfte erneut durch die Wohnung.

Gleichzeitig nahm ich Kontakt mit der zuständigen Person der Ludwig-Schunk-Stiftung auf. Die nette Dame besprach mit mir die Bedingungen und Optionen einer Förderung. Mit den Zusagen der Universitäten und meinen Noten hatte ich gute Chancen, das Stipendium zu bekommen. Ende Juni reichte ich auch diese Bewerbung ein und erhielt Anfang Juli die Zusage.

Selbst dann waren noch nicht alle Formulare unterschrieben. Die Kurse mussten gewählt und abgesprochen werden, das Learning Agreement fehlte, etc. Erst rückblickend wird mir klar, wie viel Bürokratie hinter dem Auslandssemester steckt und wie viel Bürokratie einem auch zu diesem Zeitpunkt noch bevorsteht.

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