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ARCHIV - 07.05.2011, Hessen, Frankfurt am Main: Polizeikräfte stehen nach einem Fußballspiel auf dem Spielfeld der Commerzbank Arena vor einer Tribüne. Hessens Innenminister Peter Beuth sieht eine Unterstützung von Fußballspielen durch Polizisten nur dann gerechtfertigt, wenn die Vereine konsequent gegen Gewalt vorgehen. (zu dpa "Innenminister fordert konsequente Stadionverbote für Rowdys" vom 07.06.2018) Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gewalt in den Fußballstadien

Innenminister fordert konsequente Stadionverbote für Rowdys

Die anhaltende Gewalt in den Fußballstadien stellt Polizei und Politik vor große Probleme. Für Hessens Innenminister sind die Dialogangebote des DFB an die Ultras gescheitert.

Hessens Innenminister Peter Beuth sieht eine Unterstützung von Fußballspielen durch Polizisten nur dann gerechtfertigt, wenn die Vereine konsequent gegen Gewalt vorgehen. "Für die Polizei ist jeder Spieltag ein Kraftakt und dennoch kommt sie bundesweit ihrem gesetzlichen Auftrag nach und schützt diese Sportveranstaltungen", erklärte der CDU-Politiker in Wiesbaden. Ein integrer Fußball-Betrieb sei die Voraussetzung für staatliche Zuwendungen und Unterstützung.

Die Sicherheit in Fußballstadien ist eines der Themen der Innenministerkonferenz, zu der sich die Ressortchefs aus Bund und Ländern diese Woche in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt treffen.

Die jüngsten Ausschreitungen etwa bei einem Relegationsspiel in Mannheim machten deutlich: "Die Dialogangebote des DFB und der Vereine an die Ultras sind gescheitert", stellte Beuth klar. Vor jedem Gespräch mit Fangruppen müssten die Vereine einen eindeutigen Verzicht auf Pyrotechnik einfordern.

"Nur mit einer Ächtung der Problemfans und der konsequenten Umsetzung von Stadionverboten durch die Vereine können die Störer aus den Stadien und aus dem Fußball verbannt werden", erklärte Beuth.

Laut des Jahresberichts der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze wurde in der Spielzeit 2016/2017 in den ersten drei Bundesligen mehr Pyrotechnik abgebrannt, wie das Innenministerium erläuterte. Die Zahl der Verfahren wegen der gefährlichen Feuerwerke stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 669.

Die Zahl der Einsatzstunden der Polizei rund um die Stadien in Deutschland stieg laut Ministerium in der Saison 2016/2017 um sieben Prozentpunkte auf 2,24 Millionen. Es seien 1226 Verletzte durch Gewalt zu beklagen gewesen, darunter 504 unbeteiligte Zuschauer.

(dpa)

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