Ureinwohner Neuseelands

Ein Jahr im Land der Maori

Bevor ich mein Auslandsjahr antrat, hörte ich sehr viel positive Dinge von dem faszinierenden Inselstaat Neuseeland. Im Juli 2016 dann packte ich die Koffer.

Ein Auslandsjahr ist eine Erfahrung fürs Leben. Jedes Land hat eine komplett andere Landschaft und einzigartige Kultur. Man lernt nicht nur, eine neue Sprache fließend zu sprechen, auch eine andere Sichtweise auf die Welt und seine Mitmenschen tut sich vor einem auf.

Als meine Reise nach Neuseeland am 14. Juli 2016 begann, konnte ich mir noch nicht vorstellen, wie die Leute dort sein könnten. Doch mir fiel schnell auf, dass sehr viele Menschen sehr freundlich und zuvorkommend waren. Ob es die Busfahrer waren, die fragten, wie es mir ginge, oder eine Mitarbeiterin in einem Bekleidungsgeschäft, die ein Gespräch mit mir begann. Es war völlig normal für sie, nett und interessiert gegenüber Unbekannten zu sein. In der Schule war es ähnlich. Meine Mitschüler waren sehr interessiert und freundlich. Ihre Neugierde ließ aber nach ein paar Tagen nach, da es sehr viele Austauschschüler an meiner Schule gab. Also ergriff ich die Initiative und sprach ein paar Mitschüler an. Schnell fand ich sehr gute Freunde, zu welchen ich auch jetzt, acht Monate nach meiner Heimkehr, noch regelmäßig Kontakt habe.

Wer plant, nach Neuseeland zu reisen, sollte sich auch genügend Zeit nehmen, das Land durch dessen Kultur kennenzulernen. Während meines Aufenthalts lernte ich sehr viele Maori kennen. Sie sind die Ureinwohner des Landes und eher ein kleinerer Teil der Gesellschaft, haben aber einen riesigen Einfluss auf diese. Zum Beispiel besteht die wunderschöne Nationalhymne Neuseelands zur Hälfte aus Strophen in Maori. Die Maori sind sehr interessante Leute, und ihre Sprache und besonders ihre Lieder haben einen einzigartigen und exotischen Klang. Um die Kultur kennenzulernen, kann man eine sogenannte Marae besuchen. Dies ist ein heiliger Ort für die Maori und besonders ein Ort, an dem man in Frieden zusammenkommt. Dort ist es möglich, an einer Willkommens-Zeremonie teilzunehmen, bei der man seine Schuhe aus Respekt ausziehen muss. Die Marae, zu der wir einen Ausflug machten, war außerdem noch ein nachgebautes Maori-Dorf angeschlossen, welches man besichtigen konnte.

Wer nach Neuseeland kommt, wird vermutlich nicht einfach so bei einer Maori-Beerdigung dabei sein. Ich hatte allerdings diese Möglichkeit, noch mehr von der Kultur zu erleben, denn meine Gastmutter nahm mich dorthin mit.

In vielem ähnelte die Beerdigung einer in Deutschland. Vor uns stand der Sarg, und davor eine Person, die zu allen Anwesenden sprach und das Ganze leitete. Anders als in Deutschland sangen wir fröhliche Lieder in Maori, und es gab eine Aufführung des Hakas, eines traditionellen neuseeländischen Tanzes, der üblich für Beerdigungen ist. Die Gedenkzeremonie war natürlich zum Trauern gedacht, jedoch auch, um das Leben der verstorbenen Person zu feiern. Die Zeremonie dauerte, drei Stunden, es wurde sehr viel in Englisch sowie in Maori gesprochen, und ich verstand nicht immer alles.

Während der Zeit, die ich mit Einheimischen verbrachte, fiel mir außerdem besonders auf, dass sehr viele Menschen sehr naturbezogen sind und auch so handeln. Da Neuseeland rundherum von Ozeanen umgeben ist, wird daher auch sehr auf den Schutz der Strände und Gewässer geachtet. Es liegt den Maori sehr am Herzen, die Natur zu respektieren, da es sehr viele bedrohte Tierarten gibt, die nur in Neuseeland existieren können.

Durch dieses eine Jahr, weit weg von zu Hause habe ich sehr viel gelernt und erlebt. Ich habe nicht nur die Kultur des Inselstaates kennengelernt, sondern auch Menschen aus der ganzen Welt getroffen. Mir wurde klar, dass ich nicht nur als ein Tourist in ein Land reisen sollte, um letztendlich mit ein paar Fotos heimzukehren. Stattdessen sollte ich Land und Leute als ein Ganzes betrachten und die Atmosphäre und Schönheit jedes neu bereisten Ortes in mich aufnehmen. Ich lernte außerdem, dass es wichtig ist, die Gewohnheiten anderer Kulturen zu akzeptieren, auch wenn man es vielleicht anders gewöhnt ist. Jede einzelne Person, mit der ich im Alltag in Verbindung komme, hat einen besonderen Einfluss auf mich als Mensch. Aus diesem Grund werde ich versuchen, alle positiven Erfahrungen, die ich in Neuseeland machte, und die Werte, die ich mitbekam, an alle meine Mitmenschen weiterzugeben.

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