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Der RMV stattet rund 600 Fahrkartenautomaten mit Internetzugängen aus

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Nachdem der Rhein-Main-Verkehrsverbund schon im vergangenem Jahr begann, die S-Bahnen und Expressbusse mit kostenlosem WLAN auszustatten, folgen nun auch die Fahrkartenautomaten. Wo Nutzer ins Netz gehen können und wie das funktioniert, stellte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am gestrigen Mittwoch vor.

Frankfurt - Noch sind die zwei Fahrkartenautomaten gestern Nachmittag am Bahnhof Oberursel mit einem schwarzen Tuch verdeckt. Der Grund: Sie gehören zu den rund 600 Automaten, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit WLAN-Hotspots ausgestattet hat. „Am heutigen Tag sind genau 613 Automaten schon einsatzbereit, bis Ende Februar sollen alle 638 am Netz sein“, sagt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat und enthüllt zusammen mit Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises (CDU) und stellvertretender RMV-Aufsichtsratsvorsitzender, die beiden Automaten.

Kostenloses WLAN an Fahrscheinautomaten: Einfache Nutzung

Sofort fällt eine Tafel am oberen Rand ins Blickfeld. „Hier gibt es freies WLAN“ ist darauf zu lesen. Sie zeigt den Fahrgästen an, dass dieser Fahrkartenautomat mit einem kostenlosen Internetzugang ausgestattet ist. An all diesen ausgewiesenen Automaten können sich die Fahrgäste nun bei ihrem Aufenthalt an den S-Bahn-und Regionalbahn-Haltestellen mit ihrem Smartphone, Tablet oder Notebook in das Netzwerk WLAN@RMV einwählen. Keine Registrierung sei nötig, einzig die Nutzungsbedingungen müssten vorher akzeptiert werden. Pro Tag stehen dann bis zu 100 Megabyte Datenvolumen pro Nutzer zur Verfügung bei einer Übertragungsrate von bis zu 150 Megabit pro Sekunde.

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Der Aufbau der Verbindung erfolge über einen in den Automaten integrierten Router, der immer auf das stärkste Mobilfunknetz zugreife.

„Mails lesen, Fotos anschauen und Videos streamen gehört zum Alltag. Mit diesem Angebot wollen wir wieder einen großen Schritt beim Thema Digitalisierung gehen“, sagt RMV-Geschäftsführer Ringat. Mit den insgesamt 840 Hotspots an Fahrkartenautomaten, S-Bahnen und Expressbussen sei der RMV nun deutschlandweit der größte WLAN-Anbieter im Personenverkehr.

„Dieses Angebot ist nicht nur für junge Nutzer gedacht, sondern auch für Ältere und vor allem Pendler“, sagt Landrat Krebs. Die Attraktivität und Servicequalität des öffentlichen Nahverkehrs solle damit weiter ausgebaut werden und die Menschen zum Umsteigen anregen. Zudem werde damit der ländliche Raum gestärkt, in dem es bislang kein öffentliches WLAN gebe.

Vier Automaten seien jedoch von der flächendeckenden WLAN-Ausstattung ausgenommen. Davon zwei im Landkreis Limburg-Weilburg (Fürfurt und Gräveneck), einer im Lahn-Dill-Kreis (Hasselborn) und einer im Main-Kinzig-Kreis (Jossa). Hierbei liege das Problem jedoch nicht an dem RMV, sondern an einem nicht ausreichenden Mobilfunksignal, sagt RMV-Pressesprecherin Vanessa Rehermann.

Der Betrieb des WLAN an den Bahnhöfen für die S-Bahnen und Regionalzüge kostet die Bahn im Jahr zwischen 700 000 und 800 000 Euro. Besondere Kosten für die neuen Automaten fallen nicht an. „Sie hätten sowieso ausgetauscht werden müssen“, berichtet Ringat.

Kostenloses WLAN: Ausweitung in U-Bahnen

Kostenloses Surfen im Internet ist bereits in vielen S-Bahnen und in den Expressbussen des RMV möglich. Im vergangenen Sommer war mit der Einrichtung in den S-Bahnen begonnen worden.

Bis Ende des Jahres soll jeder dieser Züge entsprechend ausgestattet sein. Es sei zudem angedacht, WLAN auch in U-Bahnen anzubieten.

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Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den Ausbau prinzipiell. „Es ist schön, wenn es das Angebot gibt und wenn es genutzt wird“, sagte der hessische Landesvorsitzende Thomas Kraft. Fraglich sei, ob das WLAN tatsächlich überall funktioniere. Vom Ausbau in den S-Bahnen, der derzeit läuft, gebe es unterschiedliche Rückmeldungen. „Es funktioniert jedenfalls nicht konstant“, sagte Kraft. Bei Fahrten über Land gebe es nach wie vor Funklöcher. Zudem schreite die Technik voran und es sei fraglich, wie lange es WLAN überhaupt noch gebe.

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