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Adrian Krasniqi tritt beim DSDS-Casting in Frankfurt auf.

Fernsehshow

Limburger singt bei "Deutschland sucht den Superstar"

Adrian Krasniqi hatte immer davon geträumt, einmal vor Dieter Bohlen singen zu dürfen. Bereits während seiner Zeit an der Tilemannschule veröffentlichte er Musikvideos auf YouTube. Schließlich fuhr Krasniqi zum DSDS-Vorcasting nach Köln – und kam ins Fernsehen. Über den Reiz des Rampenlichtes.

So aufgeregt sei er zuvor in seinem ganzen Leben noch nicht gewesen, erinnert sich Adrian Krasniqi. Wenn ihm jemand wenige Jahre zuvor angeboten hätte, in der Limburger Stadthalle zu singen, hätte er sich das nicht getraut. „Aber beim Casting bin ich über meinen Schatten gesprungen“, sagt Adrian Krasniqi. Und das, obwohl hier, bei „Deutschland sucht den Superstar“, ein Millionenpublikum jeden Patzer bemerken würde.

Adrian Krasniqi singt, schon seit er klein ist. Seit zwölf Jahren schaut er anderen beim Singen zu – bei „Deutschland sucht den Superstar“ zum Beispiel. Während seiner Schulzeit an der Tilemannschule reifte in ihm der Wunsch, seinen Gesang mit einem Publikum zu teilen. Vor zwei Jahren begegnete er in der Aula der Tilemannschule einem Mitschüler, der Klavier spielte. Erstmals musizierten sie zusammen. Schon bald erfuhr Krasniqi, dass sein Pianist auch Videos dreht. So fing es an. Krasniqi sang Coverversionen bekannter Chart-Hits, von Justin Bieber etwa oder James Arthur, sein Kompagnon begleitete ihn und drehte das passende Musikvideo. Adrian Krasniqi eröffnete mit diesem Material einen eigenen YouTube-Kanal. Sporadisch warb der Limburger dafür in den sozialen Medien. Mit seinem erfolgreichsten Video, einem Cover des Titels „I can’t make you love me“ von Adele hat er mittlerweile mehr als 4000 Klicks erzielt.

Nach dem Abitur entschloss er sich dazu, seinen Traum von der ganz großen Bühne zu verwirklichen. Er fuhr zum DSDS-Vorcasting nach Köln. In zwei Runden wählten RTL-Mitarbeiter die Kandidaten aus. In Runde zwei hörten auch Vocal Coaches zu, die „richtig Ahnung“ von Musik hatten, berichtet Adrian Krasniqi. Er sang „Maria, Maria“ von Carlos Santana und „Say you won’t let go“ von James Arthur. Seine Darbietung überzeugte. Und so kam es, dass Adrian Krasniqi seinen Auftritt bald in Frankfurt am Main vor der richtigen Jury wiederholen durfte. Am Tag davor ging er noch einmal zum Friseur.

Drei Personen durfte er schließlich zum Casting mitbringen. Seine Eltern und die jüngere Schwester drückten ihm backstage die Daumen. Angst vor einem blöden Spruch von Dieter Bohlen habe er nicht gehabt. Er habe darauf vertraut, „gut genug“ zu sein, um von dem Schandmaul verschont zu bleiben. Er erinnert sich noch genau, wie sein Mikrofon gerichtet, er aufgerufen wird und die Bühne betritt. Es ist „extrem hell“ dort, das Studio von allen Seiten ausgeleuchtet. Vier Kameras sind auf ihn gerichtet. Zehn Technikleute und Kameramänner stehen rechts an der Seite. Die Juroren beginnen einen kurzen Smalltalk mit ihm. Er habe versucht, seine Aufregung mittels ausladender Gestik zu überspielen, erinnert sich Adrian Krasniqi.

Wo er denn so studiere, fragen sie ihn. Was er sonst so mache. Und dann heißt es: „Leg los!“ Jemand drückt ihm ein Mikrofon in die Hand. Jetzt wird es ernst. Das Intro seines ersten Songs dauert nur wenige Sekunden. In der Aufnahme ist zu sehen, wie Adrian Krasniqi ein letztes Mal tief Luft holt. Dann hebt er an, seinen ersten Song zu singen. Die ersten Töne trifft er nicht exakt, doch schon bald findet er sich ein. Dann kommt der zweite Song. Als Zugabe präsentiert Krasniqi ganz stolz seinen selbst geschriebenen Song. Dann harrt er des Urteils. Juror Mousse T. (der Produzent von „Sexbomb“) konstatiert, er habe wohl am Anfang etwas gebraucht um sich einzufinden, im Refrain dann aber Klasse bewiesen. Schlagersängerin Ella Endlich und Carolin Niemczyk von der Band „Glasperlenspiel“ einigen sich darauf, dass er eine schöne Stimme habe. Auch Bohlen sagt: gut. Über den selbst geschriebenen Song verlieren die vier kein Wort. Ob er einen Recall-Zettel bekommen hat, darf Adrian Krasniqi nicht verraten.

Auf dem Rückweg, erinnert sich Adrian Krasniqi, erwartete ihn ein weiteres Mal die Kamera. Man fragt ihn, wie er sich fühle. Er verkündet, überwältigt zu sein. Das ist er in der Tat. Und auch euphorisch. Und ein wenig erleichtert.

Es sei es ihm sehr wichtig gewesen, dass sein Auftritt tatsächlich auch im Fernsehen gezeigt wird. Denn er nimmt unter anderem deswegen an der Castingshow teil, weil er in der Musikbranche bekannt werden möchte, sagt Adrian Krasniqi. Sein Hauptziel ist dennoch der Sieg. Doch verbiegen lassen will er sich nicht. Falls ihm eine schräge Story angedichtet würde, dann könne er das eben nicht ändern. Kein Kandidat könne das. Am wichtigsten sei es jedoch, selbst zu wissen, wer man wirklich ist. Sein Maschinenbau-Studium will Adrian Krasniqi in jedem Falle abschließen – selbst wenn er nach Südafrika in den großen Recall oder gar noch weiter käme. Zwar würde der Erfolg desto wahrscheinlicher, je mehr „Zeit, Schweiß“ und „Leid“ ein Künstler investiere. Dennoch möchte Krasniqi etwas „Sicheres“ haben.

Der Hobbysänger will einen Produzenten aus der Trapszene auf sich aufmerksam machen. Zu diesem Zweck möchte er demnächst sein erstes Album veröffentlichen – für Streamingportale wie Apple Music oder Spotify. Eine erfolgreiche Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“ käme ihm somit sehr gelegen. Gewisse Erfolgsfaktoren hat Krasniqi bereits ermittelt. Wer bei „Deutschland sucht den Superstar“ reüssieren wolle, müsse „mit der Jury spielen“, sagt Krasniqi. Blickkontakt – ganz wichtig. Einmal hingehen zu den Juroren während des Singens. Unbeschwert tanzen. Performen.

Auf dem YouTube-Kanal

„Adrian Krasniqi“ sind die Musikvideos des Sängers zu sehen.

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