Ein rote Ampel und ein Andreaskreuz an einem beschrankten Bahnübergang.
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Ein Transporter ignoriert die Schranke und rote Ampel an einem Bahnübergang im Kreis Mainz-Bingen und zwingt einen Zug zur Vollbremsung. (Symbolbild)

Polizei sucht Zeugen

Haarscharf: Transporter fährt über geschlossenen Bahnübergang – und zwingt Zug zur Vollbremsung

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Ein Autofahrer fährt über einen geschlossenen Bahnübergang, zwingt einen Zug zur Vollbremsung und fährt dann einfach davon. Nun sucht die Bundespolizei den Flüchtigen öffentlich.

Gensingen ‒ Die Bundespolizei Kaiserslautern sucht öffentlich nach dem Fahrer eines orangen Transporters, der sich und zahlreiche Fahrgäste der Deutschen Bahn mit lebensgefährlichem Leichtsinn in Gefahr gebracht hat. Der Gesuchte war nach Angaben der Polizei offenbar mit seinem Kleinbus von Gensingen nach Ockenheim im Kreis Mainz-Bingen.unterwegs. Er fuhr auf der Landstraße L420 und hätte am Bahnübergang Gensingen-Horrweiler anhalten müssen. Das dauerte dem Fahrer aber offenbar zu lange, denn wie die Polizei berichtet, überquerte der Transporter ohne zu stoppen trotz roter Ampel und geschlossener Schranke den Bahnübergang. Der Übergang in Gensingen (Mainz-Bingen) ist mit einer Halbschranke gesichert, die ein Auto oder Kleinbus theoretisch leicht umfahren kann.

Gegen 7.25 Uhr am Montagmorgen (08.02.2021) kam es durch das gefährliche Manöver des gesuchten Autofahrers dann fast zu einem schweren Unfall. Nach Informationen der Polizei Kaiserslautern erkannte der Lokführer des anfahrenden Zuges den Transporter auf dem Bahnübergang gerade noch rechtzeitig und leitete sofort eine Vollbremsung ein. Der orange Kleinbus überquerte die Gleise nur wenige Meter vor dem Zug. Nur durch die schnelle Reaktion und womöglich durch die Signalfarbe des Fahrzeugs konnte ein Zusammenprall noch verhindert werden.

Fast-Zusammenstoß mit der Bahn durch lebensgefährliches Manöver - Polizei sucht Zeugen

Der Autofahrer fuhr nach dem Fast-Zusammenstoß mit der Bahn einfach weiter und entfernte sich somit unerlaubt vom Tatort. Die Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder nähere Angaben zu dem Fahrzeug machen können, sich unter der Telefonnummer 0631/34073-0 zu melden. Wie die Bundespolizei berichtet, beschreibt ein Zeuge der Vollbremsung das Fahrzeug des Gesuchten als orangefarbenen Kleinbus mit einer Ladefläche. Diese war am Montag offenbar mit mehreren Besen beladen. In dem amtlichen Kennzeichen könne, nach Angaben des Zeugen, die Ziffer „1“ sowie der Buchstabe „B“ vorkommen.

Unfälle an Bahnübergängen haben häufig besonders schwere Folgen. Ungeduld und rasante Fahrmanöver werden hier schnell lebensgefährlich, denn nicht immer kommen die Bahnen durch die Notbremsung rechtzeitig zum Stehen. Bei einem besonders schweren Zug-Unfall in Frankfurt kam jüngst eine 16-jährige Fußgängerin ums Leben. Ein Zug rammte an einem Bahnübergang einen PKW, einen Radfahrer und die Fußgängerin - hier war allerdings nicht Leichtsinn die Unfallursache, denn die Bahnschranke war zum Zeitpunkt des Zusammenpralls geöffnet. (iwe)

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