Nach dem Zwischenfall in Volkmarsen reagierte die Polizei Mainz am Rosenmontag mit dem Einsatz von Drohnen (Symbolbild).
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Nach dem Zwischenfall in Volkmarsen reagierte die Polizei Mainz am Rosenmontag mit dem Einsatz von Drohnen (Symbolbild).

Bilanz

Rosenmontag in Mainz per Drohne überwacht – Polizisten nach Angriff dienstunfähig

  • vonJakob Maurer
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Tausende Menschen feiern am Rosenmontag in Mainz. Die Polizei beobachtet den Umzug mit Drohnen. Friedlich bleibt es nicht. 

  • In Mainz feierten am Rosenmontag so viele Menschen, dass im Zentrum zeitweise fast kein Durchkommen möglich war
  • Nach dem Vorfall in Volkmarsen setzte die Polizei beim Rosenmontagszug verstärkt Drohnen ein
  • Drei Polizisten bei Attacke verletzt - Gegenwehr mit Taser und Schlagstöcken

Mainz - Fast eine halbe Million Menschen haben am Rosenmontag beim Umzug auf den Straßen in Mainz Fastnacht gefeiert - die Polizei zeigte sich am Dienstag auf Anfrage zufrieden: „500.000 Menschen konnten am Montag in Mainz friedlich feiern“, teilte ein Sprecher mit. 

Trotz des Zwischenfalls in Volkmarsen, bei dem ein Mann offenbar absichtlich mit einem Auto in eine Menschenmenge fuhr und mehr als 50 Menschen verletzte, habe man sich gegen eine Absage der Veranstaltung entschieden. „Wir sind sehr frühzeitig informiert worden“, sagte der Sprecher. 

Man habe die Situation vermeiden wollen, dass auf einen Schlag hunderttausende Fastnachter zu den öffentlichen Verkehrsknoten strömten, da dies zu großen Problemen geführt hätte. „Wir haben keine Gefährdungslage erkannt, haben aber die Maßnahmen der Überwachung hochgefahren“, erklärt der Polizeisprecher.

Nach Volkmarsen: Polizei Mainz beobachtet Rosenmontag-Treiben mit Drohnen

Dabei kamen Drohnen zum Einsatz. Die Polizei verwendete sie erstmals am Rosenmontag in Mainz. Mit drei Drohnen habe man sich „von oben einen Überblick verschafft“, beschreibt der Sprecher das Vorgehen. Dabei seien vor allem an das Zentrum angrenzende Straßen sowie Zufahrtsstraßen beobachtet worden, um auf eine mögliche Situation wie in Volkmarsen schnell reagieren zu können. „Bilder aus der Luft liefern wichtige Informationen“, betont der Sprecher aus Mainz. Ziel sei es gewesen, „auffällige Fahrzeugbewegungen“ frühzeitig zu erkennen.

Die Drohnen wurden demnach von jeweils von zwei Polizisten gemeinsam gesteuert, die als Drohnenpiloten ausgebildet sind. Die Drohnen seien allerdings „auf Sicht“ geflogen und deswegen nur bei Tageslicht im Einsatz gewesen. Ein Polizeihubschrauber konnte laut Polizei auch am Abendhimmel die Stadt im Blick behalten.

Rosenmontag in Mainz: Weniger Diebstähle als 2019

Insgesamt nahm die Polizei am Rosenmontag in Mainz 144 Straftaten auf, im Vorjahr waren es 174. Vor allem die Diebstahl-Fälle gingen von 93 auf 19 stark zurück. Die Zahl der Körperverletzungen blieb mit 63 knapp unter dem Wert von 2019. 

Am Abend waren in der Mainzer Innenstadt mehrere Polizisten in einen schwerwiegenden Zwischenfall verwickelt, zwei der Beamten konnten aufgrund der Verletzungen ihren Dienst nicht fortsetzen. Dies teilte die Polizei Mainz am Montag in einer Bilanz zum Rosenmontag mit. 

Rosenmontag in Mainz: Beamte von Mann sowie dessen Vater und Bruder attackiert

Die Beamten schritten der Polizei zufolge ein, als zwei Personen sich am Höfchen, einem zentralen Platz der Fastnacht-Feierlichkeiten am Rosenmontag in Mainz, gegen 20 Uhr stritten. Sie trennten die zwei Männer und brachten einen von ihnen, der sich besonders aggressiv verhielt, zu Boden. In dieser Situation habe plötzlich dessen Vater die Einsatzkräfte angegriffen. Er sei den Polizisten in den Rücken gesprungen und habe „hochaggressiv auf Beamtinnen und Beamte“ eingeschlagen, teilte die Polizei mit. Kurz darauf hätten ebenfalls noch der Bruder und zwei weiteren Personen die Polizisten attackiert.

Erst durch den mehrfachen Einsatz des Tasers, Pfefferspray und Schlagstock sei es den Einsatzkräften gelungen, die Personen in Gewahrsam zu nehmen. Der Polizei Mainz zufolge wurden drei Beamte verletzt, zwei waren anschließend nicht mehr einsatzfähig. Gegen die fünf Beschuldigten wurden Ermittlungsverfahren wegen mehrerer Straftaten, unter anderem wegen Widerstand und Tätlichem Angriff gegen Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Sie wurden alle in Gewahrsam genommen. Genauere Angaben konnte der Polizeisprecher am Dienstagvormittag noch nicht machen, da eine Vielzahl von Fällen aufgearbeitet werden müsse.

Von Jakob Maurer

„Wir lassen uns nicht einschüchtern“, hieß es in Mainz an Fastnacht: Trotz des Terroranschlags in Hanau haben Tausende den Frankfurter Karnevalsumzug bestaunt und gefeiert.

Auch in Wiesbaden kam es an Fastnacht zu Prügeleien. Am Wochenende vor dem Rosenmontag gerieten mehrere Betrunkene aneinander. Es gab teils heftige Handgreiflichkeiten.

Großer Schreck in Mainz: An einer Bushaltestelle schießt ein junger Mann in Tarnkleidung auf Menschen. Bei der Waffe kann die Polizei später Entwarnung geben.

Ein Fall aus Mainz ist Thema bei Aktenzeichen XY im ZDF. Ein Mann wurde beim Geldabheben überfallen.

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