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Schüler einer trilingualen Grundschule in Beirut im Libanon haben sichtlich Spaß an den Meditationsübungen.

Weltweites Projekt

Mit Meditation zum inneren Frieden

Innerer Frieden! Was bedeutet dieser Begriff? Warum brauchen wir so etwas und warum ist es für uns Menschen so wichtig? In unserer Welt herrscht Unruhe. Doch warum? Die Welt ist eine Reflexion dessen, was in uns steckt. Daher ist es wichtig, dass wir erstmal in uns selbst Frieden finden. Nur dann können wir auch mit unseren Mitmenschen in Frieden leben.

Wenn wir mit uns selbst im Einklang sind, dann wird dies auch nach außen reflektiert, das ist das Motto der internationalen Inner Peace Day (IPD)Assoziation. Diese möchte Kindern aus aller Welt die Bedeutung des inneren Friedens bewusstmachen, damit sie eines Tages eine bessere Welt schaffen können.

Doch was zeichnet eine bessere Welt aus? Welche Werte prägen sie? Wenn jemand etwas stiehlt, wissen wir, dass dies falsch ist. Doch woher kommt dieses Wissen? Es kommt von innen, es ist ein Wert, der in uns liegt. Doch was passiert, wenn man mit diesen inneren Werten, dieser Intuition, nicht verbunden ist? Dann kann es sein, dass man sich zu schlechtem Handeln verleiten lässt. So kann Kriminalität entstehen.

Das gilt es zu vermeiden. Zum Glück gibt es eine Möglichkeit, wieder mit diesen inneren Werten verbunden zu werden. Meditation ist eine Methode, um dies zu erreichen, seinen inneren Frieden wieder zu finden und in Einklang mit sich selbst kommen. Bei dem IPD-Projekt geht es vor allem darum, Schülern und Studenten beizubringen in einen klaren Bewusstseinszustand zu kommen. Die Integration von verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen wird gefördert, der Wert von Respekt und Brüderlichkeit betont.

Durch Meditation werden die Sinne geschärft, und man wird aufnahmefähiger für Informationen und innerliche Erkenntnisse. Zudem kann sich das Nervensystem erholen, und die Kreativität wird gefördert. Es wird Klarheit geschaffen, man wird nicht von den eigenen Gedanken hin und her gerissen, man kann im Moment sein, Gedanken und Emotionen kommen zur Ruhe. Das Bewusstsein wird so klar wie ein stiller See, auf dessen Grund man schauen kann.

Das IPD-Projekt brachte auch mir persönliche Erfahrungen. So durfte ich mit der Inner Peace Assoziation in den vergangen Jahren zahlreiche Länder bereisen, um dort mit Schulkindern das Meditieren zu üben. Ein Erfahrungsbericht:

Madrid, Januar 2017: Ich stehe in einer Klasse voller inspirierender Kreativität. An den Wänden hängen selbstgemalte

Bilder voller Farben

, von den Kindern selbst gezeichnet. Es ist ein sonniger Tag in Madrid und ich fühle mich voller Energie.

Zusammen mit zwei Helferinnen bin ich für einen Tag an der Saint-George-Schule, um das Inner-Peace-Projekt vorzustellen. Die Kinder zeigen großes Interesse an dem Projekt und nehmen voller Motivation am Unterricht teil. Ich richte eine erste Frage an sie: „Was ist innerer Frieden?“ Es kommen verschiedene Antworten, doch in einem sind sich die Kinder einig: „Das Gefühl der Zufriedenheit, der Liebe, der Vergebung, in uns selbst, das bedeutet innerer Frieden.“

Meine nächste Frage an die Kinder lautet: „Was würden wir ohne den inneren Frieden tun?“ Die Kinder antworten: „Ohne ihn sind wir aufgeregt, aggressiv, unzufrieden und traurig.“ Gemeinsam nähern wir uns der Frage, wo wir unseren inneren Frieden finden können? Nach einigen Entspannungsübungen kommen sie zu einem Ergebnis: durch Meditation! Die Kinder fühlen sich nach der Selbstbesinnung entspannt und glücklich. Ihre Gesichter strahlen vor Freude, und in ihren Augen sieht man ein Leuchten.

Am nächsten Tag präsentieren die freiwilligen Mitarbeiter und ich ein Konzert mit indischem Tanz und indischer Musik, in einer katholischen Schule mit über eintausend Kindern. Der Grund dafür, dass indische Musik und indischer Tanz verwendet wird, ist, dass man durch diese Künste leichter in einen Zustand der seelischen Balance kommt und dadurch seinen inneren Frieden spüren kann.

Beirut, Januar 2018: Ich stehe in einem engen Treppenhaus in einer muslimischen Schule in Beirut. Die Wände um mich herum sehen kalkig aus. Ich muss in den dritten Stock. Zwei Kolleginnen und ich sind in einer Klasse mit mehr als zwanzig Kinder eingeteilt. Die Kinder können nur Arabisch und ein bisschen Französisch verstehen. Irgendwie schaffen wir es trotzdem, mit ihnen zu kommunizieren. Es wird mir klar, dass viele Kinder hier aus Syrien geflohen sind. Man hat das Gefühl, als hätten die Kinder schon lange auf uns gewartet, sie sehnen sich nach Frieden.

Die meisten haben den Krieg selbst erlebt und wissen wie er aussieht. Vor zwölf Jahren gab es einen Krieg im Libanon, in dem mehrere Tausende Menschen ums Leben kamen, und in Syrien herrscht noch immer Krieg.

Wir nutzen diesen Tag, um mit den Kindern zusammen zu meditieren und Lieder zu singen. Sie sind unglaublich diszipliniert und respektvoll uns gegenüber. Am Ende des Unterrichts schreiben die Schüler eine Nachricht an Kinder in anderen Länder. Wir versprechen, die Nachrichten bei dem nächsten Inner-Peace-Projekt weiterzugeben. Für mich ist das Inner-Peace-Projekt, etwas, das meinem Leben eine tiefere Bedeutung gibt. Die Freude, die sich nach der Meditation auf den Gesichtern der Kinder widerspiegelt, ist unersetzlich. Der positive Effekt wirkt sich sofort von den Kindern auf deren Lehrer und Eltern aus.

Von Kindern kann man unendlich viel lernen. Sie sind so unschuldig und intuitiv, daher auch ehrlich und mit sich selbst im Einklang.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, den Kindern so früh wie möglich beizubringen, was es bedeutet, in einer friedlichen Welt zu leben. Denn die Kinder sind die Zukunft unserer Erde. Deshalb ist es meine höchste Priorität, diese Botschaft zu übermitteln.

1. Legen Sie Ihre rechte Hand auf das Herz und sagen Sie in Ruhe zu sich selbst: "Ich bin die Liebe, und ich möchte diese Liebe mit der Welt teilen".

2. Leben Sie anschließend Ihre rechte Hand auf die Stirn und stagen Sie zu sich selbst: "Ich vergebe allen und ich vergebe mir selbst."

3. Legen Sie Ihre rechte Handfläche auf den Kopf und üben sie etwas Druck aus. Sagen Sie ohne zu denken: "Ich möchte mit mir selbst im Einklang sein."

4. Heben Sie nun Ihre Hand über Ihren Kopf und spüren Sie die Verbingung zwischen den beiden. Sie spüren eine warme oder kalte Brise.

5. Leben Sie zum Abschluss beide Hände auf Ihren Schoß und genießen Sie diesen Moment der inneren Stille.

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