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Am 8. Dezember klingeln alle Handys in Frankfurt gleichzeitig: Das sind die Hintergründe

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Von: Nail Akkoyun

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Am 8. Dezember klingeln zum Warntag alle Handys gleichzeitig – natürlich auch in Frankfurt. Für den großen Test soll eine neue Technik verwendet werden.

Frankfurt – Am 8. Dezember ist es so weit: In ganz Deutschland sollen registrierte Handys auf einmal eine Benachrichtigung erhalten. Dahinter steckt ein Test, mit dessen Hilfe man feststellen will, wie gut die deutsche Bevölkerung im Notfall erreichbar ist. Damit das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Menschen bestmöglich erreicht, werden dafür dieses Jahr gleich mehrere Wege der Kommunikation ausprobiert. Dabei soll in Frankfurt auch eine neue Technik zum Einsatz kommen, die eine SMS mit Warnton an alle Handy versendet.

Das Ganze nennt sich Warntag und fand in einer ähnlichen Form schon einmal statt – und ist gar nicht so lange her: Erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung wurde am 10. September 2020 versucht, möglichst die ganze Bevölkerung mithilfe von Sirenen zu erreichen – wenn auch mit mäßigem Erfolg. Vielerorts war nur ein leises Surren oder gar keine Sirenen zu hören. Für die Zukunft müsse man sich daher besser für „Krisenlagen wie Wetterextreme, Waldbrände oder Hochwasser wappnen“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).

Am 8. Dezember 2022 ist Warntag: Test-Warnungen sollen dann nicht nur mittels Handys, sondern auch mithilfe von Sirenen verbreitet werden.
Am 8. Dezember 2022 ist Warntag: Test-Warnungen sollen dann nicht nur mittels Handys, sondern auch mithilfe von Sirenen verbreitet werden. © Fabian Sommer/dpa

Warntag 2022: In Frankfurt könnten auch Sirenen aufheulen

Künftig will das BBK ganz auf „Cell-Broadcast-Technik“ setzen. Damit können Nachrichten an alle Nutzerinnen und Nutzer einer Funkzelle gesendet werden. Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie NINA oder Katwarn muss man keine App haben, um alarmiert zu werden. Darüber hinaus sollen ab 11 Uhr auch Medien wie Fernsehen und Radio genutzt werden. Zudem können Landkreise und Kommunen entscheiden, ob sie zusätzlich noch Sirenen oder andere Lautsprecherdurchsagen als Warnmittel anwenden.

Anlass für die Einführung von Cell Broadcast in Deutschland waren die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es Dutzende Tote und Verletzte gab. Die Flutkatastrophe zeigte, dass die Warn-Apps und klassischen Sirenen nicht ausreichten, um die Bevölkerung flächendeckend vor Gefahren zu warnen. In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast daher schon länger im Einsatz.

Die Feuerwehr Frankfurt empfiehlt, den Warntag so zu sehen wie den Anschnallgurt im Auto: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls gering sei, lege man diesen dennoch an, heißt es in einer Pressemitteilung. Um gut vorbereitet zu sein, sollen Frankfurterinnen und Frankfurter sicherstellen, dass die Warnungen sie auch erreichen können. (nak)

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