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Iris Bernhardt stellt seit 15 Jahren in Weilrod-Oberlauken Briefe und Pakete zu. Hier bringt sie Karl-Heinz Mankel die Post.

Zustellung auf dem Land

Die Post ist immer da

Jeder kennt sie, die Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post in ihrer schwarz-gelben Dienstkleidung. Sie werfen die Geburtstagsgrüße ebenso in den Briefkasten ein, wie Rechnungen oder Werbebriefe.

Von HANNAH SINGER

Wenn der Arbeitstag von Iris Bernhardt um 7.30 Uhr beginnt, sind bereits mehrere Lastwagen mit Postsendungen auf den Hof des Verteilzentrums der Deutschen Post in Neu-Anspach gerollt. Briefe kommen aus Frankfurt, Päckchen und Pakete aus dem Paketzentrum in Saulheim.

Über 80 Prozent der Briefe sind bereits von Maschinen vorsortiert. Bernhardt muss die Sendungen in die richtige Gangfolge sortieren. Täglich muss sie rund zwei Kisten mit je 360 Briefen, zusätzlichen 100 Lang-Briefen sowie Pakete und Päckchen sortieren und zustellen.

Bernhardt ist für den ländlichen Zustellbezirk in Gemünden und Oberlauken zuständig. Seit 15 Jahren macht sie ihren Job. Da baut sich natürlich ein Vertrauen zu ihren Kunden, den Menschen in den beiden Dörfern, auf. Bernhardt ist fast allen Bürgern bestens bekannt. „Bei uns im Ort ist sie für viele nicht die Frau Bernhardt, sondern die Iris“, sagt Karl-Heinz Mankel, Ortsvorsteher von Oberlauken.

Da werden immer auch ein paar persönliche Worte gewechselt oder es wird auch schon einmal ein Käffchen angeboten. Die Kundenbindung ist auf dem Land stärker als in der Stadt. Das liegt zum einen an den gleichen Zustellbezirken und gleichen Routen. Aber auch daran, dass die Menschen in den Orten nicht so häufig umziehen, wie in der Stadt. In den beiden Weilroder Ortsteilen bietet Iris Bernhardt auch den mobilen Postservice an: Sie verkauft Briefmarken an der Tür oder nimmt Paket-Retouren wieder mit zurück zum Verteilzentrum. „Dieses Angebot kennen nur wenige Menschen, da es bundesweit nur in 20 000 Bezirken angeboten wird“, sagt Post-Pressesprecher Stefan Heß. In Weilrod mit seinen insgesamt 13 Ortsteilen machen jedoch viele Bürger vom Ablagevertrag Gebrauch. Die Kunden haben mit der Deutschen Post vertraglich vereinbart, wo die Post bei Abwesenheit abgelegt werden soll – in der Garage, im Schuppen hinter dem Haus, bei Nachbarn. Das ist nicht nur praktisch für die Kunden, weil sie Pakete nicht abholen müssen. „Auch für unser Unternehmen sind die Ablageverträge sehr gut, weil alle Sendungen garantiert beim ersten Zustellversuch abgegeben werden können und nicht mit zurückgenommen werden müssen. Das spart Zeit und Geld“, sagt Heß, der einst selber als Zusteller bei der Deutschen Post eingestiegen ist.

Die Deutsche Post muss im Vergleich zu anderen Zustelldiensten die Sendungen überallhin ausliefern, selbst zu Forsthäusern am Waldrand. „Wir können uns nicht die Rosinen herauspicken. Die Post ist immer da“, erläutert Heß.

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