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Bengalos im Fußballstadion

Debatte um Bengalos

Auch die skandinavische Pyrotechnik lässt Hessens Sportminister kalt

Pyrotechnik in Stadien sorgt seit langem für hitzige Diskussionen. Das Thema wird heiß diskutiert.  Hessens Sportminister fordert jetzt wiederholt drastische Strafen. Die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt reagieren lässig.

Der hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU) fordert die Einführung von Haftstrafen von mindestens einem Jahr für das Abfackeln von Pyrotechnik im Stadion. Dies betonte er am Mittwoch bei der Bundesinnenministerkonferenz in Magdeburg. Dabei macht der Minister keinen Unterschied, ob es um Bengalos, Rauchtöpfe, Böller oder Feuerwerksraketen geht. „Rücksichtlose Chaoten“, die „das Abfackeln von Pyros zu einem Kulturgut erklären“, hält Beuth für nicht tragbar.

Alternative ist für Beuth keine Alternative

Auch die neue Pyrotechnik aus Dänemark, die wesentlich kühler abbrennt, lässt Beuth bei der Diskussion scheinbar kalt. „Es gibt keine ‚kalte‘ Pyrotechnik. Aus Sicht der Sicherheitsbehörden sind auch 200 oder 300 Grad heiße Fackeln brandgefährlich für jeden Stadionbesucher.“ Auch diese könne zu schweren Verletzungen führen. Fans und Vereine halten die skandinavische Variante indes für eine echte Alternative. Denn diese brennt bei 200 bis 300 Grad Celsius ab. Im Vergleich dazu entwickeln herkömmliche Bengalos eine Hitze von bis zu 2500 Grad Celsius. Doch auch diese Alternative ist für Beuth keine.

Ein im Internet kursierendes Video der „kalten Pyrotechnik“ zeigt einen jungen Mann, der mehrere Male mit ruhiger Hand durch die vergleichsweise kalte Flamme fährt. „Endlich wird versucht, das Problem mit den Bengalos und Pyros konstruktiv und sogar für alle Seiten hinnehmbar zu lösen, statt ewig Konfrontation zu produzieren“, schreibt ein Fan in einem Kommentar.

Fans sind optimistisch

Auch ein Vertreter der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie Fanbeauftragte mehrerer Bundesligisten haben sich die Entwicklung in Stockholm vorführen lassen. Die vom Dänen Tommy Cordsen entwickelte Pyrotechnik ist mit dem CE Prüfzeichen europaweit zugelassen. Somit darf sie theoretisch in jedem Supermarkt verkauft werden – aber in den deutschen Stadien hat sie Hausverbot.

Jan Strassheim, Pressesprecher von Eintracht Frankfurt, reagiert lässig auf die Äußerungen des Sportministers. Er habe keine Informationen darüber, dass es jemals zu Verletzungen durch Pyrotechnik in der Frankfurter Commerzbank-Arena gekommen ist.

Von Moritz Distelkamp

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