Mit mehr Befugnissen und mehr Personal für den Zoll will die Bundesregierung illegale Beschäftigung vermehrt bekämpfen. Foto: Arne Dedert
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Bei einem Großeinsatz gingen Zoll und Steuerfahndung gegen organisierte Schwarzarbeit im Rhein-Main-Gebiet vor. (Archivbild)

Großeinsatz

Razzia im Rhein-Main-Gebiet: Zoll geht mit Großaktion gegen Schwarzarbeit am Bau vor

  • Daniel Seeger
    vonDaniel Seeger
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Mit einem Großeinsatz im Rhein-Main-Gebiet gehen Zoll und Steuerfahndung gegen Schwarzarbeit vor. Ein Netzwerk soll im großen Stil am Finanzamt vorbeigewirtschaftet haben – es geht um hohe Summen.

  • Am Mittwoch (20.01.2021) gab es einen Großeinsatz mehrerer Behörden gegen Schwarzarbeit. Schwerpunkt der Razzia war das Rhein-Main-Gebiet.
  • Rund 600 Beamte von Zoll und Steuerfahndung waren im Einsatz.
  • Bei der Razzia wurden Vermögenswerte und Beweismittel sichergestellt. Drei Männer wurden festgenommen.

Frankfurt – Mit über 600 Einsatzkräften sind Zoll und Steuerfahndung gegen die organisierte Schwarzarbeit am Bau vorgegangen. Schwerpunkt der Großrazzia am Mittwoch (20.01.2021) war das gesamte Rhein-Main-Gebiet. Im Fokus der Behörden stand ein illegales Netzwerk von Bau und Scheinfirmen, das zerschlagen wurde. Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt wurden drei Hauptverdächtige festgenommen.

Die Einsatzkräfte durchsuchten Wohnungen, Geschäftsräume und Unterkünfte von Bauarbeitern. Neben dem Rhein-Main-Gebiet waren die Fahnder auch in Hamburg, anderen Teilen Hessens und in Berlin im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt im Einsatz.

Razzia des Zolls gegen Schwarzarbeit im Rhein-Main-Gebiet: Arbeiter in Bar bezahlt

Den insgesamt 48 beschuldigten Personen wird das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen, Betrug und Steuerhinterziehung oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand eine Baufirma aus dem Kreis Groß-Gerau. Über viele Jahre soll sie den zuständigen Behörden Arbeitsstunden von Bauarbeitern nur anteilig mitgeteilt haben.

Die schwarz geleisteten Arbeitsstunden sollen die Arbeiter in Bar ausgezahlt bekommen haben. Das Bargeld wurde laut Justiz durch Scheinrechnungen für nie erbrachte Leistungen durch Servicefirmen generiert. So hätten die mutmaßlichen Täter und ihre Helfer versucht, die geleistete Schwarzarbeit vor dem Finanzamt zu verschleiern.

Razzia im Rhein-Main-Gebiet: Unterlagen und Bargeld beschlagnahmt

Neben dem 48-jährigen Chef der Baufirma seien bei der Razzia gegen Schwarzarbeit zwei weitere Männer im Alter von 28 und 38 Jahren festgenommen worden. Der Leiter der Firma gelte aus mutmaßlicher Haupttäter und Drahtzieher. Die Ermittler stellten umfangreiches Beweismaterial und Vermögenswerte sicher. Unter anderem kamen dabei Datenträger- und Bargeldspürhunde zum Einsatz. Konten und offenen Forderungen für erbrachte Leistungen wurden vom Zoll gepfändet. Außerdem seien durch das Amtsgericht Frankfurt Vermögensarreste von fast 30 Millionen Euro erlassen worden.

Im vergangenen starteten einige große Verfahren gegen Schwarzarbeit am Bau in Limburg. Die Angeklagten sollen Millionen veruntreut haben.

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