Lebkuchenhaus mit bunter Dekoration Schokoladenschneemann
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Dieses Lebkuchenhaus wird nicht von einer bösen Hexe bewohnt, sondern von einem freundlichen Schneemann. Knuspern erlaubt!

Besondere Weihnachtsrezepte

Die Rezepte des Adventskalenders dieser Zeitung - und Lieblingsgerichte unserer Leser

  • vonAstrid Kopp
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Das ganz große Festessen im Kreise aller Liebsten wird es in diesem Jahr an Heilig Abend und den Feiertagen kaum geben. Hervorragend aber soll es auch in kleiner Runde schmecken: Wir haben deshalb Kollegen und Leser um ihre Lieblingsrezepte für die Adventszeit gebeten, mit denen ein schwieriges Jahr hoffentlich versöhnlich ausklingen kann.

Leserrezept: Glühwein-Gugelhupf von Kerstin Bremm

Glühwein-Gugelhupf

Glühwein-Gugelhupf von Kerstin Bremm

Zutaten: 250 ml Rotwein 2 Beutel Glühwein-Fix (à 1,5 g; Gewürzmischung) 250 g Sauerkirschen (abgetropft) 100 g Marzipanrohmasse 250 g Butter (zimmerwarm) 200 g Zucker 1 Pk. Vanillezucker Salz 4 Eier 250 g Mehl 50 g Speisestärke 2 EL Kakao 1 TL Zimt (gemahlen) 2 TL Backpulver 100 g Schokoladenraspeln

Zubereitung: Rotwein mit Glühwein-Fix aufkochen und auf 150 ml einkochen. Kirschen zugeben, 20 Minuten ziehen lassen. Gewürzbeutel entfernen, Kirschen abtropfen lassen, Wein dabei auffangen. Marzipan grob reiben. Gugelhupfform mit etwas Butter einfetten und mit wenig Mehl ausstäuben. Butter mit Zucker, Vanillezucker, Marzipan und 1 Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers in 10 Minuten schaumig-weiß aufschlagen. Eier einzeln je 30 Sekunden unterrühren. 1 EL Mehl abnehmen und beiseitestellen. Restliches Mehl mit Stärke, Kakao, Zimt und Backpulver mischen, sieben und nach und nach abwechselnd mit dem Glühwein und den Schokoraspeln zur Buttermasse geben. Nur kurz untermengen. Die Kirschen mit dem restlichen Mehl mischen, so sinken sie beim Backen nicht zu tief in den Teig ein. Teig in die vorbereitete Form füllen und glattstreichen. Kirschen auf der Oberfläche verteilen. Kuchen im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 180 Grad (Gas 2-3, Umluft 160 Grad) 1 Stunde backen. Kuchen ggf. mit Backpapier abdecken, damit er nicht zu dunkel wird. 10 Minuten in der Form auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Dann aus der Form stürzen und auskühlen lassen. Dazu passt Schlagsahne.

Leserrezept: Walnuss-Schokoladen-Schnitten von Anton Winter

Walnuss-Schokoladen-Schnitten

Zutaten:
100 g Zartbitterschokolade
75 g Butter
125 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
2 Eier
100 g grobgewiegte Walnusskerne
1 Tl Backpulver
100 - 150 g Kuvertüre
50 g Walnusskerne

Zubereitung: Die Schokolade und die Butter im Wasserbad erweichen. Die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen, Zucker, Vanillezucker, Salz und die Eier hinzufügen und schaumig rühren. Die grobgewiegten Walnusskerne, das gesiebte Mehl und Backpulver unter die Masse heben. Die Hälfte eines Backbleches fetten. Den geschmeidigen Teig etwa 1 1/2 cm dick aufstreichen. In der Mitte des Backofens bei 160° etwa 25 Minuten backen. Sofort nach dem Backen die Teigplatte in 3x3 cm große Quadrate schneiden. Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Mit Kuvertüre überziehen und mit Walnusskernstückchen belegen.

Leserrezept: Mandelsplitter von Daniel Stöhr

Mandelsplitter

Zutaten:
250 g Mandelstifte
125 g Zartbitterkuvertüre
125 g Vollmichkuvertüre

Zubereitung: Die Mandelstifte in einer beschichteten Pfanne anrösten. Die Kuvertüren hintereinander im Wasserbad schmelzen und die vorbereiteten Mandeln hinzugeben. Mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf Pergamentpapier setzen und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen.

14. Dezember: Das Tut-nur-so-Schnitzel (Sellerieschnitzel)

Ich liebe Schnitzel! Heute kann ich das sagen. Denn die paar Male im Jahr, die ein Schnitzel auf meinem Teller dampft, ist es auch wirklich eins. Das Fleisch habe ich beim Metzger um die Ecke geholt, der seine Kälber am Ortsrand grasen lässt; ich habe die Filets mit dem Messer noch dünner gestrichen (klopfen war gestern!), durch Mehl, Ei und Semmelbrösel gezogen und in Butter goldbraun-fluffig gebacken. Die Beilage ist Nebensache. Das Schnitzel ist der Star – und ich bin der Fan, der ein Abendessen mit ihm gewonnen hat. So wie damals, im gutbürgerlichen Restaurant, als die Erwachsenen Forelle „Müllerin Art“ bestellten und mir anerkennende Blicke zuwarfen, nachdem ich mein erstes Schnitzel Wiener Art bis auf das letzte goldbraune Krüstchen verputzt hatte. Dazu gab’s Malzbier. Ich war ein Bub auf Wolke sieben, die ganz leicht nach Zitronensaft duftete. Aber zum In-die-Welt-Hineinwachsen gehört eben auch die bittersaure Erkenntnis, dass nicht alles Schnitzel ist, was goldgelb glänzt. Und so folgten auf die panierte Erweckung im Forellenhof einige Jahre, in denen ich dem Schnitzel mit Argwohn zu begegnen lernte. Denn eines unschönen Tages, zu Hause in Omas Küche, lag etwas auf meinem Teller, das mir seltsam vorkam. Sahen Schnitzel nicht aus wie Inseln? Warum war dieser panierte Halbkreis hier so hart, das Fleisch so weiß und faserig? Und dann dieser Geschmack!? Das konnte kein Schnitzel sein! War es auch nicht. Und obwohl mir Oma erzählte, dass sie dieses Essen immer mit dem Ende des Krieges, also etwas Gutem verbinde, wurde ich mit den panierten Knollenscheiben alias Sellerieschnitzel nicht wirklich warm. Immer wieder fiel ich auf diese Tut-nur-so-Schnitzel rein, freute mich auf das Forellenhof-Gefühl – und dann … Ich muss wohl jedes Mal so enttäuscht ausgesehen haben, dass Oma irgendwann wieder aufhörte, Selleriefilets zu panieren. Jahre später, ich war Mitte, Ende zwanzig, dachte ich eines Tages wie aus dem Nichts (naja, es war wohl Sentimentalität…) an Sellerieschnitzel. Und dann zog ich los und kaufte eine Knolle, die ich in Scheiben schnitt, dünstete, panierte und in der Pfanne durchbriet. Ich stellte mich der zähen Faserwelt meiner Kindheit. Und es schmeckte. Es war zwar nicht der Beginn einer wöchentlichen Leidenschaft, aber das Sellerieschnitzel hatte seinen Schrecken verloren – und ist über die Jahre durch einiges Ausprobieren zu einem Gericht geworden, vor dem meine Kinder keine Angst mehr haben mussten. Im Gegenteil.              Boris Halva

Sellerieschnitzel „Zweite Chance“ für vier Personen

Zutaten: 1 mittelgroße Sellerieknolle 2 Eier Mehl Paniermehl Salz 1 Schuss Essig 1/2 Zitrone Butter zum Ausbacken

Zubereitung: Ein wenig von der Zitronenschale abreiben, ein Teil davon kommt ins Paniermehl, der Rest wird über die gebratenen Schnitzelchen gestreut. Hälfte der Zitrone auspressen. Für die Panade einen Teller mit Mehl, einen Teller mit zwei verquirlten Eiern (schön Pfeffer und Salz dazu) und einen mit Paniermehl vorbereiten (die Zitronenschale!). Die Sellerieknolle schälen, in Scheiben schneiden und dünsten; oder die ganze Knolle im Wasser kochen und dann in Scheiben schneiden. Ich arbeite lieber mit der rohen Knolle, schäle und halbiere sie und schneide die Hälften jeweils in etwa einen halben Zentimeter dicke Scheiben. Die Scheiben in kochendes Wasser mit einem Pfötchen Salz, einem Schuss Essig und dem Saft der halben Zitrone geben und etwa zehn Minuten dünsten. Das geht so ein bisschen in die Richtung des Surschnitzels, einer österreichischen Spezialität, für die das Fleisch in einer salzigen Lake zieht, bevor es paniert und gebraten wird. Die Selleriescheiben trocken tupfen und in der Reihenfolge Mehl, Ei, Paniermehl panieren. In Butter in der Pfanne bei mittlerer Hitze ausbacken. Dazu gibt es entweder klassisch Bratkartoffeln und Gurkensalat oder – im Moment mein Favorit – schön scharfe Spaghetti Aglio-Olio. Das ist zwar eher sommer- als weihnachtlich. Aber vielleicht verbinden wir das Sellerieschnitzel irgendwann ja auch mit dem Gefühl, dass das Schlimmste schon fast hinter uns lag?

Leserrezept: Lebkuchenschnitte von Edeltraud Mariani

Vor vielen Jahren, als ich noch berufstätig war, war es üblich, dass wir in der Adventszeit abwechselnd unter uns Kolleginnen etwas zum Kaffee mitbringen sollten. Eine der Kolleginnen brachte diese Lebkuchenschnitte mit. Seit dieser Zeit gehört dieses Rezept zum Advent. Viele liebe Grüsse und noch eine schöne Adventszeit, Edeltraud Mariani.

Lebkuchenschnitte

1 Früchtekuchen, evtl. mit Kandiszucker
1 Tafel Vollmilchschokolade
1 Tafel Bitterschokolade
2 Beutel Kokosflocken

Den Früchtekuchen in gleich große Scheiben schneiden,
Die 2 Tafeln Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen.
Die geschnittenen Lebkuchenscheiben erst in der Schokolade und dann in den Kokosflocken wenden und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

14. Dezember: Weihnachtssalat

Dieses sehr alte Gericht bezeichnet sich zwar als Salat, es kann aber als Hauptmahlzeit genauso wie als Beilage genossen werden. Fleisch, Wurst, Fisch, Kartoffeln, Äpfel und Gurken geben sich ein Stelldichein. Das Geheimnis ist das superfeine Zerteilen der Zutaten und deren Vermischen .In früheren Zeiten mag dieser Weihnachtssalat die einzige Hauptmahlzeit zu den Festtagen, später dann eher eine Bereicherung für die weihnachtliche Tafel gewesen sein. Die Zutaten kommen allesamt aus heimischen Landen – nur die grünen Heringe dürften früher etwas schwerer zu beschaffen gewesen sein, wenn man nicht gerade an der Küste wohnte. Warum heißt dieses Gericht Weihnachtssalat, mögen sich einige fragen? Einfache Antwort: Weil es ihn immer nur an Weihnachten gibt, zumindest in der Tradition meiner Familie. Da wird das Gericht in der Einstimmung auf Weihnachten am Abend vor dem 24. 12. zubereitet. Und während der Feiertage gegessen. Wo dieses Rezept entstanden ist, lässt sich heute kaum mehr herausfinden. Vermutlich stammt es aus dem nördlicheren Deutschland – vermuten wir wegen der Heringe, die dazugehören. Wir haben Rezepte in ähnlicher oder abgewandelter Form gefunden, nie jedoch identisch. Und vor allem nicht mit derart viel Schnippelarbeit. Entdeckt hatte das Rezept einst die Mutter meines Schwiegervaters, als sie in jungen Jahren für eine Adelsfamilie im thüringischen Reudnitz kochte. Später, als sie sich mit ihrer Familie selbstständig machte, nahm sie es mit – um das Gericht künftig Weihnachten für Weihnachten selbst zuzubereiten. Das Rezept ging zweimal weiter an die nächste Generation. Meine Schwiegermutter hatte es von ihrer Schwiegermutter übernommen, um ihren Mann und die beiden Kinder an den Festtagen weiterhin mit dem gewohnten Gericht zu verwöhnen. Ja – nie hat sich die ganze Familie etwas anderes zu den Festtagen gewünscht. Nur ich selbst hatte Bedenken, als ich es das erste Mal kostete. Was ist das? Fisch, Äpfel und Gurken zusammen? Es ist tatsächlich sehr lecker, zwischen süß und sauer, mild und streng. Heute machen wir uns gerne selbst die Arbeit, irgendwann übernommen, als meine Schwiegermutter die ganze Schnippelei nicht mehr alleine schaffte.          Peter Schmitt

Weihnachtssalat

Zutaten: 500 g Äpfel (süß-sauer) 500 g Gewürzgurken geschält 500 g Lyoner (Wurst) 1 kg Kartoffeln (unbedingt festkochend) 500 g grüne Heringe 500 g Rindfleisch gekocht knapp 500 ml süße Sahne Salz Pfeffer Saft einer Zitrone oder Limette

Zubereitung: Die Zubereitung erfordert viel Zeit, weil jede Zutat in sehr kleine Würfel geschnitten werden muss, nur etwa zwischen 5 und 7 Millimeter groß. Gerne noch kleiner. Je feiner, desto besser. Die Kartoffeln kochen, abkühlen lassen. Das Rindfleisch kochen, abkühlen lassen (die dabei entstehende Brühe kann gut für andere Gerichte genutzt werden). Die Äpfel schälen und zunächst in wenige, grobe Stücke schneiden. Die Gurken abtropfen lassen. Die Heringe mit Haushaltspapier abtupfen. Dann werden alle Zutaten nacheinander in die sehr kleinen Würfel geschnitten. Noch nicht miteinander vermischen! Erst einen Tag später alle geschnittenen Zutaten in eine große Schüssel füllen. Dann die Sahne darüber gießen, mit Zitronensaft abschmecken und alles sehr vorsichtig, aber gründlich mischen. Schüssel nochmals drei bis vier Stunden in den Kühlschrank stellen und etwa 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Der Weihnachtssalat schmeckt einen Tag später noch intensiver. Nicht länger als drei Tage lagern.

Leserrezept: Stielgemüse von Gisela Wollmann

Als junges Mädchen verbrachte ich öfters in Darmstadt bei meiner Tante die Ferien. Da lernte ich Spargel kennen. Bei uns in Nauheim auf unserem Bauernhof kochte die meiste Zeit meine Großmutter. Ich stelle meiner Großmutter die Frage warum sie keinen Spargel kocht. Die Antwort war, „das ist etwas für feine Leute, wir essen was in unserem Garten wächst“. Ich koche statt Spargel Stielgemüs. Das Stielgemüse meiner Großmutter war etwas Besonderes. Ich habe nie mehr so ein gutes Gemüse gegessen, auch wenn ich es nach ihrem Rezept zubereitet habe.

Stielgemüse für 4 Personen

Zutaten: 500g Mangold 20 g Butter ( 1 El gehäuft) 2 Zwiebeln 20 g Mehl (1 El gehäuft) ¼ l kalte Milch ½ l kalte Sahne Salz, Pfeffer, Muskat Zubereitung: Vom Mangold werden die Blätter abgezupft und zubereitet wie Spinat. Von den Stilen werden die Fäden abgezogen, in kleine Scheibchen geschnitten und in kochendem Salzwasser blanchiert. Danach wurde eine Milch-Sahne-Sauce gemacht. Zwiebel in Butter andünsten, Mehl dazu, mit Milch und Sahne nach und nach ablöschen, würzen. Die blanchierten Mangoldscheiben in die Sahnesauce geben, abschmecken und nochmals erwärmen. Das Gemüse auf eine Platte geben und mit kleinst geschnitten Mangoldblättern servieren. Dazu haben wir gebratene Dauerwurst (Bratwurst) aus der Dose (von der Hausschlachtung) und Pellkartoffeln vom eigenen Feld gegessen. Mangoldgemüse kann man fast das ganze Jahr im Garten ernten, Im Frühjahr ausgesät, hat man den ganzen Sommer Gemüse und der Mangold überwintert ohne Problem, so dass man im Frühjahr wieder ernten kann. Im März/April wieder neu säen.

Leserrezept: Schweinebraten in Biersauce von Alexander Kilb

Schweinbraten in Biersauce (Rezept für 4 Personen)

Zutaten:
1200 g Schweinerückenbraten
1 Suppengrün
1 Flasche Carolus - dunkler Doppelbock
(Wer will kann den Braten auch noch mit Schinkenspeck belegen)

Zubereitung:
Das Fleisch mit dem Suppengrün scharf andünsten und danach im Bratschlauch mit einer Flasche Bockbier übergießen und für ca. 90 Minuten bei 180 Grad in den Ofen. Die Soße aus dem Bratschlauch noch etwas abbinden.
Als Beilage Klöße (am besten fränkisch halb und halb)

12. Dezember: Spinatpudding

Der Geschmack der Kindheit verbindet sich bei mir mit einem Rezept, das meine schon vor Jahrzehnten verstorbene Großtante Maria uns stets vorsetzte, wenn wir sie im hübschen, alten, schwäbischen Städtchen Ravensburg besuchten – dann gab es stets Spinatpudding, übrigens immer auf besonderen Wunsch des Kindes. Dabei gilt die Hauptzutat ja allgemein nicht gerade als juvenile Lieblingsspeise. Der salzige Pudding, den man am besten mit einer Käsesauce isst, sieht aus wie ein Gugelhupf .Nun war die Tante glücklicherweise eine fromme Frau, und die Seniorinnen ihrer Kirchengemeinde hatten Mitte der 1980er Jahre die schöne Idee, Geld für einen guten Zweck zu sammeln. So entstand das „Ravensburger Kochbuch“, eine Sammlung selbst gehefteter hektografierter handschriftlicher Zettel mit Rezepten – ein wahrer Schatz! Denn es enthält auch Tante Marias Spinatpudding-Rezept, das viel einfacher ist als befürchtet und auf diese Weise erhalten blieb. Für das Büchlein musste sie Mengenangaben und Zubereitung aufschreiben. Die routinierte Köchin machte das sonst natürlich aus dem Handgelenk. Über einige Umwege landete das Kochbuch in Frankfurt, und vor einigen Wochen wurde auch das Spinatpudding-Rezept entziffert. Ist es ein typisch schwäbisches Rezept? Die Tante hat das jedenfalls stets behauptet. Eine nicht repräsentative Umfrage unter Schwäbinnen und Schwaben ergab allerdings: Es ist auch dort (inzwischen?) weitgehend unbekannt. Vielleicht liegt das am heutzutage exotischen Küchengerät, das nötig ist: Eine Puddingform. Nein, nicht für Dr.-Oetker-Süßspeisen, sondern fest verschließbar fürs Wasserbad. Zwar hatte ich zum Rezeptbuch auch eine alte Form geerbt, sie war aber schon ziemlich lädiert. Eine neue zu bekommen, war gar nicht so einfach. Mehrere Frankfurter Fachgeschäfte mussten kapitulieren. Sehr ungern habe ich dann eine Form online bestellt. Seither gibt’s wieder regelmäßig Spinatpudding, und ich denke beim Essen stets an die Tante und ihre Wohnung, jeder Bissen ein Puzzleteil Vergangenheit.    Andreas Hartmann

Spinatpudding

Zutaten: 4 altbackene Brötchen etwas Milch 1 Zwiebel etwas Butter 1 Bund Petersilie 500 g Tiefkühlspinat, gehackt 4 Eier Salz Muskat Pfeffer Semmelbrösel

Zubereitung: Man nehme vier altbackene Brötchen, schneide sie in ganz dünne Scheiben und übergieße sie mit etwas Milch. Eine gehackte Zwiebel wird mit Butter angebraten, dazu kommt ein Bund fein geschnittene Petersilie. Ich mache es mir leicht und nehme 500 Gramm Tiefkühlspinat (Oje, das hätte die Tante niemals gemacht, sie nahm natürlich frischen, fein gewiegten). Der Spinat wird mit Salz, Muskatnuss, Pfeffer, den Brötchen, vier Eigelb, Zwiebel und Petersilie vermengt, dann hebt man vier sehr steif geschlagene Eiweiß vorsichtig unter und füllt die Masse in die sehr gut gefettete, mit Semmelbröseln ausgelegte Puddingform (Achtung, auch den Deckel fetten und bebröseln). Dann verschließen und 75 Minuten im Wasserbad leicht sieden lassen. Danach wird der Pudding gestürzt und kann geschnitten werden wie ein Kuchen. Für die dazu passende Käsesauce (Tante Maria machte immer eine Bechamel-Sauce) lasse ich Milch aufkochen, rühre Schmelzkäse, ein bisschen Gorgonzola und geriebenen Peccorino zusammen und würze das mit Pfeffer.

Leserrezept: Schokoschnitten von Roswitha Landvogt

Die Schokoschnitten von Roswitha Landvogt sind mit Kokosflocken dekoriert.

Diese köstlichen Schokoschnitten, die kinderleicht herzustellen sind und immer gelingen, begleiten unsere Familie seit nahezu dreißig Jahren. Anfang der neunziger Jahre wurden in unserem neuen Pfarrheim St. Nikolaus Haintchen von der Kath. Familienbildungsstätte Backkurse für Kinder angeboten. Die Kursleiterin, Frau Fabis, reiste an mit vielen Zutaten und handgeschriebenen Rezepten. Mit Begeisterung waren die Kinder beim Rühren, Kneten, Ausstechen und Backen dabei und dann endlich kam das Beste, das Probieren. Ich war damals als Betreuerin anwesend, meine Kinder waren bei den fleißigen Bäckern, und ich erinnere mich gerne an diese Nachmittage und den Plätzchenduft im ganzen Haus .Seitdem gibt es die Schokoschnitten bei vielen Gelegenheiten, die erwachsenen Kinder mögen sie noch immer und das jüngste Enkelkind sagte heute: Ich liebe den schwarzen Schokokuchen mit den weißen Streuseln. Besser kann man es nicht ausdrücken!

Schokoschnitten

Zutaten für den Teig: 2 Eier 300 g Zucker 1 Päckchen Vanillinzucker 200 ml Milch 2 Teelöffel Backpulver 2-3 Esslöffel Kakao 1 Esslöffel. Zimt 1-2 Esslöffel. Rum oder etwas Rumaroma 150 g zerlassene Margarine

Zutaten für den Guss: 200 g Puderzucker 1 Päckchen Vanillinzucker 50 g zerlassene Margarine 3 Esslöffel heißes Wasser 2 Teelöffel Instant Kaffee 3 Esslöffel Kakao 1 Esslöffel Rum (für Kinder weglassen) Kokosflocken

Zubereitung: Für den Teig Eier, Zucker und Vanillinzucker schaumig schlagen. Milch hinein rühren. Mehl, Backpulver, Kakao, Zimt mischen und unterrühren. Zum Schluss Rum und zerlassene Margarine zufügen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) 15-20 Minuten backen. Für den Guss: Puderzucker, Vanillinzucker, zerlassene Margarine, in Wasser aufgelöstes Kaffeepulver, Kakao und Rum verrühren. Auf dem heißen Kuchen verteilen. Kokosflocken diagonal darüber streuen.

Leserrezept: Geräucherte Forelle oder Lachsforelle von J. Blumenstein

Geräucherte Forelle oder Lachsforelle
frisch z.B. vom Forellengut Herzberger

Zutaten: 1 geräucherte Forelle (350 – 400g) pro Person 1 Scheibe Bio-Zitrone 1 TL Butter 1 Blatt Salbei 1 Stängel Petersilie 1 EL Sahnemeerrettich

oder

1 Lachsforelle (ca. 800g) pro 2 Personen 2 Scheiben Bio-Zitrone 2 TL Butter 2 Blätter Salbei 2 Stängel Petersilie 2 EL Sahnemeerrettich

Zubereitung: Zitrone, Butter, Salbei in die Bauchöffnung der Forelle geben. Forelle in Alufolie einwickeln. Im Herd bei 150°C 8-10 Minuten (Lachsforellen 10-15 Minuten) erhitzen. Forellen filetieren und mit dem Sahnemeerrettich servieren. Als Beilage empfehle ich frisches Baguette oder Salzkartoffeln und einen knackigen Kopf-, Feld- oder Endiviensalat. Als Getränke passen am besten kräftige Weine wie z.B. Chardonnay, Grauburgunder aber auch ein Rotwein wie z.B. Spätburgunder oder natürlich ein helles Bier. 

Leserrezept: Zimtsterne von Claudia Trinter

Zimtsterne (40 Stück)

Zutaten für den Teig:
2 mittelgroße Eiweiß
100 Gramm Puderzucker gesiebt
350 Gramm Mandeln gemahlen, unblanchiert
1 1/2 Teelöffel Zimt Menge nach Belieben

Zutaten zum Bestreichen:
1 mittelgroßes Eiweiß
100 Gramm Puderzucker gesiebt

Zubereitung:
Für den Teig die Eiweiße halb steif schlagen. Dann langsam den gesiebten Puderzucker darüber sieben und immer weiter schlagen, bis der Eischnee sehr steif ist. Mandeln und Zimt darunter heben, sodass ein homogener Teig entsteht. Teig in Folie oder einem Gefrierbeutel mindestens 2 Stunden kühl stellen, am besten aber über Nacht.
Den Teig auf einer leicht mit Mandeln bestreuten Arbeitsfläche oder Backmatte knapp 1 cm dick ausrollen. Mit Plätzchenausstecher Sterne ausstechen. Die Formen zwischendurch immer wieder in kaltes Wasser oder Puderzucker tauchen, damit der Teig nicht anklebt. Teigreste nochmal zusammenkneten und erneut ausrollen. Sterne auf zwei mit Backpapier belegten Blech verteilen.
Für den Guss das Eiweiß steif schlagen, dabei gegen Ende den gesiebten Puderzucker einrieseln lassen und immer weiter schlagen, bis der Eischnee recht fest ist.
Ofen auf 100 Grad Umluft vorheizen. Die Sterne mithilfe eines Backpinsels vorsichtig mit dem Guss bestreichen – ich mache es meist mit der kurzen Seite des Pinsels, um genauer treffen zu können. Alternativ Zahnstocher oder Finger verwenden.
Zimtsterne ca. 15 Minuten im Ofen backen bzw. eher trocknen lassen. Achtung: Sie sollten schön weiß bleiben und dürfen noch etwas weich sein.

11. Dezember: Baumkuchen

12 Schichten hat der Baumkuchen. Von Omas altem Festgeschirr schmeckt er besonders gut.

Jede Familie hat so ihre Adventstraditionen. Zu unserer gehört Baumkuchen an Nikolaus. Was wir übrigens mal am 5. und mal am 6. feiern, wie es terminlich gerade besser passt. Bei aller Tradition: Ein bisschen Flexibilität hilft manchmal enorm. Die mussten wir in diesem Jahr sowieso zeigen, so konnte der Baumkuchen dank Corona erstmals nicht gemeinsam genossen werden, sondern wurde auf Viertel aufgeteilt und in Alufolie gewickelt der Familie vor die Tür gestellt. Der Baumkuchen eignet sich dafür ideal. Er schmeckt vom Kleinkind bis zum Opa allen, hält sich gut ein paar Tage, ist nicht so schwierig zu transportieren wie eine Sahnetorte und sieht durch die vielen Schichten viel aufwendiger und anspruchsvoller aus, als er ist. Aber verraten Sie das bitte nicht weiter. Einmal habe ich einen Fehler gemacht. Ich habe eine sehr gute Freundin ein Stück Baumkuchen probieren lassen, mit dem Ergebnis, dass sie ihn sich seitdem als Geburtstagskuchen wünscht. Besten Freundinnen kann man natürlich keine Wünsche abschlagen, leider ist ihr Geburtstag aber im Juli. Leider, weil ich ein ganz eigenes Baumkuchen-Ritual habe. Wenn ich ihn vor Nikolaus backe, dann schaue ich dabei nämlich in jedem Jahr eine neue Weihnachtsschnulze auf einer Streamingplattform. Sie wissen schon, verkannter Prinz verliebt sich in verschneitem Dorf in hübsches, unbedeutendes Mädchen, nach diversen Verwirrungen leben sie glücklich, bis sie eben gestorben sind. Diese anspruchslose Geschichte lässt sich gut auf die 3 Minuten-Häppchen aufteilen, die der Kuchen jeweils im Ofen ist. Und falls man mal vergisst, Pause zu drücken, ist das auch egal. Bei 35 Grad im Juli mag ich aber keine Weihnachtsschnulze schauen. Filmtipps gänzlich ohne Anspruch für den Hochsommer sind deshalb gerne gesehen. Astrid Kopp

Baumkuchen

Zutaten: 6 Eier 1 Prise Salz 250 g Zucker 250 g weiche Butter 1 El Vanillezucker 150 g Mehl 100 g Speisestärke 3 Tl Backpulver 150 g Marzipan 3 El Amaretto 200 g gute Zartbitterschokolade (mindestens 70%) 30 g Kokosfett (2 Würfel Palmin)

Zubereitung: Den Ofen auf Grillstufe 1 vorheizen. Den Boden einer Springform mit 24 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen, den Rand der Form mit Butter oder Margarine einreiben. Die Eier trennen, das Eiweiß mit der Prise Salz steif schlagen und im Kühlschrank parken. Die Eigelb zusammen mit dem Zucker, dem Vanillezucker und der Butter sehr schaumig schlagen. Je nach Küchenmaschine oder Rührgerät dauert das schon ein paar Minuten, Geduld ist gefragt. Dafür müssen das Mehl, die Speisestärke und das Backpulver jetzt nur kurz untergerührt werden. Das Marzipan mit dem Amaretto etwas erhitzen (Mikrowelle geht gut) und glatt rühren. Kleinere Klümpchen machen nichts. Unter den Teig mischen. Den Eischnee unter den Teig heben. Drei Esslöffel des Teiges auf dem Boden der Form glatt streichen und den Teig drei bis dreieinhalb Minuten auf der untersten Schiene (!) des Backofens grillen. Herausholen und wieder zwei bis drei Esslöffel Teig auf dem Kuchen dünn verstreichen. Das geht gut mit der Rückseite des Löffels und etwas Gefühl. Wieder ca. drei Minuten backen, nächste Schicht aufbringen und so weiter. Zwölf Schichten ergibt der Teig, jede sollte gleichmäßig hellbraun gebacken werden. Direkt nach dem Backen muss der Kuchen vorsichtig mit einem schmalen Messer vom Rand der Form gelöst werden, damit er beim Abkühlen nicht reißt. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Derweil die Zartbitterschokolade mit den Palmin-Würfeln über dem Wasserbad langsam schmelzen. Den ausgekühlten Kuchen mit der Schokolade überziehen. Wer möchte, gibt jetzt noch etwas Blattgold oder Goldstaub als festliche Dekoration über den Kuchen, für den Geschmack bringt das allerdings zugegeben gar nichts.

Leserrezept: Stollen-Muffins von Heiko Trinter

Stollen-Muffins, Rezept für ca. 9 Muffins
 
Zutaten:
75g getrocknete Datteln (alternativ etwas Orangeat)
75g getrocknete Feigen (alternativ etwas Zitronat)
200g weiche Butter
Salz
100g brauner Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Eier
180 g Mehl
3 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Zimt
1-2 Teelöffel Christstollen-Gewürz
75 ml Milch
75g Rosinen
75g gestiftete Mandeln
75g Puderzucker zum Bestäuben
 
Zubereitung:
Heizen Sie den Backofen auf 155 Grad (Umluft) oder 175 Grad (Ober- und Unterhitze) vor. Putzen Sie die Datteln und Feigen und würfeln Sie sie grob.
Rühren Sie 150g der Butter, 1 Prise Salz, den Zucker und Vanillezucker mit dem Schneebesen cremig. Rühren Sie nach und nach die Eier unter. Mischen Sie Mehl, Backpulver und die Gewürze. Rühren Sie die Mischung im Wechsel mit der Milch unter den Teig.
Heben Sie die Datteln- und Feigenwürfel (bzw. Orangeat/Zitronat), die Rosinen und die Mandeln unter.
Füllen Sie die Backförmchen zu etwa 2/3 mit dem Teig. Stellen Sie die Backförmchen in den vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) und backen Sie die Muffins ungefähr 25-30 Minuten.
Stechen Sie mit einem Holzstäbchen in den Teig. Die Muffins sind fertig, wenn der Teig nicht mehr am Stäbchen hängen bleibt. Nehmen Sie die Backförmchen aus dem Ofen, lassen Sie sie etwas abkühlen und bestäuben die Muffins nach dem Herausholen mit etwas Puderzucker.

10. Dezember: Maqlube

Als ich 2012 mit einer Freundin Israel und Palästina bereiste, hatten wir in Jericho ein besonders schönes und schmackhaftes Erlebnis: Dort angekommen – mit Gepäck, aber ohne Reiseführer – ließen wir uns von einem Taxi zu einem Ort namens „Hisham’s Palace“ fahren. „Hisham’s Palace“ hatten wir auf einer Karte am Busbahnhof gelesen und waren fest überzeugt, dass es sich um eine Unterkunft zur Übernachtung handeln muss. Mitten im Nirgendwo, wo uns das Taxi rausgelassen hatte, stellte sich der „Hisham’s Palace“ dann aber als Grabungsstätte heraus – die zwar mal eine Winterresidenz gewesen war, allerdings vor mehr als 1300 Jahren. Weil wir der Nase nach reisten, nahmen wir die Gelegenheit, dort gelandet zu sein, aber wahr und streunerten mehrere Stunden als einzige Gäste auf dem beeindruckenden Gelände herum .Als wir beim einzigen Mitarbeiter am Empfang fragten, ob er denn von einer Unterkunft wüsste, rief der kurzerhand seine Frau an: Er würde Gäste mitbringen. Eine halbe Stunde später waren wir unterwegs zu seiner Familie. Die drei Kinder nahmen uns gespannt in Empfang. Besonders die Tochter freute sich sehr über unseren Besuch. So sehr, dass sie darauf bestand, uns ihr Bett in ihrem rundum rosa Zimmer – voll behängt mit Postern des Sängers und Schauspielers Tamer Hosny – zur Verfügung zu stellen. Kaum waren wir angekommen, wurde losgekocht. Es gab ein Gericht, das ich in den vergangenen Jahren häufig nachgekocht habe, für mich, für Freunde, für meine Familie, für Arbeitskollegen und Mitbewohner. Und immer wollten alle das Rezept in ihr Repertoire aufnehmen. Maqlube bedeutet eigentlich „auf den Kopf gestellt“, weil die vorbereiteten Zutaten normalerweise geschichtet, gebacken und gestürzt werden. Der Einfachheit wegen bereite ich Maqlube fast immer als Pfannengericht zu. Je nach Familienrezept (Oma kocht ja bekanntlich immer am besten) und Region – es wird in Palästina, Jordanien, Libanon und Irak gegessen – ist es wandelbar. Nie fehlen dürfen Reis, Aubergine, Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl, Zimt und Kreuzkümmel. Traditionell wird es mit Hühnchen gegessen, aber auch als vegetarisch-vegane Variante fehlt dem Gericht nichts. Das A und O ist, dass der Reis sehr, sehr würzig und aromatisch ist. Er muss am besten so intensiv, schwer und scharf schmecken, dass man es kaum aushält, ihn nicht mit dem erfrischenden Petersilien-Joghurt zu neutralisieren. Fladenbrot mit Hummus ist eine gute Vorspeise. Zum Hauptgang passt ein kleiner Salat (Tomate, Gurke, Eisberg-Salat). Ein arabischer Chai-Tee ist ein guter, leichter „Nachtisch“. Sophie Vorgrimler

Maqlube
Rezept für 2 Personen

Zutaten: 1 Tasse Langkornreis 2 Auberginen, eine gewürfelt, eine in länglichen Scheiben 1/2 Blumenkohl 3 Tomaten in Scheiben 3 Kartoffeln in Scheiben 1 Karotte optional: Hühnchenschenkel oder -brust 50 g Rosinen optional: 50 g Mandelsplitter optional: Saft einer Orange Olivenöl (eher mehr als weniger) 3-5 Zehen Knoblauch 1-2 Zwiebeln 1-3 Chili 1-2 TL Zimt 1-2 TL Kreuzkümmel Salz Pfeffer 2 Lorbeerblätter Muskat Piment Gemüsebrühe 5 - 10 Nelken 5 - 10 Kardamomsamen 5 - 10 Koriandersamen Joghurt mit glatter Petersilie (und Minze)

Zubereitung: Die Auberginen etwas salzen, damit sie an Wasser verlieren. Reis kochen. Dann alle Zutaten (optional auch Hühnchen) in einer großen Pfanne in viel Olivenöl braten; besonders die Auberginen müssen gut angebraten werden, damit sie weich werden. Die Rosinen nicht zu spät hinzugeben, damit sie quellen können. Nicht an Gewürzen sparen. Dann den Reis untermengen, damit er den Geschmack annimmt. Mit etwa Wasser aufschütten. Alles zusammen leicht köcheln lassen. Mit Petersilien-Minz-Joghurt garnieren. So wie sich das eigentlich gehört – kopfüber – bereitet die Schwägerin meines Schwagers, Azar, Maqlube zu. Seit ein paar Jahren gehört sie zu meiner Familie – als echte Irakerin und Maqlube-Profiköchin hat sie mich als Maqlube-Laienköchin zumindest unter Verwandten längst abgelöst. Wer findet, wenn schon Maqlube, dann auch kopfüber, der schichtet die gebratenen Zutaten Auberginenstreifen, Tomatenschreiben, Kartoffeln und den Rest mit Reis am besten in einem Bräter oder einer Auflaufform, gibt gegen das Anbrennen noch etwas Wasser hinzu und lässt beim Backen im Ofen alle Zutaten miteinander verquellen.

Leserrezept: Nikolaus Bratäpfel von Irmgard Winter

Nikolaus Bratäpfel nach Oma Irmgard

Zutaten:
4-6 mittelgroße Äpfel (Boskop)
350 ml Weißwein
Rumrosinen (selbst eingelegt)
Marzipan
Zimtzucker
3-4 Eßl. Honig
Mandelblättchen
2 Eßl. Rum

Zubereitung:
Äpfel aushöhlen, mit etwas Zimtzucker, Mandelblättchen und Rumrosinen füllen und mit Marzipan verschließen.
Aus Weißwein, Rumrosinen, 2 EL Rum, Mandelblättchen, Honig, fein gewürfeltem Marzipan (Menge nach Belieben) und Zimtzucker eine Soße rühren. In eine Auflaufform geben und die Äpfel hineinsetzen.
Bei ca. 190-200° für 30-40 Minuten im Ofen braten, bis die Äpfel weich sind.
Mit Schlagsahne oder Vanilleeis servieren.

9. Dezember: italienischer Beerentraum

Weihnachten war für meine Schwester und mich schon immer ein ganz besonderes Familienfest .Seit frühester Kindheit war unser Papa als selbständiger Ingenieur weltweit unterwegs und daher auch oftmals wochenlang von der Familie getrennt. Und das alles ohne die ständige Erreichbarkeit eines Handys ! Aber die Familiengeburtstage und Weihnachten haben wir immer gemeinsam gefeiert. Aus kleinen Leuten werden große Leute, man verlässt das elterliche Nest und freut sich über die erste eigene Wohnung und Jahre später über das selbst gebaute Heim mit Garten. Geburtstage werden mal als große Party Zuhause, mal romantisch zu zweit im Urlaub gefeiert, aber das familiäre Weihnachtsfest ist und bleibt etwas ganz Besonderes. Seit fast 25 Jahren feiern mein Mann und ich den Heiligen Abend nicht mehr nur gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester mit ihrer mittlerweile 14-jährigen Tochter, sondern auch mit meinen Schwiegereltern zusammen. Es wird an unserem großen Esstisch lecker gegessen und getrunken, herzlich gelacht und viel erzählt und sich zu später Stunde auch über so manch kreatives „Geschenk“ amüsiert. Aber was wäre solch ein wunderschöner Abend ohne ein ganz besonderes Weihnachtsfest-Menü und eines meiner Lieblingsdesserts, der „italienische Beerentraum“ darf da natürlich nicht fehlen. Dunja Mangold

Italienischer Beerentraum

Zutaten: 1 Pk. Amarettini 2 Becher (je 250 g) Mascarpone 250-300 g Naturjoghurt oder Vanillejoghurt 2 Pk. Bourbon Vanillezucker Frische bunte Beeren (Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren …)

Zubereitung: Amarettini mit der Hand oder einem Fleischklopfer klein bröseln und gleichmäßig auf dem Boden einer Tarteform verteilen. Mascarpone, Joghurt Vanillezucker mit dem Mixer oder Schneebesen verrühren und mit einem Löffel auf den Amarettini Bröseln verteilen und glatt streichen. Falls die Mascarpone Mischung zu fest ist, einfach ein wenig Milch oder noch ein wenig Joghurt unterrühren. Nun die Beeren in Kreisen auf die Mascarpone-Joghurt Mischung setzen und das ganze zwei Stunden im Kühlschrank kalt stellen.

8. Dezember: Zweierlei Vanillekipferl

Ein Advent ohne Vanillekipferl ist für mich undenkbar. Schon als Kind waren die mürben buttrigen süßen Kringel meine Lieblingsplätzchen, die geschmackliche Erinnerung an anderes Gebäck, das bei uns zu Hause noch auf dem Plätzchenteller lag, ist längst verblasst. Es gab auf jeden Fall irgendeine Sorte, die ausgerollt und ausgestochen wurde. Ich durfte helfen und die Förmchen machten viel mehr Spaß, als die Vanillekringel, die von Hand gerollt und möglichst ebenmäßig geformt sein sollten. Solche Mühe war dann am 1. Advent vergessen, wenn ich in das erste Kipferl biss, ein himmlischer Geschmack, den ich bis heute unübertrefflich finde .Natürlich habe ich auch mit meinen Kindern Vanillekipferl gebacken. Damit das Rollen der Teigwürste für die Kipferl attraktiver wurde, ließ ich mehr Formenvielfalt zu. So entstanden Brezeln, Schnecken, Buchstaben, Herzen und eine Zeitlang sehr viele Hundehaufen, die ich, um den Spaß nicht zu verderben, nach dem Backen manchmal sogar mit Kakaopulver auf dem Vanillezucker verzierte. Trotzdem halfen auch meine Kinder lieber bei Ausstechplätzchen mit, für die sich mit den Jahren eine beachtliche Auswahl an Förmchen ansammelte: Pferde, Hasen, Sterne, Kugeln – dazu ein filigraner Tannenbaum und ein winziger Fuchs mit Schweif, der nach dem Backen fast immer abbrach und offenbar wegen dieser Herausforderung besonders beliebt war. Wir hatten ihn ohne Rücksicht auf Praxistauglichkeit auf einem Weihnachtsmarkt erstanden, also aßen wir halt Füchse ohne Schweif, Tierrechtsdiskussionen wurden damals noch nicht geführt. Das änderte sich, seit die herangewachsenen Kinder nach und nach vegan lebten. Da waren sie schon ausgezogen und stellten neben dem toten Tannenbaum noch andere Weihnachtsrituale auf den Prüfstand. Als erstes wurde die Gans geopfert, das fiel mir nicht schwer, weil sie ziemlich viel Arbeit macht. Doch auf Vanillekipferl kann ich nicht verzichten. Muss ich auch nicht. Ich backe sie jetzt immer in zwei Varianten, einmal wie immer für das Kind in mir, und einmal vegan, also mit Pflanzenmargarine statt Butter und ohne Ei. Und ehrlich gesagt schmecken mir die veganen inzwischen genauso gut. Damit wir sie auf der Kaffeetafel gut unterscheiden können, wälze ich sie nach dem Backen in Puder-, statt in Vanillezucker. Der tierfreundliche Teig ist nicht trocken, vielleicht ein bisschen kerniger, das schadet ihm aber nicht. Und wenn Besuch kommt, der die veganen Lebensweise skeptisch betrachtet, sorgt eine Blindverkostung für gute Unterhaltung: Nicht alle schaffen es, die Kipferl richtig zu identifizieren. Das ist inzwischen beinahe ein neues Weihnachtsritual, hebt die Laune und stimmt Veganerinnen und Veganer milde. So darf ich wenigstens meinen Baum behalten. Regine Seipel

Zweierlei Vanillekipferl

Zutaten meine Vanillekipferl: 200g Mehl 80g Zucker 175g Butter 2 Eigelb 100g gemahlene geschälte Mandeln ausgekratztes Mark von einer halben Vanilleschote 6 Päckchen Vanillezucker zum Wälzen

Zutaten vegane Vanillekipferl: 250g Mehl 80g Zucker 25g Vanillezucker 200g Margarine 150g gemahlene Mandeln Mark einer Vanilleschote Puderzucker zum Wälzen

Zubereitung: Alle Zutaten außer dem Zucker zum Wälzen gut verkneten, den Teig in zwei lange Rollen formen, in Klarsichtfolie einwickeln und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Je Rolle nach und nach 40 bis 50 Scheiben abschneiden, jede mit den Händen zu einer Wurst rollen und daraus Kipferl formen (6 bis 8 Zentimeter lang). Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech nicht zu dicht nebeneinander platzieren. Im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad, Umluft 150 Grad, zehn bis 15 Minuten backen. Sie dürfen nicht braun werden. Kurz abkühlen lassen und im Zucker wälzen. Sind sie sehr brüchig, einfach nur mit Puderzucker oder Vanillezucker bestreue

7. Dezember: Apfelweinspaghetti mit Lebkuchen-Sugo

Italien ist nach der Türkei das Land mit der zweitgrößten Haselnuss-Produktion weltweit. Besonders viele Bäume stehen im Piemont in den Provinzen Cuneo, Roero und Monferrat. Das hat uns unter anderem das unvermeidliche Nutella beschert, den Lieblings-Brotaufstrich vieler. Aber in Italien macht man mehr aus der Haselnuss, etwa Makronen, Ossa da Mordere (Haselnussplätzchen) oder Ricciarelli, eigentlich Mandelplätzchen, die es aber auch in Haselnussvariante gibt. Auch abseits der Patisserie werden Nüsse in verschiedenen italienischen Regionen eingesetzt für lokaltypische Rezepte der Salsa di noce, also Nuss-Saucen zur Pasta. Dabei kommen Haselnüsse ebenso zum Einsatz wie Pinienkerne, Walnüsse oder auch Mandeln. Allerdings sind diese Salsa-Varianten eben nicht süß. Wir Deutschen hingegen kennen den Soßen-Lebkuchen, der der Verfeinerung und Bindung dunkler Soßen dient und nur schwach gesüßt ist. Diese Soßenlebkuchen kommen bei Sauerbraten oder auch Wildgerichten zum Einsatz. Die typischen Lebkuchengewürze sind heute für uns Weihnachtsgewürze. Früher waren sie das nicht; es waren Gewürze, die beim Backen viel verwendet wurden. Obwohl die Welt heute so global ist, sind unsere Geschmäcker viel eingeschränkter: „Lebkuchen“ sind für uns das, was es in den Supermärkten gibt. Das sind eigentlich Lebkuchen Nürnberger Art. Es gibt aber auch die Karlsbader, die mit einer Eiweißglasur überzogen sind, die Pressburger mit ihren Mandelstiften, die Thorner und Danziger, in Österreich die Kastner und Ischler Lebkuchen oder die Lienzer Lebzelter. Wer einmal einen Lebkuchen etwa von der Lebkuchenbäckerei Baumann in Reichelsheim (Odenwald) gegessen hat, kann mit dem Zeug aus dem Supermarkt nichts mehr anfangen. Diese Lebkuchen sind nicht pappesüß, sie sind fein gewürzt und haben einen wunderbaren Duft. So etwas braucht man für dieses Rezept. Und wenn man sie dann etwas liegengelassen hat – so schwer das auch fällt –, haben sie die richtige Konsistenz für ein Lebkuchen-Pesto. Es entstand aus einer Anregung der Hessischen Kelterer heraus, welche die Pasta für „Spaghetti mit Grüner-Soße-Pesto“ in Apfelwein zu Kochen empfahlen. Dieses Lebkuchen-Pesto mit Ricotta und Haselnuss hingegen ist inspiriert vom Pesto alla siciliana, das Mandeln enthält, den süßen Fadennudeln aus der persischen Küche oder dem marokkanischen Seffa, einem Grieß-Couscous mit Butter, Zimt und Mandeln. Man muss sich nur trauen... Holger Vonhof

Apfelwein-Spaghetti mit Lebkuchen-Sugo

Zutaten: 1l Apfelwein 500g Spaghetti 3 Gewürz- oder Nusslebkuchen (keine schokolierten) ca. 2 El gehackte Haselnüsse Haselnussöl ca. 2 El Ricotta „5 Spices“ oder Fünf-Gewürze-Pulver (gibt’s im Asia-Shop, besteht aus Sternanis, Szechuanpfeffer, Zimt, Fenchel und Gewürznelke) Salz Zucker

Zubereitung: Den Apfelwein und etwa einen gehäuften Esslöffel Zucker in einem Topf zum Kochen bringen. Den Apfelwein 15 Minuten bei starker Hitze kochen. Dabei den Topf nicht abdecken, damit der Großteil des Alkohols verdampfen kann (schad’ eigentlich...). Gelegentlich umrühren. Einen großen Topf mit gut gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Die Spaghetti drei Minuten im Salzwasser kochen, dann abgießen und in den heißen Apfelwein geben. Die Hitze reduzieren und die Nudeln unter stetigem Rühren vier Minuten weiter köcheln lassen, bis die Pasta den Apfelwein komplett aufgenommen hat. Währenddessen die Lebkuchen von der Oblate trennen und im Mörser mit etwas Salz und den „Five Spices“ zerstoßen. Etwa zwei Esslöffel Haselnüsse dazu, zwei Schlag Ricotta und Haselnussöl nach Geschmack. Die Pasta unterheben, genießen.

Leserrezept: Bethmännchen von Kerstin Bremm

Bethmaennchen von Kerstin Bremm

Diese kleinen Köstlichkeiten dürfen natürlich auf keinem Plätzchenteller fehlen. Mein Rezept enthält zwar kein Rosenwasser, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Bethmännchen, ergibt ca. 60 Stück

Zutaten:
400g Marzipan-Rohmasse
120g Puderzucker
120g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
65g Speisestärke
2 Eiweiß
160g ganze Mandeln
1 Eigelb
1 EL Wasser

Zubereitung:
Marzipan-Rohmasse, Puderzucker, Mandeln, Speisestärke und Eiweiß in eine Schüssel geben und alles mit einem Handrührgerät auf niedrigster Stufe verkneten. (Achtung! Unbedingt die Knethaken benutzen und nicht die Rührstäbe, sonst wird es staubig und weiß in der Küche.)
Kleine Kugeln formen und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.
Abgezogene Mandeln halbieren. Eigelb mit Wasser verrühren und die Kugeln damit bestreichen. An jede Kugel senkrecht drei Mandelhälften drücken.
Backofen vorheizen - laut Rezept bei Ober- Unterhitze bei 150-175 Grad für 15 Minuten backen.
Ich lasse die Bethmännchen allerdings eher bei 120-130 Grad für ca. 35 Minuten im Backofen.

5. Dezember: Spanisches Guiso

Mein Vater hat einige spanische Weisheiten auf Lager, die sich oft ums Essen drehen. „Die Zwiebel ist die Mutter der Tortilla“, ist eine davon, oder etwas unglaubwürdiger: „Als die Amerikaner auf dem Mond gelandet sind, waren die Gallegos schon da und haben Kartoffeln geerntet.“ Völlig unnötig, zu schreiben, dass mein Vater aus Galizien stammt, also ein waschechter Gallego ist. Er zieht zwar keine Knollen aus dem Mondboden, kocht aber fantastische spanische Gerichte, besagte zwiebelreiche Tortilla ist nur eines davon. Caldo mit dicken Bohnen, herrlich gefüllte Empanadas und Bacalhau aus dem Atlantik – da freut sich die Familie. Ganz anders bei weichgekochten, rosafarbenen Schweineohren und Schweineschwänzen, die manchmal auf dem Mittagstisch liegen, und an denen sich lediglich unser Papa vom Kopfende des Tisches her bedient. Versöhnlich stimmt die Familie schon eher sein Guiso, das es in vielen Formen gibt. Meine liebste Variante lässt sich als eine archaische Form der Paella beschreiben, mit Fleisch statt Fisch, großem Topf statt flacher Pfanne. Der Reis bleibt Reis und vor allem gelb. Dazu braucht es im besten Fall Colorante Alimentario, eher Lebensmittelfarbstoff als Gewürz, das es in jedem spanischen oder portugiesischen Laden gibt. Natürlich lässt sich stattdessen auch Safran nehmen, für das Colorante eigentlich nur einen günstigen Ersatz darstellt. Mein Papa hat aber irgendeine Weisheit, die das Colorante dem Safran vorzieht, und die mir gerade nicht einfällt. Sein Guiso wird jedenfalls mit Colorante hergestellt und damit hat sich das. Ansonsten lassen sich beim Guiso, das in der nordwestlichen spanischen Provinz Galicien schon seit dem 15. Jahrhundert gekocht wird, die hier vorgeschlagenen Hähnchenstücke durch Schweine- oder Rindfleisch ersetzen, der Reis durch Kartoffeln oder Maccaroni. Die Idee bleibt die gleiche: Beilagen gleich im Fleischsud mitkochen, auf das ein saftiges Topfgericht entsteht, ein bisschen wie Eintopf ohne Flüssigkeit. Von Manuel Almeida Vergara

Guiso de Antonio für vier Personen

Zutaten: je 6 Hähnchenunterschenkel und Hähnchenflügel 1,5 Tassen Langkornreis 1 große Zwiebel 2 rote Paprika 5 Tomaten 1 Tasse Erbsen trockener spanischer Weißwein 2 Knoblauchzehen Colorante Alimentario oder Safran Salz schwarzer Pfeffer rosenscharfes Paprikagewürz Pflanzenöl Wasser

Zubereitung: Zwiebel und Paprika waschen, von Schale, Strunk und so weiter befreien und grob würfeln, genauso die Tomaten. Knoblauch schälen und grob hacken. Die Erbsen wenn nötig einweichen und küchenfertig vorbereiten, auch tiefgekühlte Erbsen eignen sich gut für das Guiso. Hähnchenschenkel und -flügel waschen und abtrocknen, mit Salz und Pfeffer würzen. Fleischteile in einem großen Topf mit Öl scharf anbraten, die Haut soll leicht gebräunt sein. Zwiebel, Paprika, Tomaten und Knoblauch zugeben und mitbraten, bis die Zwiebeln glasig werden. Mit etwas Weißwein ablöschen, mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen, kurz weiter braten und dann soviel Wein zugeben, bis alles leicht bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze zehn Minuten schmoren, dann zwei Teelöffel Colorante oder etwas Safran zugeben und ordentlich umrühren, kurz schmoren. Nun Erbsen, Reis , Wasser dazu. Dabei kommt es aufs Gefühl an: Es braucht die doppelte Menge Flüssigkeit vom Reis, in diesem Fall also drei Tassen Flüssigkeit auf eineinhalb Tassen Reis. Dabei muss die beachtliche Menge Flüssigkeit eingerechnet werden, die bereits im Topf ist, es müsste reichen, mit den eineinhalb Tassen Reis nur noch eine Tasse Wasser zuzugeben. Jedenfalls: Ordentlich umrühren und mit geschlossenem Deckel aufkochen lassen. Die Flüssigkeit ohne Deckel in etwa 20 Minuten unter gelegentlichem Rühren verkochen lassen, gegebenenfalls nachträglich etwas Wasser zugeben. Der Reis soll locker und bissfest bleiben, das Gericht zugleich saftig-sabschig sein. Mit Rioja und frischem Weißbrot servieren, am besten kommt der ganze Topf auf den Tisch. Mein Papa würde es nicht anders tun.

4. Dezember: Apfelbrot

Sie ist Hauswirtschaftsmeisterin, backt und kocht geniale Gerichte. In ihrem Garten wächst und gedeiht alles. Der sprichwörtliche grüne Daumen macht es nicht allein. Dahinter steckt viel Arbeit. Manches kommt fast wie von selbst hinzu. Mit den Birnen ist das so. Jedes Jahr im Herbst besucht Gertrud unseren Birnenbaum. Der ist fast immer übervoll. Herr Ribbeck von Ribbeck aus dem Havelland hätte seine Freude daran. Selbst wenn man wollte, wäre es für eine Familie unmöglich, alles alleine zu verputzen. Deshalb wird geteilt. Und es kommt etwas sehr Gutes zurück: Das leckere Birnenbrot.

Das backt sie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit als Dankeschön. Die Birnen sind mit drin, außerdem viele leckere Sachen wie Nüsse, die Gertrud ebenfalls selbst erntet.

Dieses Jahr sind wir selbst ans Backen gegangen. Die reichhaltige Apfelernte hat uns inspiriert. Und der Tipp einer Freundin, die schon seit Jahren das leckerste Apfelbrot produziert, das man sich vorstellen kann. Immer zur Vorweihnachtszeit. Nicht-Eingeweihte erinnert es an ein dunkles Stollengebäck. Aber es schmeckt viel besser, sind alle, die es gekostet haben überzeugt.

Die schwäbischen Hausfrauen im Umkreis der Freundin – denn daher kommt dieses Rezept – schwören drauf und haben es schon mehrfach abgewandelt. Ob mit Äpfeln und/oder Birnen, Cranberries statt Rosinen, mit oder ohne Orangeat: Es gibt jede Menge Varianten. Allen gemein ist, dass der Duft von Zimt und Lebkuchengewürz durch das Haus zieht, wenn die Backphase anbricht.

Man könnte ohne Ende davon essen. Nach dem ersten Test haben wir beschlossen, die Zuckermenge zu reduzieren, denn je nach Apfelsorte ist es recht süß. Die Kinder waren begeistert, konnten nicht genug davon bekommen. Vor Weihnachten wird also wieder gebacken. Und wieder, und wieder. . .   Petra Hackert

Im Original liest sich das Rezept meiner Freundin Ursi so:

Apfelbrot

Zutaten: 1,5 Kilogramm Äpfel 500 Gramm Zucker 2 Teelöffel Zimt 1 Esslöffel Kakao etwas Piment etwas Nelkenpulver 125 Milliliter Rum (54-prozentig, geht auch ohne) 300 Gramm Nüsse (grob gehackt oder ganz) 300 Gramm Rosinen 300 Gramm Feigen (grob gewürfelt) Zitronat und Orangeat je nach Geschmack etwas Zitronenschale 1 Kilogramm Mehl 1 Esslöffel Lebkuchengewürz 2 Päckchen Backpulver 1 Esslöffel Zeltengewürz (kann man auch weglassen und durch etwas Anis, Zimt, Nelkenpulver ersetzen)

Zubereitung: Äpfel schälen und grob raspeln, mit Zucker, Gewürzen, Nüssen und Früchten mischen. Verschlossen über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag Backpulver und Mehl dazugeben, durchkneten und in zwei Kastenformen füllen. Bei 200 Grad Celsius 90 Minuten backen. Nach etwa 45 Minuten mit Alufolie abdecken.

Leserrezept: Spritzgebäck von Sabine Arning

Spritzgebäck von Sabine Arning

Wie jedes Jahr in der beginnenden Adventszeit, habe ich letzte Woche einen doppelten Ansatz Spritzgebäck gebacken. Ich werde Wochen schon vorher von meinen Geschwistern gefragt, wann es soweit ist. Meine Schwester als Oberärztin erhielt auch dieses Jahr wieder ihre Dose mit Spritzgebäck zum 1. Advent. Das Spritzgebäck wird hergestellt nach dem Rezept meiner 2012 verstorbenen Oma (Jahrgang 1919) aus dem Odenwald.  Am letzten Samstag lagen nun die fast fertigen Plätzchen überall auf Blechen ausgebreitet in meiner Küche. Da kamen mein kleiner Enkel von fast 2 1/2 Jahren und mein Schwiegersohn vorbei, sie wollten nur etwas fragen und da sah der Kleine auch schon die Plätzchen welche mit Zartbitter-Kuvertüre verzierten waren, welche allerdings noch nicht ganz fest war. Er musste unbedingt ein Plätzchen probieren, obwohl er eigentlich Schokolade bis vor kurzem gar nicht mochte. Es schmeckte ihm so gut, dass er meinem Mann und mir am Montag, unser Nachmittag mit ihm, erklärte, er hätte so einen Hunger. Alle unsere Vorschläge hinsichtlich seinem Lieblingsobst wollte er nicht, er wollte das Spritzgebäck von seiner Oma. Meine Oma würde sich darüber sehr freuen.  Hier ist nun unser Spritzgebäck-Rezept, ich musste es vor Jahren schon aufgrund unserer Haselnuss - und Mandel-Allergien allerdings abändern:

Spritzgebäck

Zutaten: 3 Eigelb 170 g Zucker  Vanillemark, eine reichliche Messerspitze 350 - 375 g weiche Butter 250 g Dinkelvollkornmehl, frisch gemahlen  250 g Dinkelmehl Typ 1050  1 Prise Salz 

Zubereitung: Eigelb, Zucker, Vanillemark und weiche Butter gut miteinander in der Küchenmaschine verrühren. Beide Mehlsorten und Salz unter weiterem Rühren dazu geben. Den Teig im Kühlschrank mindestens 2 Stunden ruhen lassen und dann heraus holen und durch den Fleischwolf mit Spritzgebäcktülle davor durchdrehen.  Die Kringel im vorgeheizten Backofen bei Umluft und 180 Grad C für 10 Minuten backen und abkühlen, anschließend mit Zartbitter-Kuvertüre verzieren. 

Leserrezept: Brücke von Süd nach Nord von Wolfgang Becker

Dieses Rezept erreichte die Redaktion auf dem guten alten Postweg. Wolfgang Becker schreibt dazu: „Sehr geehrte Damen und Herren, da ich über keinen Internetanschluss verfügte, sende ich Ihnen auf diesem Wege mein Weihnachtsrezept, das vor Jahren meinen bayerischen und dänischen Freunden gefallen hat.

Brücke von Süd nach Nord

Zutaten und Zubereitung: Bayerische Semmelknödel (mit Käsewürfeln und Kräuter gefüllt) in 2cm dicke Scheiben schneiden und kurz/scharf anbraten und warmstellen. Dünne Lachsscheiben in einer Essig-Soja-Soße einlegen (ca. 1 Stunde), dann mit 2 Scheiben hartgekochtem Ei, einer Spur Remoulade und einer Prise Dill garniert auf die warmen Knödelscheiben drapiert. Gegessen wird mit allen Lieben von hier und überall.

3. Dezember: Briochebrötchen, auch Soft Rolls genannt

Soft Rolls Briochebrötchen von Valerie Eiseler

Ich habe in diesem Jahr weder meine Maske selbst genäht noch mein 3000-Teile-Puzzle beendet (das kleinteilige Blumengestrüpp war einfach zu viel). Die meisten Quarantäne-Hobbys zogen an mir vorüber, bis auf eines: Sauerteig. Wie Tausende meiner Mitmenschen habe ich dieses Jahr begonnen, ein Einweckglas voller Bakterien zu züchten. Eine Mischung aus Mehl und Wasser, die ich zu lieben lernte wie ein Haustier. Nach monatelangem Scheitern war ich überglücklich, als ich das erste aufgegangene Brot in den Händen hielt. Nur um daraufhin wieder zu scheitern. Mit Sauerteig zu backen ist eine Lektion in Geduld, die in diesem Rezept für Sauerteig-Briochebrötchen von Blogger Maurizio Leo geradezu essenziell ist. Wer also inzwischen etwas Aufwand als meditativ empfindet, wird darin die perfekte Herausforderung für das saure „Corona-Haustier“ finden. Die Brötchen eignen sich sowohl als „Tunkbeilage“ für ein Festmahl mit deftiger Soße als auch als fantastische Burgerbrötchen. Valerie Eiseler

Briochebrötchen / Soft Rolls

Zutaten: 440 g Weizenmehl Type 405 150 g Weizenmehl Type 1050 165 g Vollmilch 255 g Wasser 95 g Butter 50 g Puderzucker 10–15 g Salz 30 g „reifer“ Sauerteig 1 Ei Geduld (nach Bedarf)

Zubereitung: Am Abend vor dem Backen einen Sauerteigmix vorbereiten. Dazu 75 g Weizenmehl Type 405, 75 g Wasser, 15 g Puderzucker und den reifen Sauerteig vermischen und bei Zimmertemperatur für etwa zwölf Stunden gehen lassen. Die Menge sollte sich mindestens verdoppeln.

Am nächsten Morgen 40 g Mehl Type 405 mit 165 g Vollmilch in einem Topf erhitzen. Dabei stetig mit einem Schneebesen rühren. Wenn die Paste aussieht wie Kartoffelpüree, auf einen Teller streichen und komplett abkühlen lassen. Die Butter in Stücke schneiden und weich werden lassen. Wenn die Paste abgekühlt ist, in einer Schüssel mit dem übrigen Mehl, Zucker, Wasser, Salz und dem am Vorabend hergestellten Anstellgut vermengen. Schnell geht es mit der Küchenmaschine. Wer nicht mit einem Knethaken gesegnet ist, kann den Teig mit der sogenannten „Slap and Fold“-Methode vermengen. Dabei hält man den Teig mit beiden Händen, lässt ihn auf der Arbeitsplatte aufschlagen und dehnt den Teil des Teigs, der noch in den Händen ist, darüber. Im Internet gibt es zahlreiche Videos, die diese Technik gut demonstrieren. Nach ein paar Minuten können einzeln die Butterstücke hinzugefügt werden. Etwa acht bis 15 Minuten später sollte der Teig weich, relativ glatt und elastisch sein. Nun den Teig in einer bedeckten Schüssel an einem warmen Ort ruhen lassen. Nach 30 Minuten mit einer feuchten Hand eine Ecke des Teigs anheben, etwas ausdehnen und in die entgegengesetzte Ecke falten. Die Schüssel um 90 Grad drehen und erneut dehnen und falten. Insgesamt viermal drehen, dehnen und falten. Diese Routine im 30-Minuten-Takt noch zweimal wiederholen. Etwas mühsam, aber essenziell für die weiche Konsistenz der Brötchen. Nach der letzten Runde den Teig am warmen Ort zwei Stunden gehen lassen. Um die Brötchen besser formen zu können, den Teig nach der Ruhezeit für 15 Minuten in den Kühlschrank stellen. Eine runde Backform mit Butter einfetten. Den Teig in etwa zwölf Kugeln formen und kreisförmig in die Springform legen. Erneut für etwa zweieinhalb Stunden abgedeckt gehen lassen. Ofen auf 220°C vorheizen. In einer Schüssel ein Ei und einen Schuss Milch vermischen und damit die Brötchen bepinseln. Nach Belieben Sesam oder grobes Meersalz darüber streuen. 20 Minuten backen, dann die Form um 180° drehen und für weitere 20 Minuten bei 180°C backen. Wenn die Brötchen zu schnell bräunen, mit Alufolie abdecken. Die Brötchen aus dem Ofen nehmen, trotz des himmlischen Dufts zehn Minuten ruhen lassen und dann genießen.               

In den USA werden die weichen Brötchen gerne als Beilage zu Braten serviert. Sie sind aber auch eine tolle Burger-Basis.         Foto: Eiseler

Leserrezept: Rote Nestchen von Kerstin Bremm

Rote Nestchen von Kerstin Bremm

Seit ich denken kann, gab es bei uns zu Hause zur Advents- und Weihnachtszeit, die von meiner Mutti gebackenen leckeren „Roten Nestchen“ auf unserem Plätzchenteller. Ein Boden aus Mürbeteig, auf den ein Marzipanrand aufgespritzt wird, den man dann mit rotem Gelee oder Marmelade füllt. Einer unserer Weihnachtsbesucher, zu meiner Kindergartenzeit, sagte, nachdem er unseren gefüllten Plätzchenteller begutachtet hatte: „Ihr habt ja auch Ochsenaugen gebacken.“ Nachdem ich daraufhin doch sehr erschrocken bin, erklärte mir meine Mutter, dass man „unsere“ Roten Nestchen auch Ochsenaugen nennt. Wie damals, gibt es bei uns auch nach 50 Jahren natürlich noch in jedem Jahr die Roten Nestchen auf unserem Plätzchenteller, die ich diese Woche wieder gebacken habe. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest.

Rote Nestchen

Zutaten Teig:
275 g Mehl
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillin-Zucker
2 Eigelb
2 Tropfen Backöl Bittermandel
175 g Butter oder Margarine

Zutaten Belag:
375 g Marzipanrohmasse
3 Eiweiß
rotes Gelee oder rote Marmelade

Zubereitung: Für den Teig das Mehl auf eine Tischplatte sieben. In die Mitte eine Vertiefung eindrücken. Zucker, Vanillin-Zucker, Eigelb und Backöl hineingeben und mit einem Teil des Mehls zu einem dicken Brei verarbeiten. Darauf das in Stücke geschnittene kalte Fett geben, mit Mehl bedecken und alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Teig nicht zu dünn ausrollen, mit einer runden Form (Durchmesser etwa 4 cm) ausstechen und auf ein Backblech legen. Für den Belag Marzipan und Eiweiß gut verrühren, so dass eine geschmeidige Masse entsteht (evtl. noch 1-2 EL Wasser hinzufügen). Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und als Kranz auf die Teigplätzchen spritzen. Die Mitte mit Gelee (Marmelade) füllen. Ofen auf 175-200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen und die roten Nestchen 12-20 Minuten backen.

2. Dezember: Lebkuchenhaus

Es war zu Beginn des Studiums, als mein erstes Lebkuchenhaus entstand. Eine Kommilitonin hat am 2. Dezember Geburtstag und bekam das verführerisch nach weihnachtlichen Gewürzen durftene Haus als Geschenk. Es war ein Kunstwerk, mit einem Schornstein, aus dem weißer Zuckerwattenrauch wehte, mit Fenstern aus Gelatineblättern, mit Kerzen in den Fenstern aus der Haribo-Weihnachtsmi-schung und mit einem Zaun aus halbierten Schokoladenkränzen. Als Studentin hatte ich Zeit und Muße – und Schenkende wie Beschenkte hatten so viel Spaß an dem Lebkuchenhaus, dass es eine jährliche Tradition wurde. Jetzt, 19 Jahre später, habe ich zwei Kinder und einen Job und weder Zeit noch Muße. Lebkuchenhäuser backe ich trotzdem noch gerne zum Beginn der Adventszeit, nur läuft das jetzt etwas anders ab. Den Schornstein lasse ich weg, zu frickelig, vom Zuckerguss rühre ich lieber etwas mehr an, die Hälfte landet sowieso auf dem Parkett und in den Locken meiner Tochter. Und die Dekoration des Hauses erfolgt weniger nach ästhetischen Gesichtspunkten, sondern mehr nach der Devise „Viel hilft viel“. Gleich geblieben ist der wunderbare Weihnachtsduft, den das fertige Haus verströmt, und der Gedanke an die liebe Freundin, die jetzt vielleicht mit ihren eigenen Kindern ein Knusperhäuschen backt.   Astrid Kopp

Lebkuchenhaus

Zutaten: 250 g Honig 150 g Zucker 100 g Butter 2 Eier 1/2 El Natron 2 Tl Lebkuchengewürz 1 Tl Zimt 1 Prise Salz 250 g Weizenmehl (405) 250 g Roggenmehl (1150) 350 g Puderzucker Smarties, Gummibärchen, Schokolade, Kekse und andere Süßigkeiten nach Belieben

Zubereitung: Den Honig, den Zucker und die Butter in einen großen Topf geben und so lange erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Natron, Lebkuchengewürz, Zimt und Salz einrühren. Die Masse etwas abkühlen lassen, dann die zwei Eier gut unterrühren. Zum Schluss das Mehl dazu geben und alles zu einem Teig zusammenrühren. Das geht gut mit dem Kochlöffel. Den Teig mindestens über Nacht, ruhig auch für zwei Tage, bei Zimmertemperatur abgedeckt ruhen lassen. Die Zeit kann man nutzen, um aus Papier schon mal Schablonen für die Wände und das Dach auszuschneiden. Eine Vorlage zum Ausdrucken gibt es hier. Ofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen, zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Den Teig portionsweise circa 3mm dick ausrollen. Er klebt kaum, meistens geht das sogar ohne zusätzliches Mehl. Schablonen auflegen und mit einem Kneippchen ausschneiden. Daran denken, Fenster und die Tür auszuschneiden. Jeweils zwei bis drei Teile zeitgleich zusammen auf einem Backblech auf mittlerer Schiene im Ofen für zehn Minuten backen. Derweil das nächste Blech vorbereiten. Die fertig gebackenen Hausteile kurz auf dem Blech abkühlen lassen und dann auf einem Rost vollständig auskühlen lassen. Sie sind erst noch relativ weich, werden aber schnell hart. Wenn alle Hausteile gebacken sind, den restlichen Teig zu einer Bodenplatte ausrollen, die etwas größer ist als die zusammengesetzten Hausteile. Diese ebenfalls backen. Während alle Teile abkühlen, rührt man aus dem Puderzucker und wenig Wasser einen sehr festen Zuckerguss zusammen. Er sollte so fest sein, dass er nicht vom Löffel tropft. Am einfachsten geht der Zusammenbau, wenn der Zuckerguss mit einem Messer dick auf die Seitenkanten der Hausteile gestrichen wird und diese dann auf der Bodenplatte zusammengefügt werden. Bevor das Dach aufgesetzt wird, den Rohbau erstmal kurz antrocknen lassen. Falls nötig, können die Wände jetzt von innen mit Zahnstochern abgestützt werden. Dann das Dach aufsetzen und restliche Lücken mit Zuckerguss verfugen. Circa 15 Minuten trocknen lassen.

Den restlichen Zuckerguss mit einem Esslöffel Wasser verdünnen und mit dem Zuckerguss nach Belieben Deko auf dem Dach und an den Hauswänden anbringen. Das Lebkuchenhaus hält sich (theoretisch) bis zum Ende der Adventszeit, wird aber von Tag zu Tag härter.

Dieses Häuschen wird von einem Schneemann statt einer Hexe bewohnt. Knuspern ist ausdrücklich erlaubt.     Foto: Astrid Kopp

Leserrezept: Bigos von Gaby Grytz-Farda

Hallo, ich möchte Euch heute ein Lieblingsrezept zusenden, dass es unter anderem bei Oma zu Weihnachten gab - ich es aber das ganze Jahr über koche, weil es so lecker ist!
Meine beiden Omas stammten aus dem jetzigen Polen, eine aus Ostpreusen (Allenstein), die andere aus Schlesien (Oppeln). An Heilig Abend war der Tisch reichlich gedeckt, es wurden mehrere Speisen zubereitet, meistens zwölf verschiedene, alles eigentlich ohne Fleisch - so ist es Brauch: Karpfen, Mohnklöße, eingelegte Pilze, rote Beete Suppe, gefüllte Eier, Häckerle (eine Art von Heringsalat), Teigtaschen gefüllt mit Kraut und Pilzen, ..... und es gab Bigos! In diesem Gericht war Fleisch und Wurst, es war versteckt unter Sauerkraut und Kohl! Es ist immer noch eins meiner Lieblingsgerichte.
 
Bigos

Zutaten:
400g  Schweinefleisch, gewürfelt
250g  Mettwurst, in Scheiben 
3 EL Öl
1 Zwiebel, geschält und in groben Würfeln
400g  Sauerkraut
400g  Weißkraut, klein geschnitten
1 Möhre, geschält und in kleinen Würfel
1 Petersilienwurzel, geschält und in kleinen Würfeln
800ml Wasser
2 TL Gemüsebrühe
50g Tomatenmark
3 getrocknete Pflaumen, klein geschnitten
4 Champigons, klein geschnitten
4 Pimentkörner
2 Lorbeerblätter
1 TL Salz
1/2 TL Pfeffer
1/2 TL gemahlener Kümmel
 
Zubereitung:
Öl erhitzen und das Schweinefleisch mit der Mettwurst anbraten. Zwiebel, Möhre und Petersilienwurzel dazu geben, kurz mit anbraten. Mit Wasser ablöschen, Gemüsebrühe und Tomatenmark dazu geben. Aufkochen lassen.
Nun die restlichen Zutaten und Gewürze dazu geben, ca. 1 Stunde köcheln lassen. Zu dem Bigos reiche ich Baguette, man kann aber auch Salzkartoffeln dazu reichen.

1. Dezember: Bremerhavener Heringssalat

Für Bremerhavener Fischköpfe, wie meine Familie, ist Heiligabend rot-weiß: Es gibt Heringssalat (rot) und Kartoffelsalat (weiß) mit vielen, vielen Würstchen. Das Schnibbeln des Heringssalats in großer Familien-Runde am Vortag, wenn alle in der alten Heimat eingetrudelt sind, ist Teil des Festprogramms, ebenso die Ermahnungen meiner Mutter, alles „ganz, ganz klein“ zu schneiden. Auch dazu gehört die Diskussionen zwischen Traditionalisten und Pragmatikern, ob es statthaft ist, Salzheringe, die stundenlang wässern müssen, durch Matjes zu ersetzen. Als Pragmatikerin werde ich in diesem (Pest-) Jahr fern der Heimat zu letzterem greifen und das Schnibbeln allein übernehmen. Gegessen wird aber wenigstens zu dritt. Anja Laud

Roter Heringssalat
für vier Personen

Zutaten: ca. 200g Salzheringe oder Matjes 200g Schweinebraten, fertig zubereitet, kalt ca. 2 Gewürzgurken 1 - 2 Äpfel (am besten Boskop) 110g Rote Beete, eingelegt, aus dem Glas 2 Eier hartgekocht 2 Pellkartoffeln Mayonnaise

Zubereitung: Alle Zutaten in gleich große, kleine Stücke schneiden und miteinander vermengen .Mit Salz, Peffer und dem Sud der Gewürzgurken und der Roten Beete abschmecken. Aber Achtung: Nicht zu viel Flüssigkeit nehmen. Salat durchziehen lassen, kurz vor dem Servieren noch Mayonnaise nach eigenem Geschmack zufügen.

Leserrezept: Glühwein Apple Crumble von Rainer Grebe

Vor Jahren im Netz zufällig gefunden. Seit dem darf diese Köstlichkeit in der vorweihnachtlichen Zeit nicht fehlen. Guten Appetit. Gab es am 1. Advent, wirklich lecker. Das Rezept stammt im Original von dem Blog Zucker, Zimt & Liebe

Glühwein Apple Crumble

Zutaten: ca. 1 kg Äpfel 2 EL brauner Zucker 1 EL Zitronensaft 1 Prise Zimt 150 ml Glühwein 2-3 EL weißer 75 g zarte Haferflocken 50 g Mehl 50 g Zucker 1 große Prise Zimt 1 Prise Salz 75 g weiche Butter in Stücken

Zubereitung: Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Ofenrost auf mittlere Einschubhöhe schieben. Äpfel schälen, entkernen und in mundgerechte Würfel schneiden. Äpfel mit braunem Zucker, Zitronensaft und Zimt mischen. Den Glühwein samt weißem Zucker in einem Topf kurz sanft köcheln lassen, so dass er etwas reduziert. Unterdessen das Crumble Topping herstellen. Haferflocken, Mehl, Zucker, Zimt und Salz vermengen. Butterstücke dazu geben und kurz so lange verkneten, bis daraus Streusel geworden sind. Ist die Masse noch etwas zu feucht, gerne etwas mehr Mehl dazugeben. Die Apfelwürfel in eine leicht gebutterte Auflaufform geben, mit dem reduzierten Glühwein übergiessen. Die Crumble Masse obenauf geben und alles für ca. 30 Minuten im Ofen backen.

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