Ein kostbares Gut, das Trinkwasser.

Höchstwert übertroffen

Rhein-Main: Sorge ums Trinkwasser

Die große Hitze der vergangenen Woche hat den Trinkwasserverbrauch im Rhein-Main-Gebiet in die Höhe schnellen lassen. An einigen Orten sorgt man sich schon um die Versorgung, falls weitere Hitzetage in diesem Sommer folgen sollten.

Frankfurt - Durch die große Hitze in der vergangenen Woche hat der Trinkwasserverbrauch in der Rhein-Main-Region einen neuen Rekordwert erreicht. Die zuständige Gesellschaft "Hessenwasser" teilte mit, bereits am Mittwoch vergangener Woche sei der Spitzenwert aus dem Jahr 2018 um zwei Prozent überschritten worden. In einigen Gemeinden in der Region gibt es schon jetzt die Sorge vor einer Trinkwasserknappheit, so zum Beispiel in Kelkheim im Main-Taunus-Kreis und in Usingen im Hochtaunuskreis.

Spitzenwert überschritten: Sorge vor Trinkwasserknappheit

Nicole Staude, Bereichsleiterin Technik bei "Hessenwasser", sagte: "Sowohl für die Trinkwassergewinnung als auch für die Trinkwasserverteilung bedeuten solche Spitzenwerte eine enorme Herausforderung." Der Trinkwasserbedarf steige in den Hitzeperioden parallel zu den Tageshöchsttemperaturen. Staude fügte hinzu: "Im konkreten Fall bedeutete das innerhalb weniger Tage einen Anstieg um rund 35 Prozent. Dann laufen alle Wasserwerke in kürzester Zeit am Limit."

Kelkheim: Stadtverwaltung ruft zum Wassersparen auf

In Kelkheim war der Wasserverbrauch am Wochenende so stark gestiegen, dass die Stadtverwaltung die Bürger am Montag und am Dienstag per Lautsprecher zum Wassersparen anhielt. Danach habe sich der Verbrauch wieder eingependelt, sagte Stadtrat Stefan Thalheimer gestern.

Auch in Usingen schaut man besorgt auf die Wasservorräte. Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Usingen und Wilhelmsdorf hatte mitgeteilt, es drohe noch kein Notstand. Doch wenn es solch eine große Hitze wie am Wochenende gebe, sei das für die Wasserversorgung einzelner Orte "durchaus riskant".

Bessere Infrastruktur in Arbeit

Die Verfügbarkeit von Grundwasser wird bei "Hessenwasser" insgesamt derzeitig noch als unkritisch eingeschätzt. "Vor allem dank der infiltrationsgestützten Wasserwerke im Hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald ist trotz der anhaltenden Trockenheit eine ausreichende Verfügbarkeit der Wasserressourcen gegeben", bewertet Nicole Staude die Situation. Es sei die technische Infrastruktur, die "über die gesamte Versorgungschiene gesehen", bei einem länger andauernden Spitzenbedarf an ihre Grenzen stoßen könne. Staude sagte: "Wir haben bereits Maßnahmen zur Optimierung der Infrastruktur auf den Weg gebracht ."

Kein Problem sieht man in der Metropole Frankfurt. Ein Sprecher des Energieversorgers Mainova: "Die Wasserversorgung ist trotz der sommerlichen Temperaturen und der hohen Verbräuche gewährleistet - und das in höchster Qualität." sew

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