Kriminalreporterin

Schneller als die Polizei

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Madlen Lorei hat als FNP-Kriminalreporterin erster Güte dank Unnachgiebigkeit und Hartnäckigkeit drei Mörder noch vor der Polizei geschnappt.

Madlen Lorei hat als FNP-Kriminalreporterin erster Güte dank Unnachgiebigkeit und Hartnäckigkeit drei Mörder noch vor der Polizei geschnappt. Sie hat den Hilfsbedürftigen dieser Region über die Leberecht-Stiftung geholfen und auf Unrecht hingewiesen. Sie hat zusammen mit ihrem nicht weniger geachteten Kollegen Richard Kirn zwei Bücher verfasst: „Frankfurt und die wilden Jahre“ sowie „Frankfurt und die goldenen Zwanziger Jahre“. Sie hat in ihrer Berliner Zeit für den Film geschrieben und in Rosa von Praunheims Streifen „Unsere Leichen leben noch“ mitgespielt.

Bei einem ihrer letzten öffentlichen Vorträge kurz vor ihrem 75. Geburtstag im Juni 1993 beschrieb Madlen Lorei ihre eigene Rolle als Polizeireporterin mit den eher abschätzigen Worten: „Ich war die Schluchz- und Katastrophenjule.“ Thomas Kirn, Sohn ihres Kollegen Richard Kirn, bezeichnete diese eigene Geringschätzung in seinem Nachruf als ein „Sich-weg-sprechen“ all dessen, was sie tief bewegte. „Es schien, als wolle sie sich auf gar keinen Fall bei irgendeinem Gefühl erwischen lassen.“ Harte Schale, weicher Kern.

Madlen Lorei war gleich dabei, 1946, als die FNP wieder erschien. Da war sie noch 28, zierlich, trug aber schon ihr Markenzeichen, eine Baskenmütze. In ihrer samstäglichen Glosse „Ohne Schmus“ zog sie gerne über jeden und alles her.

Geboren wurde Madlen Lorei am 1. Juli 1918 im Frankfurter Nordend. Der Vater fiel im Krieg, die Mutter brachte die kleine Familie mit ihrem Kolonialwarengeschäft durch. Madlen begann früh mit dem Schreiben, erst Kurzgeschichten, dann den ersten Roman. Während des Kriegs kam sie über Berlin und Amsterdam zurück nach Frankfurt. Dort begann ihre Zeit als „Katastrophenjule“.

Sie starb am 18. Dezember 1994 nach längerer Krankheit.

(itt)

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