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Die Teilnehmer des diesjährigen Projekts Junge Zeitung halten Zeitungen in die Höhe. Bald werden sie selbst eine gestalten. Foto: Pfeiffer-Goldmann

Auftaktveranstaltung

Schüler beginnen zwölftes Projekt Junge Zeitung und grübeln über Klima-Themen

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Das Projekt Junge Zeitung geht in die zwölfte Runde. Auch in diesem Jahr gibt diese Zeitung Schülern die Möglichkeit, selbst einmal eine Ausgabe zu gestalten. Bei einem Auftakt im Haupthaus in der Frankenallee in Frankfurt wurden erste Themenideen gesammelt. .

Frankfurt - Martin Glomm hat seine Lieblingsbücher rausgeholt. Der Grafikdesigner dieser Zeitung schlägt eines auf, die Schüler der Weibelfeldschule in Dreieich lehnen sich vor, und schauen in den Wälzer über Info-Grafiken. „Solche Grafiken können den Knackpunkt einer Geschichte prägnant herausarbeiten“, erklärt Glomm. Selbst wenn die Kunst-Leistungskursler sich nie Gedanken über Info-Grafiken gemacht haben, dann wird sich das gleich ändern. Glomms Begeisterung ist ansteckend. Als ihm die Schüler erzählen, dass sie gern zeichnen und fotografieren, wird seine Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit ihnen spürbar.

150 Jugendliche gestalten eine Zeitungsausgabe

Redakteurinnen Judith Dietermann und Astrid Kopp im Gespräch mit einem Schüler

„Sympathisch aufgeschlossen“, wird Glomm die Schüler nach der Auftaktveranstaltung für das Projekt Junge Zeitung nennen. 150 Schüler nehmen in diesem Jahr daran teil und werden eine Ausgabe für diese Zeitung entwerfen, die am 15. Februar erscheint. Während die Redaktionen in Limburg, dem Taunus und Rüsselsheim in den Lokalredaktionen die Arbeit beginnen, haben sich am 18. Oktober 90 Schüler aus den Ressorts Frankfurt, Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport mit den Redakteuren im Frankfurter Haupthaus getroffen, um erste Themen-Ideen zu entwickeln.

„Wir würden gern in Restaurants nachfragen, wie regional sie ihre Lebensmittel beziehen“, schlägt eine Schülerin in der Gruppe um Politikchef Dieter Sattler vor. „Das ist was für die Hessen-Seiten“, verortet er die Idee gleich in der Zeitung. Auch könne man fragen, wie sie ihren Müll entsorgen, sagt er und schärft damit den ökologischen Aspekt der Geschichte.

Rettet das Klima

„Rettet das Klima“ ist diesmal das Oberthema. Dass der 17-jährige Vincent über einen Musik-Technik-Verleih in Frankfurt schreiben möchte, stellt aber auch kein Problem dar. „Das ist doch etwas für die Kultur“, sagt Sportchefin Kerstin Schellhaas. Talente entfalten „Cool“ nennt Sascha von der Heinrich-Böll-Schule in Hattersheim, die Möglichkeit, bei einer Zeitung mitarbeiten zu können. Was ist mit cool gemeint? Seine Antwort ist überraschend für einen Elf-Jährigen: „Cool, weil es auch Kindern die Möglichkeit gibt, ihre Talente zu entfalten“, sagt er.

Für Chefredakteur Matthias Thieme geht es noch um etwas anderes: „Die Jugendlichen lernen, wie kritische Öffentlichkeit hergestellt wird – eine Grundlage unserer Demokratie.“ Wohin das Nachdenken über Themen geführt hat, zeigte sich am Ende der Auftaktveranstaltung: Martha aus der Frankfurter Ziehenschule würde gern über Klimaheuchler schreiben, deren Reden über Klimaschutz nicht zum Lebenswandel passt. Henrike vom Frankfurter Goethe-Gymnasium will recherchieren, wie ökologisch der Flughafen sein kann. Und das Grafik-Team um Martin Glomm? Jaqueline schweben Illustrationen vor, wie es wäre, „wenn der Klimawandel nicht gestoppt werden kann“: karge Landschaften und dürre Menschen. Wie die Ideen umgesetzt werden, sehen die Leser in der Jungen Zeitung, die am 15. Februar 2020 erscheint.

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