Projekt Junge Zeitung

Schüler übernehmen Redaktion - Thema Freundschaft

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Eine besondere Ausgabe der FNP erscheint am 13. Februar. Elf Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums gestalten den Bad Vilbeler Lokalteil beim Projekt „Junge Zeitung“ und füllen ihn mit Inhalt – professionell und engagiert. Damit das gelingt, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren – mit freud-, aber manchmal auch leidvollen Erfahrungen.

Mist. Das Interview ist viel zu lang. Fast 400 Zeilen sind es. Noch. Denn maximal 300 sollen es sein. Dabei war das Gespräch, das Hanna und Marlene mit Bad Vilbels Behindertenbeauftragten Hajo Prassel geführt haben, äußerst ergiebig.

Ums große Thema „Freundschaft“ geht es. Im Fall von Prassel konkret darum, wie dessen Freunde reagierten, als er nach einem Sportunfall dauerhaft an den Rollstuhl gefesselt war. „Wie war das für Sie, wie gingen Sie damit um?“, fragten die Schülerinnen den ehemaligen SPD-Stadtrat, der beim Hessischen Rundfunk arbeitet. Er redete offen über seine Erlebnisse – die guten, aber auch die schwierigen.

Doch vor dem Interview hatten die Schülerinnen eine Menge Arbeit. Denn einfach so hingehen und mal schauen, was passiert – das geht im professionellen Journalismus nicht. Also grenzten Marlene und Hanna erstmal ihr Thema ein, überlegten sich, worum es im Kern gehen soll. Überlegten sich, wer ihnen zu ihrem Thema Auskunft geben kann. Nahmen Kontakt auf, vereinbarten einen Termin. Und überlegten sich nicht nur viele Fragen. Sondern auch, in welcher Reihenfolge sie sie stellen.

Sie rangen manchmal mit sich, ob ein paar der Fragen nicht zu persönlich seien. Um sie dann doch zu stellen – denn Prassel konnte ja eine Antwort ablehnen. Natürlich mussten sich Hanna und Marlene auch um ein aussagekräftiges Foto kümmern – denn Artikel ohne oder mit langweiligem Bild werden schlecht oder gar nicht wahrgenommen. Und jeder Schreiber möchte doch gerne, dass sein Text gelesen wird.

Das geht den anderen Projektteilnehmern auch so. Seit den Sommerferien feilen sie an ihren Themen und Geschichten. Einmal wöchentlich treffen sie sich mit dem FNP-Reporter und den beiden betreuenden Lehrerinnen des Georg-Büchner-Gymnasiums, Verena Büttner und Kristina Schölch. Jeder suchte sich ein Thema unter dem Oberbegriff „Freundschaft“.

Die Palette reicht von vierbeinigen Freunden über Sandkastenfreunde, Städtepartnerschaften, Parteifreunde oder Brieffreunde bis hin zu Pseudo-Freunden auf Facebook. Die Schüler entwickelten für ihr jeweiliges Thema einen Recherche-Plan: Was könnte der Kern der Geschichte sein, was der „Rote Faden“? Wer kann mir kompetent Informationen liefern? Wem stelle ich welche Fragen – und in welcher Reihenfolge? Wie kann ich mein Thema bebildern?

Dazu bekamen sie von den Profi-Journalisten natürlich eine Einweisung und Hilfestellung. Und auch zum Presserecht gab es Infos. Denn zum Beispiel einfach jemanden fotografieren und das Bild in der Zeitung drucken ist verboten. Tipps gab es auch zu den journalistischen Stilformen wie Nachricht, Kommentar oder Reportage.

Bei ihren Recherchen mussten die Nachwuchsreporter auch die Erfahrung machen, dass sich manche Idee entweder nicht umsetzen ließ, sich kein Gesprächspartner fand oder auch mal ein Termin platzte. Bis zum 12. Februar muss dennoch alles fertig sein. Denn an diesem Freitag stellen die Schüler in der FNP-Redaktion die Samstagsausgabe her – mit den Profis als „Handlangern“.

Auf das Ergebnis freuen sich die Nachwuchsjournalisten schon – auch Hanna und Marlene, die bereits mehrmals am Projekt „Junge Zeitung“ teilgenommen haben.

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