Ernährung

Selbstversuch: Eine Woche vegan

Wie fühlt man sich, wenn man sich eine Woche vegan ernährt? Welche Herausforderungen stellen sich beim Einkauf oder auch im Alltag? Ein schwieriger Selbstversuch.

Es gibt die Begriffe vegetarisch und vegan, welche heutzutage in großem Umlauf sind. Vegan zu leben bedeutet nicht nur seine Ernährung umzukrempeln, sondern auch beim Klamotten- oder Kosmetik Einkauf, tierische Inhaltsstoffe zu vermeiden und den Tierschutz zu unterstützen. Es bedeutet auch sich mit Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu beschäftigen.

Wieso wird man überhaupt vegan? Was waren meine Beweggründe? Der Eier-Konsum bringt eine Selektion von Küken mit sich, da nur weibliche Hühner für die Industrie interessant sind. Die männlichen Küken werden in der Massentierhaltung grauenvoll vergast oder lebendig geschreddert. Ein anderer Grund vegan zu werden ist die Milchherstellung von Milchprodukten wie zum Beispiel Käse.

Nur weibliche Kühe, welche vorher ein Kalb geboren haben, können Milch produzieren. Sie werden auf unnatürlichem Weg befruchtet und ihre Kälber werden ihnen direkt nach der Geburt weggenommen und zur Fleischherstellung eingesetzt.

Da ich mich jetzt schon über ein Jahr vegetarisch ernähre und mich viel über Tierschutz und Nachhaltigkeit informiere, habe ich dieses Experiment gestartet. Ich wollte wissen, wie sehr der vegane Lifestyle Einfluss auf mich und die Menschen in meinem Umfeld hat. Ich habe mir vorgenommen, mich bewusst eine Woche lang vegan zu ernähren.

Der erste Schritt für mein Experiment war der Wocheneinkauf. Zuerst musste ich mir überlegen, wo es eine große Auswahl an veganen Produkten gibt. Ich wollte gerne einige Ersatzprodukte testen, da ich neugierig auf den Geschmack war.

Ebenfalls kannte ich schon vegetarische Ersatzprodukte und wollte wissen, wie sich diese geschmacklich von veganen unterscheiden. In vegetarischen Alternativen, wie Aufschnitt ist häufig Ei enthalten.

Ich entschloss mich für einen großen Supermarkt, anstatt dem Discounter um die Ecke, zu welchem ich normalerweise einkaufen gehe. Ich entschied mich dafür, weil ich wusste das es dort eine größere Auswahl geben würde. Doch bevor ich losfahren konnte, musste ich mir überlegen, was ich in der Woche essen wollte. Ich suchte im Internet nach leckeren Rezepten und wurde auch schnell fündig. Außerdem bin ich in die Stadtbücherei gegangen und habe mir einige vegane Kochbücher ausgeliehen. Nachdem ich mir passende Rezepte herausgesucht hatte, musste ich mir alle Zutaten auf eine Einkaufsliste schreiben, damit ich nichts vergesse.

Im Supermarkt war es teilweise nicht so einfach einige Zutaten direkt zu finden und ich musste bei vielen Lebensmitteln die Inhaltsstoffe auf der Rückseite kontrollieren. Aus diesem Grund hat mein Wocheneinkauf zweimal so lange wie normalerweise gedauert. Als es dann zum bezahlen ging, musste ich auch feststellen, dass der Einkauf doppelt so teuer war. Dies lag natürlich auch daran, dass Ersatzprodukte wie zum Beispiel veganer Frischkäse mehr kostet als ein herkömmlicher. Ich habe außerdem viel Obst und Gemüse eingekauft, was den Preis zusätzlich in die Höhe trieb. Zudem musste ich einige Grundzutaten wie Gewürze und Öl einkaufen. Was mich sehr überraschte war das Lob der Kassierin: ,,Sie haben aber einen leckeren Einkauf!“ Diese Aussage hat mich zusätzlich positiv motiviert, in die Woche zu starten. Was ich außerdem noch sehr interessant finde, waren die Reaktionen aus meinem Umfeld. Einige reagierten sehr nett darauf und ermutigten mich zusätzlich. Andere wiederum zeigten großes Interesse und fragten mich nach meinem Beweggründen. Es gab niemanden der mein Vorhaben kritisierte.

Der Schulalltag hat sich nicht viel verändert. Mein Schulbrot, welches ich mir immer abends zubereite, belegte ich nun mit veganem Käse anstatt normalem. In unserer Schulcafeteria, gab es keinen einzigen veganen Pausensnack. Zuerst dachte ich, dass Laugenbrezeln vegan sind, allerdings werden sie meist mit Butter hergestellt und vor dem backen mit Eigelb bestrichen, damit sie knuspriger aussehen. Manche verwenden für die Herstellung sogar Schweinefett, was Laugenbrezeln nicht einmal vegetarisch machen. Das schockierte mich sehr, weil ich das vorher nicht wusste.

Vegan sein ist heute modern und immer mehr Menschen informieren sich über dieses Thema. In vielen Restaurants in Frankfurt gibt es vegane Gerichte. Diese sind sogar extra auf der Speisekarte gekennzeichnet. Das finde ich sehr praktisch, da das Kochen zu Hause, doch zeitaufwendig sein kann, besonders wenn man Gerichte zum ersten Mal kocht. Die Zubereitung von einem veganen Burger ist zwar nicht kompliziert, hat bei mir aber fast dreimal so lange gedauert, wie bei einem regulären Burger. Das war der Fall, weil ich das Burger Patty selbst aus Bohnen, Reis, Ketchup, Walnüssen und Zwiebeln hergestellt habe. Man muss also schon das Reis kochen mitberechnen und das formen des Fleischersatzes und das anschließende anbraten. Das Ergebnis war dafür sehr lecker und ich werde es in naher Zukunft noch mal zubereiten.

Abschließend kann ich sagen, dass mir die fünf Tage vegan ernähren sehr gefallen hat. Ich habe jedoch nicht eine ganze Woche geschafft, da es mir schwer gefallen ist, soviel vorzubereiten, zu planen und genau darauf zu achten, was man essen kann. Ich behalte meiner Ernährung veganen Joghurt bei, da mich dieser positiv überrascht hat und mir auch besser schmeckt als herkömmlicher. Ich hoffe mein Erfahrungsbericht konnte bei einigen Interesse wecken, sich über vegane Ernährung zu informieren und das nächste Mittagessen vegan zu kochen.

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