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Mordfall Susanna - Gedenkstätte

Prozess

Ali B. steht wegen Mordes an Susanna vor Gericht

Die schreckliche Tat geschah in den Feldern am Rande von Wiesbaden: Ali B. hat gestanden, hier die 14-jährige Susanna getötet zu haben. War es Mord? Hat er das Mädchen vergewaltigt? Um diese Fragen wird es im Prozess gehen.

Wiesbaden - Der gewaltsame Tod der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz wühlte viele diffuse Ängste um die Sicherheit in Deutschland auf. Verantwortlich für die Tat soll der irakische Flüchtling Ali B. sein. Am kommenden Dienstag (12. März/09.30 Uhr) beginnt der Prozess vor dem Landgericht Wiesbaden.

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Was wird Ali B. vorgeworfen?

Der zum Prozessauftakt 22 Jahre alte Angeklagte soll das Mädchen Ende Mai 2018 in einem Waldstück nahe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und anschließend getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke als Mordmerkmal aus. Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni gefunden worden.

Was soll in Wiesbaden-Erbenheim konkret passiert sein?

Die Staatsanwaltschaft wirft Ali B. vor, Susanna in der Nähe seiner Flüchtlingsunterkunft am Rand einer Wiese mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Als das Mädchen danach gedroht habe, zur Polizei zu gehen, habe er sie von hinten mit seinem Arm erwürgt. Um die Tat zu vertuschen, soll Ali B. mit einer weiteren Person ein Erdloch ausgehoben und die Leiche hineingelegt haben.

Mordfall Susanna: Ali B. verließ nach der Tat das Land

Was machte Ali B. nach der Tat?

Wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod von Susanna reiste der junge Iraker zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern in den kurdisch kontrollieren Nordirak aus. Die kurdischen Sicherheitsbehörden nahmen ihn dort jedoch fest und übergaben ihn der Bundespolizei, die Ali B. zurück nach Hessen brachte. Dazu flog der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, im Juni persönlich in den Nordirak. Der dringend tatverdächtige Flüchtling wurde am 9. Juni festgenommen und sitzt seit dem 10. Juni in der JVA Frankfurt I. in Untersuchungshaft.

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Was sagt der 22-Jährige zu den Vorwürfen?

Ali B. hat in seinen Vernehmungen zugegeben, Susanna umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung der 14-Jährigen bestreitet er.

Wird Ali B. im Prozess etwas zu den Geschehnissen sagen?

Die Verteidigung des Angeklagten hat nach Angaben eines Sprechers des Wiesbadener Landgerichts angekündigt, dass sich Ali B. zu den Vorwürfen der Anklage im Verfahren äußern will.

Kann der Angeklagte Deutsch oder ist ein Dolmetscher nötig?

Der Flüchtling soll nach Angaben des Gerichtssprechers gebrochen deutsch sprechen. Im Verfahren wird aber ein Dolmetscher anwesend sein und in kurdische Sprache übersetzen.

Was passiert voraussichtlich am ersten Prozesstag?

Zum Aufakt des Verfahrens wird die Anklage verlesen. Dazu werden die Angaben zur Person des Angeklagten abgeglichen. Möglicherweise kommt es auch bereits zu einer Aussage von Ali B.. Zeugen oder Sachverständige sind am 12. März nicht geladen. Die Familie der getöteten Schülerin tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

Wer ist in dem Prozess mit bundesweiter Beachtung Vorsitzender Richter?

Der Vorsitzende Richter heißt Jürgen Bonk. Er gilt als sehr erfahrener Richter, der bewusst freundlich und zugewandt, aber auch sehr detailliert und äußerst gewissenhaft nachfragt. Seine Urteilsbegründungen dauern oft deutlich länger als eine Stunde.

Mordfall Susanna: Hat der Angeklagte weitere Straftaten begangen?

Gibt es weitere Straftaten die dem Flüchtling vorgeworfen werden?

Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt drei Anklagen vor dem Wiesbadener Landgericht gegen den zur Tatzeit 21-Jährigen erhoben: Der Iraker soll außerdem noch ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt und einen Mann im Wiesbadener Kurpark mit Waffengewalt überfallen haben.

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Werden alle mutmaßlichen Straftaten zusammen verhandelt?

Die Vorwürfe der Vergewaltigung des elfjährigen Mädchens werden in einem gesonderten Verfahren ab dem 19. März behandelt. Ali B. steht dabei gemeinsam mit einem afghanischen Jugendlichen vor Gericht. Möglicherweise wird die Verhandlung wegen des jungen Alters des zweiten Angeklagten hinter verschlossenen Türen stattfinden.

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