+
Im Odenwald zerstören Unbekannte sieben Bienenunterstände: Tausende Bienen verenden in der Kälte.

Odenwald

Unbekannte zerstören Bienenstöcke - sieben Völker verenden in der Kälte

Unbekannte haben in Breuberg (Odenwald) mehrere Bienenstöcke zerstört. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten die insgesamt sieben Bienenvölker keine Chance.

  • Unbekannte zerstören Bienenstöcke und töten sieben Bienenvölker
  • Polizei im Odenwald ermittelt wegen Sachbeschädigung
  • Von den Tätern fehlt bisher jede Spur

Breuberg - Ein Imker aus dem Odenwald hat am Montag einen grausigen Fund gemacht: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten Unbekannte sieben Bienenstöcke umgestoßen und zerstört, woraufhin die Bienen in der Kälte verendeten. Nach Polizeiangaben habe sich die Tat zwischen Donnerstagnachmittag und Montagvormittag zugetragen. Von dem oder den Tätern fehlt bisher jede Spur.

Polizei bittet um Mithilfe: Wer hat das getan?

Die Bienenvölker überwinterten auf einem Grundstück der Gemarkung "Im alten Grenzberg" nahe der Landstraße 3413 zwischen den Breuberger Stadtteilen Wald-Amorbach und Hainstadt. Nach ersten Schätzungen sei ein Schaden von 2.000€ entstanden. Die Polizeistation Höchst im Odenwald ermittelt* nun wegen Sachbeschädigung und bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe.

Bienen überwintern in „Wintertrauben“

In den Wintermonaten rücken Bienen zu sogenannten Wintertrauben zusammen, ein rundes Gebilde aus tausenden Bienenkörpern. Durch permanente Muskelbewegung sorgen sie für eine entsprechende Temperatur und schützen so ihre Königin. Im Inneren der Wintertraube herrschen so bis zu 35° Celsius; selbst dann, wenn es draußen friert. Je nach Jahreszeit umfasst ein Volk zwischen 5.000 und 40.000 Bienen.

Bienensterben durch Varroa-Milbe

Der Hauptgrund dafür, dass Honigbienen den Winter nicht überleben, ist derweil die Varroa-Milbe. Die ein bis zwei Millimeter große Milbe befällt Bienenstöcke und saugt den weiblichen Arbeiterinnen das Blut ab. Zudem legt sie ihre Eier in die Brut der Bienen. Nach dem Befall bilden sich bei den Bienen Entwicklungsstörungen, meist sterben sie schon nach dem Schlüpfen. Im Erwachsenenalter leiden die Tiere schließlich unter einem schwachen Immunsystem, wodurch sie anfälliger gegen Pestizide sind oder nicht durch den Winter kommen.

Video: Experten warnen: Insektensterben hat dramatische Folgen

Wo Nektar und Honig fließen: Schon zu Beginn des Jahres gehen Bienen und Hummeln auf Nahrungssuche, wie fr.de* berichtet. Was können Hobbygärtner tun?

Im Kampf gegen das Bienensterben sehen Forscher die Politik in der Pflicht. Doch auch Verbraucher könenn sich einbringen. Tipps, was jeder tun kann, damit es Bienen wieder besser geht, wie fr.de* berichtet.

Von Jan Christoph Freybott

fr.de* und op-online.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare