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"Dieser Zug hat Verspätung. Grund dafür sind Personen im Gleis" Was bedeutet das?

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Jeder, der regelmäßig mit S- oder U-Bahn zur Arbeit fährt, hat diese Durchsage sicher schon gehört und sich beim Warten gefragt, was damit eigentlich genau gemeint sein könnte.

Verspätungen im Schienenverkehr sind alltäglich. Oft sind es einfach technische Probleme, die eine Fahrt unnötig in die Länge ziehen. Aber was machen Personen im Gleis? 

Bahnsprecherin Julia Katzenbach-Trosch hat uns die wichtigsten Fragen beantwortet.

Um welche Personen handelt es sich in der Regel?

Es handelt sich um alle möglichen Arten von Personen: Obdachlose die Schutz in den Tunneln suchen, Betrunkene, geistig Verwirrte, Jugendliche die Selfies auf den Gleisen machen, Graffiti-Sprayer, Demonstranten und leider oft auch spielende Kinder.

Wer stellt fest, dass sich Personen im Gleis befinden und wie wird darauf reagiert?

In der Regel bemerkt der Fahrzeugführer die Personen, hält an und verständigt sofort die Polizei.

Warum dauert es manchmal so lang, bis es weitergeht?

Zuerst muss die Polizei die Strecke wieder freigeben. Wenn zum Beispiel Personen erst unter Kontrolle gebracht werden müssen oder sich in einem Tunnel befinden, kann dies natürlich länger dauern.

Werden diese Personen angezeigt?

Wenn ein Zug wegen einer unbefugten Person bremsen muss, handelt es sich in der Regel um eine Straftat.

Anm. d. Red.: Laut Bundespolizei wird ein unbefugtes Überqueren der Gleise als Ordnungswidrigkeit mit 25 Euro geahndet. Muss jedoch eine Strecke gesperrt werden oder Fahrgäste im Zug stürzen, weil der Fahrer stark bremsen muss, spricht man von einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Hier drohen hohe Geld- oder sogar Freiheitsstrafen.

Gibt es Maßnahmen um unbefugte Personen fernzuhalten?

Wer den festen Vorsatz hat, auf die Gleise zu gelangen, wird dies auch schaffen. Das lässt sich leider nicht verhindern. Wir versuchen dies natürlich so schwierig wie möglich zu machen. Beispielsweise befinden sich mittlerweile in Frankfurt am Ende der Bahnsteige verschließbare Türen, um ein leichtes Betreten der Tunnel zu verhindern.

Das Gespräch führte Markus Künzel

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