Mein Auslandssemster

Vorlesungen im Museum und andere Absurditäten

Als ich in den ersten Tagen meines Austauschs einen Raum in der Universität Zürich gesucht habe, verwirrte mich die Inschrift des Gebäudes: Museum. Ich schaute auf mein Handy, überprüfte die Adresse. Dann sah ich ein Schild, an dem ich beachtungslos verbeigelaufen war. Hier war ich richtig, denn es wies auf das kunsthistorische Institut hin. Dann öffnete ich eine der Türen und stand mitten in archäologischen Artefakten. War ich doch falsch? Ich betrachtete einen weiteren Plan, verirrte mich kurz, fragte ein paar Leute und schon stand ich im Seminarraum.

Als ich in den ersten Tagen meines Austauschs einen Raum in der Universität Zürich gesucht habe, verwirrte mich die Inschrift des Gebäudes: Museum. Ich schaute auf mein Handy, überprüfte die Adresse. Dann sah ich ein Schild, an dem ich beachtungslos verbeigelaufen war. Hier war ich richtig, denn es wies auf das kunsthistorische Institut hin. Dann öffnete ich eine der Türen und stand mitten in archäologischen Artefakten. War ich doch falsch? Ich betrachtete einen weiteren Plan, verirrte mich kurz, fragte ein paar Leute und schon stand ich im Seminarraum.

Während ich mich umsah, erkannte ich weitere Unterschiede. Man merkte, dass mehr Geld für die Räumlichkeiten und deren Ausstattung in die Hand genommen wurden. Allein die Gebäude des Campus waren fast herrschaftlich. Der Historismus prägte einen Großteil des Stils. Selbst die Anbauten aus der Gegenwart fügen sich einigermaßen in das Bild ein. Ganz anders als der Campus Bockenheim. Vielleicht ist es meine rosarote Brille, aber auf diesem Campus erscheint alles, als sei es innerhalb der vergangenen fünf Jahre renoviert worden. Die Stühle sind bequemer, die technische Ausrüstung der Räume ist besser. Das heißt aber nicht, dass Dozenten damit besser umgehen könnten. Ein Massenvertrag mit Apple wurde geschlossen, der anscheinend auch für einen Großteil der Studenten gilt. Besonders in den Vorlesungen fühlt man sich deshalb nach Amerika versetzt.

Habe ich erwähnt, dass die Stunden von einem Gong eingeleitet werden? Dann wird das Licht gedimmt und ein leises Pochen der Tastaturen begleitet die Worte der Professoren. Nach 45 Minuten ertönt ein weiterer Gong und niemand scheint verwundert, wenn die Professorin, bevor sie fortfährt, fragt: „Wünschen Sie eine Pause?“ Wie in der Schulzeit. Bologna lässt grüßen, dachte ich während das Licht wieder gedimmt wurde.

Auch in den nächsten Wochen sollte mein idealisierter Blick auf den Campus nicht verschwinden. Die Toiletten waren sauberer, die Uni schien beinahe frei von Graffiti und überall sah ich archäologische Statuen. Trotzdem vermisse ich die Frankfurter Campi der Goethe-Universität ein wenig. Besonders die Paternoster Westend.  

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