Mein Auslandssemester

Wohnungssuche in der Schweiz

Eine Wohnung in Frankfurt zu finden, ist nicht einfach und die Wohnungen sind nicht günstig. Eine Wohnung in Zürich zu finden schwierig… und  teuer. Das konnte ich eindrucksvoll  bei meiner Wohnungssuche zu Beginn des Auslandssemesters spüren.

Von Kathrin Mordeja

Eine Wohnung in Frankfurt zu finden, ist nicht einfach und die Wohnungen sind nicht günstig. Eine Wohnung in Zürich zu finden schwierig… und  teuer. Das konnte ich eindrucksvoll  bei meiner Wohnungssuche zu Beginn des Auslandssemesters spüren.

Frankfurt und Zürich  gehören laut UBS Global Real Estate Bubble Index zu Städten, bei denen der Wohnungsmarkt überteuert ist. Die Mietpreise entwickeln sich rasant. Vergleichsweise gut stehen beide Städte jedoch bei der Möglichkeit da, eine Wohnung zu kaufen. Muss  in Honkong ein Facharbeiter 22 Jahre lang arbeiten, eine 60 Quadratmeter große Wohnung kaufen zu können, so  sind es in Zürich nur sechs bis sieben Jahreslöhne. In der Theorie hört sich das hoffnungsvoll an, doch in der Praxis kann man in Zürich vom gleichen Geld nicht so viel zu kaufen wie in Frankfurt.

Als ich nach Wohnungen suchte, merkte ich schnell, dass ich tiefer in die Tasche greifen musste. Selbst WG-Zimmer kosteten meist 750CHF und mehr. Von den Preisen abgeschreckt, hoffte ich auf einen Platz im Studentenwohnheim. Hier waren Preise ab 300CHF möglich. Fehlanzeige: Wie in Frankfurt übersteigt bei günstigen Wohnungen die Nachfrage das Angebot.

Von der hohen Nachfrage getrieben wagen sich immer mehr Betrüger in das Feld. Sie inserieren auf seriösen Plattformen oder posten auf Facebook. Sie sind so präsent, dass sogar die Universität explizit Studierende warnt.

In der Gruppe der internationalen Studenten auf Facebook las ich verschiedene Angebote: Große Wohnungen zu kleinen Preisen. Die ersten beiden Damen schrieb ich an. Bei Nummer 1 wurde noch nicht einmal Wert auf ein ordentliches Profil gelegt. Als die Person nicht auf meine Fragen einging, sondern mit einem Standarttext antwortete, war ich nicht verwundert, dass das Profil eine Woche später verschwunden war. Nummer 2 stellte sich geschickter an. Auf den ersten Blick erschien das Profil in Ordnung. Später merkte ich, dass es dieser Inserent  eins zu eins den Namen, die Bilder und alles von  einer anderen Person übernommen hatte. Außerdem wurde ich stutzig, als die Person vor dem Unterzeichnen des Vertrags von mir einen bestimmten Betrag zur Reservierung des Zimmers forderte.

Die erste Woche verbrachte ich im Hostel. Über diverse Plattformen hatte ich zuvor Besichtigungstermine vereinbart. Voll Ungewissheit ging ich von einem WG-Casting zum anderen. Gleich am ersten Abend erlebte ich eine Pleite: der Vermieter hatte den Termin vergessen. Nach 30 Minuten vor der Haustür gab ich auf, warf einen Zettel in den Briefkasten und sollte nie wieder von der Person hören. Meinen zweiten Termin hatte ich über die Wohnungsvermittlung der Uni  vereinbart. Er lag ein wenig außerhalb der Stadt, aber direkt am Zürichsee, in einem Haus, das über 400 Jahre alt ist. Ich merkte schnell: Die Chemie stimmte, das Zimmer auch. Also zog ich eine Woche später in ein Zimmer für 750CHF. In Frankfurt hätte ich dafür schon eine kleine Wohnung bekommen. Doch hörte ich von anderen internationalen Studenten: „Da hast du ja noch Glück gehabt.“  

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