Frankfurt Universe

Erst nach dem Ende der Saison können bei der Universe konkrete Pläne geschmiedet werden

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Während die Universe-Footballer am Sonntag in die Play-offs starten, wird im Hintergrund über Zukunftsszenarien nachgedacht.

Wenn die Spieler der Frankfurt Universe am Sonntag (15 Uhr) vor heimischer Kulisse zum Play-off-Viertelfinale der German Football League (GFL) gegen die Berlin Rebels auflaufen, wird Thomas Rittmeister genau hinschauen. Denn jede Partie, die die finanziell angeschlagenen Hessen noch in dieser Saison bestreiten, wirkt sich auf die Bilanz aus, die der Insolvenzverwalter am Ende ziehen muss. Von der Summe, die er im positiven Bereich verbuchen kann, ist wiederum abhängig, was die Gläubiger der Frankfurt Universe Betriebs-GmbH (FUB) an Rückzahlungen zu erwarten haben.

Am Mittwoch hatten sie sich erstmals im Offenbacher Amtsgericht versammelt. Etwa 30 von 273, darunter 225 Dauerkartenbesitzer, waren gekommen. Insgesamt hat die Menge bislang etwa 1,29 Millionen Euro an Rückständen zu beklagen; wie viel davon sie zurückerwarten kann, vermag Rittmeister noch nicht zu sagen. Im Bundesdurchschnitt liegt die Quote zwischen drei und fünf Prozent. Zudem ist es möglich, dass weitere Forderungen geltend gemacht werden. Matthias Mämpel etwa, der die Vorgängergesellschaft der FUB führte, ist in dieser Hinsicht noch gar nicht auf den Plan getreten.

Schnell war man sich unter den Gläubigern einig, dass es weitergehen soll mit den erstklassigen Eiträgern im Rhein-Main-Gebiet. Rittmeister hat den Auftrag bekommen, einen Insolvenzplan zu erstellen. Vor Ende des Jahres wird der kaum fertig sein. Doch eines ist schon klar: Auf dem großen Fuß, auf dem sich die Men in Purple seit ihrem Aufstieg in die Beletage bewegten, werden sie nicht weitermachen können. Mit Helikoptern, die zum Kick-off einflogen, oder so exklusiven Stadionsprechern wie Werner Reinke habe man vor allem 2016 „über seinen Verhältnissen gelebt“, betont Rittmeister.

Schwarzer wird abgelöst

Dirk Arnold, der Vorsitzende des Vereins AFC Universe, aus dem heraus die Profis ausgegliedert wurden, hält es für möglich, dass man sich 2019 in Ruhe konsolidiert. Dass das Team weiter um die Play-offs mitspielt, aber den Großteil der Konkurrenz nicht mehr so dominiert, dass es in der Hauptrunde nur das eine Highlightspiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns gibt.

Das Konzept, wie man die Zukunft angeht, müsse aber noch entstehen und wird laut Arnold wohl erst im Frühjahr vorliegen. In Workshops sollen die Fans darauf Einfluss nehmen können.

Fest steht immerhin, dass der für die Insolvenz verantwortliche Michael Schwarzer nicht mehr die Geschäfte der FUB führen wird, aber eventuell mit einer anderen, operativen Aufgabe im Management, zum Beispiel im Bereich der Spieltagsgestaltung, betraut wird. Zwei weitere Personen sollen nach dem Vier-Augen-Prinzip für die Finanzen zuständig sein, flankiert von einem vier- bis fünfköpfigen Beirat mit Experten aus dem Rechtswesen, der Wirtschaft und der Politik. Ein Marketingfachmann könnte die Sponsorensuche übernehmen.

„Das sind bislang nur grobe Richtlinien“, betont Arnold, bei dem die FUB ebenfalls noch Schulden hat, weil der Vereinschef Anfang 2016 deren Erstausstattung finanzierte. Jetzt stehen er und seine Mitstreiter schon wieder vor einem Neuanfang. „Ich weiß nicht, wie lange sich das alles hinziehen wird“, betont Arnold. So nah wie diesmal sei er schließlich nie zuvor bei einer Insolvenz dabei gewesen.

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