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In guter Form: Die Frankfurter Timothy Thomas (links) und David Giron Jansa.

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Frankfurt Universe zerlegt Marburg

Die insolvente Frankfurt Universe hat im ersten Saison-Heimspiel in der German Football League (GFL) die Marburg Mercenaries mit 63:7 (14:0, 35:0, 49:7) deklassiert. Headcoach Brian Caler geriet hinterher ins Schwärmen.

Der Rahmen war im ersten GFL-Heimspiel in dieser Spielzeit kleiner als gewohnt. Die Ränge des Stadions am Bornheimer Hang waren gestern Nachmittag spärlich gefüllt, nur knapp 1700 Zuschauer waren gekommen. „Ich bin damit nicht unzufrieden“, sagte Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister und verwies auf die sehr kurze Zeit für den Kartenvorverkauf. Denn erst vor einer knappen Woche stand fest, dass die Partie stattfindet. Alles war familiärer und weniger ausufernd als in der vergangenen Saison. Die wirtschaftlichen Probleme hatten die dazu gezwungen, auf ein teures Rahmenprogramm mit großer Party zu verzichten. Das störte aber wahrscheinlich niemanden, denn die Universe bot ihren Fans allerfeinsten Football.

„Es ist sehr beeindruckend, wie das Team zusammengespielt hat“, frohlockte Headcoach Caler und schob nach: „Ich bin dankbar und stolz, dass ich ein Teil der Universe bin.“ Die Hausherren setzten sowohl im Pass- als auch im Laufspiel Akzente. Allerdings gegen einen Gegner, der keinen guten Tag erwischt hatte und in dieser Verfassung nichts in der Spitzengruppe der Südgruppe zu suchen hat. Marburg war nicht gedankenschnell genug und fand in der Offensive nie wirklich ein Mittel gegen die aggressive Frankfurter Defensivabteilung. Nur der Ex-Frankfurter Silas Nacita stemmte sich gegen das drohende Unheil, konnte aber nicht viel ausrichten. Nach Touchdowns von David Giron Jansa (4.), Harry Innis (10.), Timothy Thomas (14., 17.) und Joe Bergeron (23.) war das Match bereits zur Pause gelaufen – und die leiderprobten Fans in Feierlaune. Viele Dauerkarteninhaber (insgesamt 780) mussten sich neue Tickets kaufen, da die Saisonkarten aufgrund des Insolvenzverfahrens nicht mehr gültig sind. Insolvenzverwalter Rittmeister sucht weiter nach Sponsoren, die die Tickets finanzieren – bislang vergeblich. „Dass die Fans die Leidtragenden sind, ist traurig“, sagte Rittmeister.

Wochenlang war es völlig unklar, ob die Universe überhaupt im Stadion am Bornheimer Hang spielen darf. Da die finanzielle Lage der insolventen Profiabteilung zwischenzeitlich aussichtslos erschien, sprach vieles für einen Rückzug vor dem ersten Heimauftritt. Doch Insolvenzverwalter Rittmeister gelang es binnen kürzester Zeit, Sponsoren für zusätzliche Unterstützung zu gewinnen. „Diese Nachricht hat die Jungs natürlich ungemein befreit“, sagte Defensive Coordinator Thomas Kösling.

Die Frankfurter gingen äußerst konzentriert zu Werke und kauften den biederen Gästen schnell den Schneid ab. Einen starken Eindruck hinterließ Runningback Bergeron, der sich mit seinem bulligen Körper immer wieder durch die Marburger Abwehr tankte. Quarterback Steve Cluley deutete derweil an, dass er die hohen Erwartungen des Umfelds erfüllen kann. Der US-Amerikaner führte mit präzisen Pässen umsichtig Regie und markierte kurz nach der Pause den Touchdown zum 42:0 (27.). Doch der Hunger der Gastgeber war damit noch nicht gestillt. Thomas (36.) und Andreas Betza (42., 46.) erzielten die weiteren Touchdowns.

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