Aus Kollegen sind Gegner geworden: Silas Nacita (Universe, rechts) wird von seinem ehemaligen Marburger Mannschaftskollegen Paul Neal Howey angegriffen.
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Aus Kollegen sind Gegner geworden: Silas Nacita (Universe, rechts) wird von seinem ehemaligen Marburger Mannschaftskollegen Paul Neal Howey angegriffen.

Frankfurt Universe

Klaus Rehm: "Es war nicht immer einfach"

Vor zehn Jahren wurde der American Football Club Frankfurt Universe gegründet. Die Mannschaft spielt heute in der ersten deutschen Football-Liga (GFL) und hat sich bereits im zweiten Jahr in Folge ihren Platz in den Play-offs gesichert. FNP-Mitarbeiterin Sandra Kathe sprach mit Klaus Rehm (60), der zu den Gründungsmitgliedern zählte und von Beginn an Vorsitzender des Vereins ist, über Visionen, Ziele und Hindernisse.

Herr Rehm, als Gründungsmitglied waren Sie von Beginn an Teil des Projekts Frankfurt Universe. Wie entstand damals die Idee einen neuen Football-Verein zu gründen?

KLAUS REHM: Der Gedanke entstand ziemlich unmittelbar nach dem Ende der NFL Europe und damit dem Aus der Frankfurt Galaxy. Damals gab es einige, die die Football-Tradition in Frankfurt nicht sterben lassen wollten. 13 Leute taten sich nur Wochen nach der Bekanntgabe zusammen und gründeten am 18. Juli 2007 den Verein Frankfurt Universe.

Also ein Netzwerk, das sich bereits aus Galaxy-Zeiten kannte?

REHM: Nicht direkt. Die Gründungsmitglieder kamen alle aus dem Umfeld der Galaxy. Da waren Fans dabei, Spieler, Menschen wie ich, der für die Galaxy zuvor an den TV-Übertragungen mitgearbeitet hatte. Es waren 13 Leute, die sich zum Teil durch den Plan, etwas Neues aufzubauen, erst kennenlernten, die aber die Leidenschaft für American Football schon vorher verbunden hatte.

Nach der Gründung ging dann alles ziemlich schnell . . .

REHM: Zumindest hatten wir mit unserer Initiative großen Anklang gefunden. Binnen weniger Wochen hatte Frankfurt Universe noch nicht einen Spieler verpflichtet – dafür aber schon an die 500 Mitglieder gewonnen, die das Projekt mittragen wollten. Und auch ziemlich schnell Markus Grahn auf unserer Seite, den wir ebenfalls aus dem Umfeld der Galaxy als Headcoach gewinnen konnten.

Und die Spieler?

REHM: Die hatten sich größtenteils über eine Anzeige im Internet gemeldet und waren zum ersten Sichtungstraining im November bei eisiger Kälte zum ersten Mal auf dem Platz gestanden. Viele waren es damals noch nicht: Etwa 30 Mann, mit denen alles los ging. Das war der Anfang, mit dem wir uns auf die erste Saison in der Landesliga vorbereiten konnten.

2008 folgte der Aufstieg in die Oberliga, 2009 in die Regionalliga und 2011 in die GFL 2. Wie ist das, wenn eine Vision so schnell wahr wird?

REHM: Das war nicht immer einfach. Zwischendurch hatte, glaube ich, nicht nur ich das Gefühl, dass uns die Idee von der erfolgreichen Football-Mannschaft in Frankfurt immer eine Nasenlänge voraus war und wir ihr hinterherhecheln mussten. Dass wir das alles geschafft haben, ist vor allem der Mitgliederstruktur und Hunderten Helfern zu verdanken. Für die Universe haben über die Jahre etliche Menschen einen Großteil ihrer Freizeit geopfert, um uns dahin zu bringen, wo wir heute sind.

Und das obwohl die Umstände alles andere als ideal waren.

REHM: Das sind sie bis heute nicht, denn eine Erste Mannschaft, die in der Bundesliga ganz oben mitspielt, ist noch lange nicht alles. Bis heute ist es alles andere als einfach, Trainingsplätze zu finden, wo unsere vier Jugendmannschaften trainieren können. Mit ein Grund, warum es uns bis heute nicht gelungen ist, eine Zweite Mannschaft ins Leben zu rufen, die unserem eigenen Nachwuchs eine Chance bietet, langfristig für die Universe zu spielen und sich auf einen Einsatz in der Ersten Mannschaft vorzubereiten. Platzmangel in Frankfurt betrifft eben nicht nur den Wohnraum, sondern auch Sportvereine wie uns, uns zwar ganz unabhängig vom Erfolg.

Und eine Lösung für dieses Problem ist nicht absehbar?

REHM: Zumindest nicht in den nächsten Wochen und Monaten. Es gibt wohl kaum einen Verein in Frankfurt, mit dem wir noch nicht in Kontakt waren und nach gemeinsamen Möglichkeiten gesucht haben. Sobald sich für uns ein Weg auftut, werden wir ihn einschlagen. Bis dahin heißt es geduldig sein, mit den bestehenden Mannschaften das Beste geben und auf Unterstützung hoffen.

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