Frankfurt Universe

Weg aus den Schulden soll gefunden sein

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Michael Schwarzer, Geschäftsführer der Frankfurt Universe, streitet finanzielle Probleme des Football-Clubs nicht ab. An diesem Donnerstag sollen beim Gläubiger FSV Frankfurt 100 000 Euro fällig sein.

2016 im Viertelfinale, 2017 unter den besten Vier – was in diesem Sommer kommen soll, das braucht Universe-Geschäftsführer Michael Schwarzer gar nicht auszusprechen. Der Einladung der Frankfurter Footballer zu einem Pressetermin in die 44. Etage des Main Towers am Mittwoch könnte man also symbolischen Charakter zuweisen, wenn nicht der neue Partner des Clubs aus der German Football League (GFL) sowieso eine seiner Dependancen auf dieser Höhe hätte.

Zudem waren es zuletzt die Fans eher verunsichernde Nachrichten über die Universe, die zwischen all den offiziell vom Club verbreiteten Spielerwechseln und Vertragsverlängerungen aus verschiedenen Quellen an die Öffentlichkeit drangen. Von einem Schuldenberg in mittlerer sechsstelliger Euro-Höhe war da zu lesen und immer wieder davon, dass man beim selbst mit finanziellen Problemen kämpfenden Gastgeber in der Spielstätte am Bornheimer Hang, dem Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt, mit der Stadionmiete im Rückstand sei.

Dass es bei verpflichtenden Zahlungen noch einiges an Ausständen gebe, konnte Schwarzer denn auch gestern nicht verhehlen, obwohl er Details nicht preisgeben wollte. „Aber wir haben in den vergangenen zwei Monaten intensiv an diesen Defiziten gearbeitet.“ Und den Spielern sei man zumindest nichts mehr schuldig.

Mit anderen Gläubigern habe man Vereinbarungen getroffen, nach denen das noch ausstehende Geld nach und nach abgezahlt werden soll. FSV-Präsident Michael Görner bestätigte dies kürzlich insofern, dass von den 140 000 Euro, die seine GmbH noch zu bekommen habe, knapp 40 000 überwiesen wurden und der Rest an diesem Donnerstag beglichen werden soll. Die Ausschüttung wurde offenbar dadurch möglich, dass die Universe seit dem Start des Dauerkartenverkaufs vor vier Wochen bereits 600 Tickets absetzen konnte und damit, so Schwarzer, auf einem guten Weg zu einem mindestens ähnlichen Ergebnis wie in der vergangenen Saison sei, als es knapp 1000 waren. Die Preise wurden leicht aufgestockt, was jedoch daran liege, dass man aufgrund der frühen Festlegung des Spielplans diesmal schon alle sieben Heimauftritte in der GFL Süd sowie die Saisoneröffnung mit der Euro-Bowl-Partie am 28. April gegen Paris terminiert habe. Zudem beinhalteten die Karten nun auch erstmals ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr.

Dass man überhaupt in die finanzielle Schieflage geraten ist, begründet Schwarzer mit dem schnellen Wachstum, das die Universe in der jüngeren Vergangenheit durchlaufen habe. „2015 haben wir noch in Rüsselsheim vor 500 Zuschauern gespielt“, jetzt wiesen die Frankfurter mit 5000 Besuchern „europaweit den höchsten Durchschnitt“ auf. Um dahin zu kommen, habe man einiges investieren und vieles ausprobieren müssen, ohne zu wissen, was sich auszahlt. „Wir mussten erst mal am großen Rad drehen“, sagt der frühere Eishockeyspieler und Aufstiegsheld der Löwen.

Nun habe man einiges an Einsparpotenzial ausgemacht. „Beim Feuerwerk habe ich gelernt, dass es Effekte gibt, die der Fan nicht sieht, die aber sehr teuer sind“, nennt Schwarzer ein Beispiel. Zudem müsse man sich fragen, ob Attraktionen wie das beliebte Bullenreiten bei jedem Spiel aufgebaut werden müssten. Oder, wenn ja, ob nicht Partner diese in Zukunft präsentieren und damit die anfallenden Kosten übernehmen könnten. „Wir können viele Dinge abgeben“, will Schwarzer erkannt haben. Und auf diesem Weg, auf dem auch der Einsatz von 50 bis 70 Ehrenamtlichen pro Spieltag vorwiegend im Sicherheitsbereich eine Rolle spiele, sei man bei der Begleichung bestehender Schulden, aber auch der Finanzierung der kommenden Saison schon bei „90 bis 95 Prozent“.

Woran man – anders als etwa bei Hubschrauberlandungen in der Arena – nicht sparen könne, das sei die Qualität der Mannschaft. Denn ohne sportlichen Erfolg und die für diesen überwiegend verantwortlichen 15 bis 18 Import-Spieler nutzten alle Werbemaßnahmen wenig. Allerdings mussten die Men in Purple bereits einige Leistungsträger ziehen lassen und die Lücken mit jüngeren Kräften füllen. Entsprechend sieht der Manager die Mannschaft bei einem kleinen Neustart, zu dem auch der Wechsel auf der Cheftrainerposition von Markus Grahn auf Brian Caler gehört. Dieser führte dazu, dass mancher schon mit Abwanderungsgedanken spielende Akteur nun doch seinen Treueschwur am Main erneuerte, darunter jüngst Spielmacher Sonny Weishaupt.

Warum man nicht die Initiative ergreife und für Transparenz sorge, statt sich darüber zu ärgern, dass andere den Medien die unangenehmen Schlagzeilen über die eigene Situation diktieren, das erklären Schwarzer und sein in der Organisation tätiger Bruder Marco damit, dass man ja „nicht jede Kleinigkeit“ bekanntgeben müsse. Bei gegebener Zeit, spätestens bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz im März, werde man offiziell zu den Vorgängen Stellung beziehen. Bis dahin ist man offenbar bereit, sich weiterhin von anderen das Spiel aus der Hand nehmen zu lassen.

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