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Mr. Explosiv

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Von: Harald Joisten

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Münchens Trainer Svetislav Pesic.
Münchens Trainer Svetislav Pesic. © Lukas Barth

Nach dem wichtigen Sieg im dritten Viertelfinal-Spiel gegen die Skyliners kritisiert der ehemalige Bundestrainer einen früheren Coach der Frankfurter öffentlich – und das zu unrecht.

Svetislav Pesic hätte allen Grund gehabt, erleichtert durchzuatmen. Gerade hatte sich sein FC Bayern den ersten Matchball im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft erspielt. Doch der bekannteste deutsche Basketball-Trainer wählte wieder die Abteilung Attacke. Der Serbe, der die deutsche Nationalmannschaft 1993 als Bundestrainer sensationell zum EM-Titel geführt hatte, griff aus heiterem Himmel den ehemaligen Skyliners-Trainer Stefan Koch verbal an. „Wenn er so gut als Trainer gewesen wäre, würde er jetzt nicht als Kommentator arbeiteten“, sagte Pesic über Koch, der mit den Skyliners im Jahr 2000 den deutschen Pokal gewann, danach unter anderem die Gießen 46ers trainierte und seit dieser Saison als TV-Kommentator für die Deutsche Telekom arbeitet. Das Telekommunikationsunternehmen besitzt die Medienrechte der Basketball-Bundesliga und überträgt sämtliche Spiele live im Internet und Fernsehen (teils kostenpflichtig). Pesic grantelte, Koch stelle ihm immer nur „negative Fragen. Solche negative Menschen kann ich nicht leiden“.

Mit seinen abwegigen Vorwürfen hat Pesic auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung eine weitere unnötige „Baustelle“ aufgemacht. Koch, in der Basketball-Szene als kompetent und umgänglich geschätzt, wollte sich gestern zu der Kritik „nicht äußern“. Schon kurz nach dem Live-Interview habe er allerdings „mehrere SMS“ auf sein Handy bekommen.

Eine Chance zur Aussprache mit Pesic bietet sich schon morgen: Koch wird das vierte Viertelfinal-Duell zwischen den Skyliners und Bayern am Sonntag (17 Uhr) in Frankfurt voraussichtlich wieder kommentieren.

Die Skyliners stehen dabei sportlich mit dem Rücken zur Wand. Nur ein Sieg bewahrt sie vor dem Play-off-Aus und damit vor dem Saisonende. Nach der 64:82-Niederlage am Donnerstag liegen sie in der Serie mit 1:2-Siegen zurück. „Wir müssen besser verteidigen und die Rebounds einsammeln“, forderte Kapitän Quantez Robertson. Der Guard selbst wirkte im dritten Spiel etwas müde, wie auch einige Teamkollegen. Womöglich macht sich nun der kleinere Kader der Frankfurter bemerkbar. Nach den Verletzungen von Johannes Voigtmann und Konstantin Klein tragen nur noch sieben Spieler die Hauptlast. Trainer Gordon Herbert agiert mit nur zwei Auswechselspielern.

Kleinerer Skyliners-Kader

Der Kader von Pesic ist deutlich ausgeglichener. Der 65-Jährige verfügt über zwölf nahezu gleichwertige Akteure und kann entsprechend die Spielzeit auf mehrere Schultern verteilen. Keiner seiner Profis musste in den vergangenen zwei Partien länger als 30 Minuten auf dem Parkett stehen. Bei Frankfurt ist das für Spieler wie Cobbs und Robertson Alltag. Dennoch haben die Hessen freilich nach wie vor Chancen, das Halbfinale zu erreichen. Ein zweiter Heimsieg morgen würde neue Kräfte freisetzen.

Und die Bayern haben sich trotz des jüngsten Heimerfolges noch nicht meisterlich präsentiert. Zu häufig gibt es Leistungs-Schwankungen. Die Mannschaft tritt noch nicht als gefestigte Einheit auf und hat laut Pesic ein mentales Problem. „Wir haben im dritten Viertel Schwäche gezeigt nach dem Motto: Wir werden sowieso gewinnen. Ich weiß nicht, woher diese Einstellung kommt. Diese Überheblichkeit kann ich nicht leiden“, kritisierte Pesic und ergänzte: „Eine gewisse positive Arroganz gehört zu einem Spitzensportler dazu. Aber wir sind manchmal schon zufrieden, mit dem, was wir gemacht haben.“

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