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Freut sich auf seine Bundesliga-Premiere am Sonntag in Frankfurt, trotz der sportlich schwierigen Situation: Spielmacher Tra Holder.

Basketball

Frankfurt Skyliners: Der lange verletzte Tra Holder soll dem Team wieder Leben einhauchen

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Am Dienstag hat Tra Holder sein erstes Spiel als Basketball-Profi bestritten – für seinen neuen Club in Frankfurt, der große Stücke auf den 23-Jährigen hält.

Er musste lange warten. Monatelang. Eigentlich hatte Tra Holder sein Profi-Debüt bereits im Herbst 2018 geben wollen. Kurz zuvor im Sommer war der US-Amerikaner voller Hoffnung nach Europa übergesiedelt und schloss sich dem italienischen Erstligisten Turin an. Doch eine Sehnenverletzung, die er sich bereits im Januar 2018 bei einem College-Spiel zugezogen hatte, bremste den talentierten Spielmacher aus. „Im Sommer wurden die Schmerzen größer. Ich musste mich operieren lassen“, erinnert sich Holder. Dreieinhalb Monate war er raus, durfte keinen Basketball anrühren – und bekam auch dann keine Perspektive, als er kürzlich wieder fit wurde: Turin hatte sich inzwischen verstärkt und keine Verwendung mehr für ihn.

Doch Dinge ändern sich im Leben manchmal schnell: In der vergangenen Woche wechselte er zu den Frankfurt Skyliners, am Dienstag bestritt er im Eurocup endlich sein erstes Spiel als Profi. „Es hat sich gut angefühlt“, sagte der 23 Jahre alte Point Guard – trotz der 52:75-Niederlage beim französischen Tabellenführer und Rekordmeister Lyon.

Holders Premiere war ein persönlicher Lichtblick in einer ansonsten fast skurril anmutenden Situation. Ausgerechnet er, der unerfahrene Youngster, der monatelang verletzungsbedingt ausfiel, gehört nun zu den Hoffnungsträgern der stark kriselnden Skyliners. Eine Herkulesaufgabe, so scheint es. Erst am vergangenen Samstag hat Holder sein erstes Mannschaftstraining Fünf-gegen-Fünf seit Monaten bestritten. Nun soll er einem Team, das nach acht Pflichtspiel-Niederlagen völlig aus der Bahn geraten ist, neues Leben einhauchen und zurück auf den Erfolgsweg führen.

Holder traut sich das zu, wenn auch vielleicht nicht auf Anhieb. Mit ruhiger Stimme sagt er: „Ich habe auch schon früher in Teams gespielt, die verloren haben.“ Momentan sei die Situation zwar auch für ihn noch „schwierig, weil ich lange nicht gespielt habe. Aber im Laufe der Saison, wenn ich mich entwickele, werde ich dem Team helfen, zu gewinnen.“ Hilfe hat sein neues Team bitter nötig. Ziemlich schnell sogar. Der Auftritt in Lyon legte die ganze Verunsicherung offen. Lediglich 16 Punkte gelangen den Frankfurtern in der ersten Halbzeit. Es gab kein Zusammenspiel, keine Struktur, selbst einfache Korbleger wurden vergeben. Es mangelt auch an Qualität. Spieler wie der 20-jährige Schwede Elijah Clarance haben auf diesem Niveau (noch) nichts verloren.

Holder kam 15 Minuten zum Einsatz, zeigte freilich noch Anpassungsschwierigkeiten und vergab seine ersten drei Würfe. Doch immerhin setzte er mit einem erfolgreichen Dreier, seinen einzigen Punkten, den Schlusspunkt der Partie. Und der mit 1,85 Metern kleinste Spieler auf dem Parkett deutete sein Potenzial an: Er ist wendig, technisch versiert und mit einem guten Wurf ausgestattet. Das zeigte er schon in seinen vier College-Jahren. In seiner letzten Saison 2017/18 an der renommierten Arizona State University erzielte der Spielmacher durchschnittlich 18,2 Punkte. Gegen die Xavier University gelangen ihm einmal sogar 40 Zähler. „Ich kreiere gerne und bin ein guter Teamplayer“, beschreibt der 23-Jährige sich selbst. Auch Frankfurts Trainer Gordon Herbert ist von Holder überzeugt. „Tra hatte vier herausragende Jahre in Arizona und hat bewiesen, auf hohem Level spielen zu können.“

Seine nächste Aufgabe mit den Frankfurtern hat es jedoch erneut in sich. Bei seinem Bundesliga-Debüt am morgigen Sonntag (15 Uhr) trifft Holder mit den Skyliners auf den Tabellenzweiten Baskets Oldenburg. Den Frankfurtern droht der nächste Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg. Gerade einmal vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den Tabellenletzten Crailsheim. Holders Wunsch für Sonntag? „Zu gewinnen.“ Er freut sich auf seine Premiere in der Fraport Arena, die er am vergangenen Sonntag als Zuschauer im Pokal-Halbfinale gegen Alba Berlin (70:105) erstmals erlebte. „Die Fans waren großartig. Wir haben auch ein gutes Team. Wir müssen nur eine bessere Defense spielen und unsere offenen Würfe treffen.“ Wenn es nur so einfach wäre. Holder will auf jeden Fall versuchen, das zu realisieren. Auch wenn er zunächst wohl nur auf der Bank sitzen und der zweite Neuzugang Tyler Larson auf der Spielmacher-Position beginnen wird.

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