Erster Auftritt im Skyliners-Trikot: Philip Scrubb.
+
Erster Auftritt im Skyliners-Trikot: Philip Scrubb.

Liebe auf den zweiten Blick

  • Harald Joisten
    VonHarald Joisten
    schließen

Schon im Sommer wollten die Frankfurter den kanadischen Basketball-Nationalspieler verpflichten. Jetzt hat es geklappt.

Die Skyliners wollen es wissen. In dieser Saison haben sie endlich wieder das Potenzial, um oben angreifen zu können. Die Mannschaft mit den deutschen Leistungsträgern Johannes Voigtmann, Danilo Barthel und Konstantin Klein hat sich prächtig entwickelt und liegt in der Basketball-Bundesliga als Tabellenvierter nur knapp hinter den Top-Teams Bamberg, Bayern München und Berlin. Der Einzug in die Play-offs dürfte Formsache sein.

Um in den kommenden Monaten auch für Verletzungsausfälle gewappnet zu sein, haben die Frankfurter noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Die Verpflichtung des Kanadiers Philip Scrubb scheint auf den ersten Blick überraschend. Denn die Skyliners verfügen bereits über sechs Ausländer – mehr sind laut Bundesliga-Reglement pro Team nicht erlaubt. Scrubb ist die Nummer sieben. Allerdings fehlte in den vergangenen Monaten fast permanent ein ausländischer Profi wegen Verletzung. Aktuell betrifft es erneut Tomas Dimsa, der über Rückenprobleme klagt. Der Litauer wird vermutlich auch am Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellen-14. Crailsheim Merlins ausfallen.

Scrubb dürfte also wieder im Kader stehen. Und das womöglich auf Dauer. Der 23-Jährige scheint mehr als nur ein Ersatz zu sein. Er durchläuft zwar in Frankfurt eine zweiwöchige Testphase bis zum kommenden Donnerstag. Es gilt aber als sicher, dass der 1,91 Meter große Guard einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten wird – vermutlich sogar darüber hinaus. Die Skyliners trauen dem 23-Jährigen eine gute Zukunft zu. Er wird womöglich bereits als wichtiges Puzzlestück für die nächste Saison angesehen. Schon im Sommer hatten die Frankfurter den kanadischen Nationalspieler verpflichten wollen. Scrubb hatte gerade sein Studium auf dem US-College in Carleton abgeschlossen und dort binnen fünf Jahren reihenweise Titel und Auszeichnungen eingeheimst. Er wechselte jedoch zu AEK Athen. Ein Fehler. Scrubb konnte sich bei dem griechischen Spitzenclub nicht durchsetzen. Als die Skyliners nun erneut bei ihm anklopften, griff er zu. „Ich bin froh, dass mich AEK aus dem Vertrag ließ. Es ist großartig, eine zweite Chance zu bekommen“, sagt Scrubb über seinen Wechsel zu den Skyliners.

Am Donnerstag vergangener Woche landete der Neu-Profi in Frankfurt. Und schon bei seinem ersten Einsatz am Mittwoch im Europe Cup gegen das polnische Team Rosa Radom (91:61) deutete er sein Potenzial an. „Er ist ein guter Allrounder, kann gut passen und werfen“, lobt Trainer Gordon Herbert seinen kanadischen Landsmann. Scrubb gilt als guter Vorlagengeber und Distanzschütze. Auf dem College traf er zeitweise mehr als 50 Prozent seiner Drei-Punkte-Würfe. Eingesetzt wurde er dort als Aufbauspieler. Diese Position ist in Frankfurt mit Jordan Theodore und Konstantin Klein gut besetzt. Allerdings kann Scrubb auch auf der Position des Shooting Guards spielen. Dort könnte er John Little ersetzen, der Schwächen im Distanzwurf hat. Der acht Jahre ältere Little weiß um die neue Konkurrenz im Team. Dennoch gab er Scrubb am Mittwoch nach seinem Debüt einen anerkennenden Klaps auf die Schulter. Eine Szene, die viel über den guten Teamgeist der Skyliners aussagt. Sollten im Laufe der Saison Theodore oder Klein verletzt ausfallen, kann Scrubb auch dort einspringen.

Zustande kam der Wechsel nach Frankfurt auch über David Smart, den früheren College-Trainer von Scrubb und aktuellen Assistant-Coach der kanadischen Nationalmannschaft. Smart riet ihm zu einem Wechsel nach Frankfurt, „weil ich mich hier gut entwickeln kann“, so Scrubb. Smart muss es wissen. Er ist der Onkel von Skyliners-Profi Aaron Doornekamp.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare