Fraport Skyliners

Skyliners von Oldenburg nicht aufzuhalten

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Frankfurts Basketballer spielen sich gegen den deutschen Vizemeister Oldenburg phasenweise in einen Rausch – erstmals dabei auch Spielmacher Tai Webster.

Nach der nächsten Demonstration der Stärke gab Isaac Bonga seine Zurückhaltung ein wenig auf. „Wir gehören in der Tabelle dort oben hin und wollen es auch zeigen“, sagte der 17 Jahre alte Spielmacher der Fraport Skyliners nach dem nächsten überraschenden Erfolg gegen ein Top-Team der Bundesliga. Das überzeugende 93:82 (52:42) gegen den deutschen Vizemeister EWE Baskets Oldenburg war der vierte Sieg im vierten Heimspiel, und Frankfurts Basketballer mausern sich immer mehr zu einem Favoritenschreck. Wie gut sie nun tatsächlich sind, wollte Trainer Gordon Herbert gestern noch nicht beantworten. „Fragen Sie mich das am nächsten Sonntag“, sagte der Kanadier. Dann steht die Partie beim deutschen Meister Brose Baskets Bamberg (19.15 Uhr) an.

Das gestrige Verfolgerduell stand unter besonderer Beobachtung. Nach Angaben der Skyliners waren Spielerbeobachter von sieben Teams aus der US-Profiliga NBA in die Arena nach Unterliederbach gekommen. Von den Toronto Raptors saß sogar Präsident Masai Ujiri unter den 4820 Zuschauern. Sie alle hatten vermutlich einen Akteur im Fokus: Isaac Bonga. Der 17-Jährige wird wohl schon nächsten Sommer in die weltbeste Basketball-Liga wechseln. Darauf deutet immer mehr hin. Und Bonga gefiel mit überlegten Pässen und guter Übersicht. Erst vor wenigen Tage war das große Talent von Bundestrainer Henrik Rödl erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert worden. „Da ist ein Kindheitstraum für mich wahr geworden. Das ist eine riesengroße Ehre“, sagte Bonga. Rödl hatte zunächst Herbert angerufen und ihn gefragt, ob Bonga in seiner Entwicklung bereits weit genug für eine Nominierung sei. Und als der Skyliners-Coach bejahte, bekam Bonga wenig später selbst einen Anruf von Rödl. Dass Bonga gestern abermals von mehreren Scouts auf der Tribüne beobachtet wurde, lässt den 17-Jährigen recht kalt: „Das kann ich ganz gut ausblenden. Ich kenne ja die meisten auch schon von internationalen Camps.“

Noch mehr in den Fokus spielte sich gestern sein Spielmacher-Kollege Tai Webster. Der ebenfalls erst 22-jährige Neuseeländer legte von Anfang an furios los und pulverisierte im Laufe der Partie seine Statistiken. Mit 31 Punkten übertraf er seinen persönlichen Saisonschnitt (10,7) um mehr als 20 Zähler. Seine Dreier-Treffer-Quote, zuvor bei nur 28 Prozent, betrug gestern 100 Prozent: Alle drei Distanzwürfe waren erfolgreich. „Es ist mein erstes Profijahr. Ich lerne jeden Tag dazu“, sagte Webster.

Und weil auch Phil Scrubb (22) und Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann (17) glänzten, spielte sich Frankfurt offensiv phasenweise in einen Rausch. Anfang des zweiten Viertels stand es 32:22, nach 18 Minuten traf Scrubb mit einem Dreier bereits zum 50:37. Dank der guten Verteidigung und hohen Intensität geriet der sechste Sieg im achten Saisonspiel nicht mehr in Gefahr.

Noch nicht mit dabei war Niklas Kiel, der seinen Saisoneinstand nach einer Gehirnerschütterung nun in Bamberg plant.

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