Joan Oumari (links) freut sich mit dem FSV-Torschützen Manuel Konrad.
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Joan Oumari (links) freut sich mit dem FSV-Torschützen Manuel Konrad.

FSV Frankfurt

Ausgerechnet Konrad trifft

  • vonMichael Helms
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Verheißungsvoller Auftakt einer Englischen Woche: Der Fußball-Zweitligist FSV Frankfurt erkämpfte sich am Sonntag einen 1:0-Erfolg beim MSV Duisburg und konnte vor den Aufgaben am kommenden Mittwoch zu Hause gegen Union Berlin und vier Tage später in Freiburg ein wenig durchatmen.

Manuel Konrad hat sicherlich viele Stärken. Der 27 Jahre Fußballprofi, der seit Sommer 2010 beim FSV Frankfurt im Bundesliga-Unterhaus unter Vertrag steht und sich dort nach einigen Anlaufschwierigkeiten zur unumstrittenen Stammkraft entwickelt hat, ist lauf- und kampfstark, so gut wie nie verletzt und übernimmt als Kapitän mittlerweile auch Führungsaufgaben. Nur als Torschütze ist der frühere Freiburger, der bei den Bornheimern im defensiven Mittelfeld für die Kärrnerarbeit zuständig ist, fast drei Jahre lang nicht mehr in Erscheinung getreten.

Seinen letzten Treffer für den FSV in einem Pflichtspiel erzielte er am 2. Dezember 2012 bei der 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Braunschweig. Gestern endete diese genau 7164 Spielminuten währende Durststrecke, als er nach einem Eckball von Besar Halimi den Ball aus fünf Metern mit voller Wucht ins Netz drosch (32.). Und natürlich kannte der Jubel bei Konrad, der nach seinem Treffer im Stile eines Sprinters zur Bank des FSV stürmte und dort fast alle aus dem Bornheimer Tross umarmte, fast keine Grenzen. „Ein schönes Gefühl, ich hätte noch zwei Runden laufen können“, gab er später überglücklich zu Protokoll, ohne dabei das Große und Ganze aus den Augen zu verlieren. „Viel wichtiger aber war heute, dass wir drei Punkte geholt haben. Das gibt uns ein gutes Gefühl für die Englische Woche“, sagte Konrad nach dem in der Tat sehr wichtigen Sieg der Bornheimer, die am kommenden Mittwoch zunächst Union Berlin empfangen, ehe sie am kommenden Sonntag den schweren Gang zum SC Freiburg vor sich haben.

So sorgte das ganz persönliche Erfolgserlebnis von Konrad am Ende auch für kollektive Erleichterung im Lager des hessischen Zweitligisten, der nach der jüngsten Heimniederlage gegen Braunschweig unter Druck geraten war. „Jetzt können wir erst einmal durchatmen und den Fokus auf das Spiel gegen Berlin richten“, erklärte FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger, der den entscheidenden Spieler dieser Begegnung natürlich ganz besonders lobte. „Wer fleißig arbeitet, wird auch irgendwann dafür belohnt. Manuel gibt immer sein letztes Hemd für den FSV“, sagte Krüger. Und der Frankfurter Cheftrainer Tomas Oral fügte hinzu: „Er hat sich dieses Tor verdient, weil er immer wieder zu Unrecht kritisiert wird, obwohl er immer alles für die Mannschaft gibt.“

Bis an seine Leistungsgrenze ging gestern auch das Team des MSV Duisburg, obwohl es buchstäblich am Stock ging. Gino Lettieri, der Coach des finanziell äußerst limitierten Aufsteigers, musste gleich sieben verletzte Stammspieler ersetzen. Doch das „B-Team“ des Tabellenletzten, wo der frühere FSV-Trainer Benno Möhlmann als Nachfolger des umstrittenen Lettieri gehandelt wird, verlangte den Bornheimern mit einer kämpferisch couragierten Leistung alles ab, war allerdings in der Offensive zu harmlos, um die Abwehr mit dem überragenden Innenverteidiger Lukas Gugganig in Verlegenheit zu bringen.

Im Spiel nach vorne brachten die Gäste aber auch nicht viel zustande. Lediglich ein Kopfball von Gugganig an die Latte (2.) sowie zwei Chancen von Dani Schahin in der 67. und 75. Minute brachten die Duisburger Defensive in Schwierigkeiten, obwohl Oral mit dem Südkoreaner In-Hyeok Park und dem Amerikaner Shawn Barry nach knapp einer Stunde zwei schnelle Konterspieler einwechselte.

Den größeren Druck entwickelten am Ende noch einmal die Duisburger, obwohl sie die letzten Minuten nur noch zehn Spieler auf dem Rasen hatten. Tim Albutat hatte nach einem bitterbösen Foul an Fanol Perdedaj völlig zu recht die Rote Karte gesehen, aber auch in Überzahl hatten die Frankfurter mit den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern ihre liebe Müh’ und Not. „Wir haben etwas glücklich, aber nicht unverdient gewonnen“, erklärte Oral, der mit seiner Mannschaft, die zum vierten Mal in Folge beim MSV Duisburg gewonnen hat, auch im dritten Auswärtsspiel dieser Saison ungeschlagen und ohne Gegentreffer blieb.

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