Der 12. Mann

Drei Fragen an: Mounir Zitouni

  • vonDaniel Waldschik
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Mounir, Du hast mit Deiner Geschichte „Löwenkäfig“ einen maßgeblichen Beitrag zu dem Buch  „Der 12. Mann“ geleistet. Was macht das Buch für Fans so besonders?

MOUNIR ZITOUNI: Als ich von der Idee zu diesem Buch erfahren habe, war ich begeistert und wollte unbedingt meinen Teil dazu beitragen. Die spannende Frage war ja: Was lassen sich die Fans alles einfallen, um ihre Liebe zu ihrem Verein in Worte zu fassen. Und genau das ist auch das Besondere: Der Band vereint Fan-Geschichten zu 52 Vereinen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch haben sie eines gemeinsam: Die Liebe ihrer Fans. Ich wünsche mir deshalb, dass die Vereine solche Aktionen wie den Autorenwettbewerb künftig mit dem gleichen Herzblut unterstützen, wie sie von ihren Fans unterstützt werden.

 

Du hast Deine Geschichte dem FSV Frankfurt gewidmet. Viele Leser müssen den Text sicher zweimal lesen, um ihn zu verstehen – werden ihn dann aber umso witziger finden. Was hast Du Dir beim Schreiben gedacht?

ZITOUNI: Als Ex-FSV-Kicker wollte ich aus meiner Sicht die Atmosphäre in der Kabine kurz vor Spielbeginn beschreiben. Jeder, der selbst Fußball spielt oder gespielt hat – egal ob Kreisklasse oder Bundesliga – wird sich in den beschriebenen Szenen wiederfinden. Dazu habe ich versucht, über Satzzeichen hinaus mit kurzen Sätzen zu experimentieren. Das war ein bisschen wie Mathematik. Die Lösung lag nicht immer gleich auf der Hand. Klar hatte ich meine Zweifel, ob ich mit meinem Text die Jury überzeugen werde und es als Autor ins Buch schaffe. Umso mehr habe ich mich  gefreut, als es dann soweit war. Ich denke, die Leser werden die Geschichte zum Schmunzeln finden – auch wenn sie eventuell den einen oder anderen Satz erneut lesen müssen.

 

Schauen wir auf das bevorstehende Sonntagsspiel. Der FSV empfängt den 1. FC Nürnberg. Es folgen schwere Spiele gegen RB Leipzig, Lautern, Bochum und Darmstadt. Du als Ex-FSVler: Das riecht nach Krise bei den abstiegsgefährdeten Bornheimern, oder?

ZITOUNI [lacht]: Der FSV ist ein Fußball-Dino und keine kleine Mannschaft. Da zittern eher der Club und die millionenschweren Leipziger. Spaß beiseite: Die Frankfurter haben mit Benno Möhlmann einen guten und erfahrenen Trainer. Der Verein hat ein Näschen für neue Spieler und zeigt einen konkurrenzfähigen Fußball. Ich bin überzeugt davon, dass die Bornheimer das, so wie in den letzten Jahren auch, irgendwie hinbekommen. Sie haben ja schon eine gewisse Routine im Nichtabsteigen... Klar, die anderen Mannschaften in der Abstiegszone werden richtig Gas geben. Aber wenn der FSV die Ruhe behält, müssen sie sich in Bornheim keine Sorgen machen. dw

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